01.02.2005
Cheers - ich bin's, die Lady Mandy!
Kinders, wie doch die Zeit vergeht...
Jetzt ist schon fast wieder Karneval, obwohl doch Sir Timmy's Neujahrsansprache noch gar nicht
so lange her ist!
Mancher fragt sich jetzt möglicherweise noch, was denn nun eigentlich der
Unterschied zwischen Kommunismus und Kapitalismus ist?
Sir Timmy erklärt es deshalb hier noch einmal kurz:
"Im Kommunismus beutet der Mensch den Menschen aus - im Kapitalismus ist es genau umgekehrt..."
So - da haben wir das auch mal endlich geklärt!
Wie schon oben erwähnt, geht es hier fast schon wieder los: Karneval in Köln. Auweia, eine ganze
Stadt im Ausnahmezustand!
Da fragt man sich doch, weshalb nur kommen eigentlich all die vielen Menschen nach Köln?
Was gibt es hier, was es nicht auch, sagen wir mal in Unna gibt??
Tja... das ist jetzt so ne Sache:
Der Karneval - is klar, das Bier - is auch klar, und natürlich wegen der Knochen!
Wegen der Knochen???
Jaja - denn eigentlich ist der riesige Kölner Dom nur wegen ein paar alter Knochen gebaut worden!
Aber ich glaube, ich erklär Euch das besser mal eben:
Weihnachten ist ja noch nicht so lange her, versuchen wir uns mal zu erinnern - wie war das jetzt
noch mal?
Also, damals in Jerusalem sind ja die Heiligen Drei Könige durch eine Leuchtrakete auf
den kleinen Karnevalsprinz in seiner Krippe
aufmerksam geworden. Die Knochen genau dieser
Heiligen Drei Könige sollten für die Stadt Köln noch eine wichtige
Rolle spielen, denn der ehemalige
Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, hat die damals in Italien nach der Eroberung Mailands durch
Kaiser Barbarossa,
ganz unverbindlich eingesteckt. Die lagen da so rum und da hat der sich einfach
gesagt: "So, die nehmen wir jetzt mal mit."
Als der dann mit den Knochen wieder in Köln ankam, bereiteten ihm die Kölner einen tollen Empfang
so mit Klatschmarsch und Prinzengarde etc.
Die Freude war riesengroß, denn endlich hatte man in Köln eine Reliquie. So was war damals sehr
wichtig für den Fremdenverkehr,
denn jeder der in den Himmel wollte, mußte jetzt sicherheitshalber
erst mal nach Köln zu eben diesen Knochen pilgern.
Heute nennt man so was "Standortvorteil".
Den Kölnern kam das seiner Zeit alles wie ein Wunder vor, denn sie brauchten fortan kaum noch zu
arbeiten.
Man planierte nur schnell noch ein paar Parkplätze und konnte ansonsten prima von dem
Geld leben,
das die gottesfürchtigen Pilger-Touristen in den Kölner Kneipen versoffen.
Daher ja auch der Begriff "Wirtschaftswunder".
Allerdings konnte man die Knochen ja jetzt nicht einfach so auf die Fensterbank legen - da mußte
schon ein hübsches Etui drumrum.
Die Kölner ließen sich da auch nicht lumpen, und bestellten für die
Knochen einen
Goldsarkophag von 300 Kilo Leergewicht - also ohne Knochen. In das prächtige,
funkelnde Ding konnte man eigentlich reinlegen was man wollte - es wurde schlagartig heilig!
Damit die teure Kiste jetzt nicht einfach so wegkam, entschlossen die Kölner sich zur Sicherheit doch
lieber noch nen Dom drum herum zu bauen.
Schnell war die alte Bischofskirche abgefackelt und ein
Versicherungsschaden geltend gemacht.
Somit finanziell auf der sicheren Seite, konnte man mit dem
Dombau an gleicher Stelle beginnen.
Damit im Dom auch noch Platz für einen Altar war, legte man
das Gebäude von vornherein schon mal etwas großzügiger an.
Man brauchte ja auch viel Raum für
all die bierseligen Pilger. Daher auch die aufwendig gestalteten sanitären Einzelkabinen
im Dom,
die man ja später scheinheilig zu Beichtstühlen umbaute.
Heute findet man in Kirchen ja überhaupt keine Toiletten mehr - damit man nicht austreten kann...
Nach rund 70 Jahren war der Kölner Dom dann fertig - also, nicht wirklich ganz so wie wir ihn heute
kennen,
er hatte damals nur einen halbfertigen Turm mit nem Holzkran obendrauf und der Estrich
war auch noch nicht drin.
Aber irgendwie wurde das den Kölnern dann alles zuviel und sie hatten
keine Lust mehr weiterzubauen.
Es wurde zwar noch ein paar Jahre son bisschen dran rumgebrasselt,
aber mehr so nach Feierabend...
Im Jahre 1560 sagte man sich: "Wir lassen das jetzt mal so stehn. Is fädisch!"
Das sah dann so aus, wie auf diesem zeitgenössischen
Polaroidfoto.
Die Touristen fragten natürlich schon öfters:" Sagen Sie mal, soll das jetzt so bleiben? Der hat doch
gar keine Türme!"
Worauf die Kölner entgegneten: "Türme?? Jung, weeste watt datt für ene Brassel es?!"
Die Baustelle wurde erst wieder eröffnet, als die arbeitsversessenen Preußen in Köln an die Macht
kamen, denn die sagten sofort:
"Was soll das denn sein? Jetzt ist aber Schluß mit der Schlamperei,
das Ding wird jetzt endlich mal fertig gebaut - zack, zack!"
So kamen die Kölner 1880 nach nur etwas über 600 Jahren zu ihrem Dom - und das alles nur wegen
der paar Knöchelchen...

Jetzt hat man aber leider sehr viele Jahre später einen großen Fehler gemacht, indem man einige
Wissenschaftler beauftragte
herauszufinden, ob die Kölner Knochen denn auch wirklich von den
Heiligen Drei Königen sind.
Die Wissenschaftler meinten dann irgendwann mal:
"Die Wahrscheinlichkeit das die Knochen echt sind, geht gegen Null."
Da hatten die Kölner jetzt natürlich gar nicht mit gerechnet. Den ganzen Dom für'n paar falsche
Knochen gebaut? Watt ene Dress!!
Die Kölner Ratsherren setzten sich daraufhin zusammen und
überlegten, was jetzt zu tun sei. Plötzlich sprang einer auf und sagte:
"Drieß op dä Dress! Mer maache eenfach so wigger!" Diese ausgefeilte Strategie stieß sofort auf
allgemeine Zustimmung.
Denn fragt man einen Kölner was schlimmer ist, Unwissenheit oder
Gleichgültigkeit, dann sagt der meistens: "Keine Ahnung - is mir auch ejal..."
So konnte es geschehen, daß man in Köln einen ganzen Dom für ein paar geklaute, falsche Knochen
baute.
Heute spricht man da ja lieber von der "Überführung der Gebeine" - auch schön, aber geklaut
waren sie trotzdem!
Das ist aber mittlerweile verjährt.
So was gibt es wirklich nur in Köln und deshalb bin ich froh, daß ich ein echtes kölsches Kätzchen bin,
auch wenn ich den Karneval mit all dem Krach ziemlich blöde finde.
Denn in einem haben die Kölner Recht behalten:
Et hätt noch immer jotjejange...
Klick mich an !
3x Kölle Alaaf!
!
Eure Lady Mandy

01.03.2005
Hallo zusammen - hier ist die Lady Cindy!
Es ist ja momentan überall das gleiche: Deutschland muß sparen, das merkt man mittlerweile wirklich
an allen Ecken und Enden:
Sogar für richtige Gartenmonster scheint nicht mehr genügend Geld da zu sein....
Aber das muß ich mal von Anfang an erzählen:
Es war irgendwann in den letzten Wochen, draußen war es verdammt kalt, naß und ungemütlich.
Also lagen Lady Mandy und ich friedlich auf der Fensterbank über der Heizung und grillten wieder mal
seelenruhig unseren Bauchspeck.
Unser Guido hatte sich entspannt auf der Couch niedergelassen und
im Kamin knisterte das Feuerchen - kurzum, alles in schönster Ordnung.
Doch plötzlich riss uns ein fürchterliches Gerumpel auf dem Balkon aus unser so wohlverdienten Ruhe!
Gleichzeitig vernahmen wir aus Birch House Gardens schlichtweg ungeheuerliches:
Es handelte sich eindeutig um Hundegebell!
Im Bruchteil einer Sekunde sprangen wir alle auf und spechteten durchs Fenster auf den Balkon.
Da!! Am oberen Ende unserer Startrampe hockte Kistenkater Karim und sah aus, als hätte er eine
Kralle in der Steckdose...
Sein Fell stand stachelig in allen Himmelsrichtungen von ihm weg und er war
offensichtlich in größter Panik!
Schnell öffnete Guido die Balkontür und versuchte, sich ein Bild von der Lage der Nation zu machen.
Unten an der Rampe kläffte ein lächerlicher Jack Russel Terrier unseren Karim an und eine uns völlig
unbekannte Frau
versuchte, ihr wildes Monsterchen wieder an die Leine zu bekommen...
"Ich fühle mich sehr geehrt, dass Sie ihren Hund ausgerechnet in meinem Garten Gassi führen!",
begrüßte Guido die Frau aufs Warmherzigste, die es anscheinend nicht fertigbrachte, ihren Fiffi wieder
an die Leine zu bekommen.
Das ganze Spektakel schien den armen Karim jedoch völlig aus der
Fassung zu bringen, denn er faßte einen folgenschweren Entschluß:
Anstatt jetzt einfach zu uns auf den Balkon zu kommen, machte er in seiner Verzweiflung einen
riesigen Satz über den Hund hinweg
auf die Wiese. Dort gelandet, fegte er in einem irrwitzigen Tempo
durch Birch House Gardens - hinter ihm der Hund und hinter dem,
allerdings mit zwei Runden
Rückstand, sein Frauchen...
Unser tapferes Männelein schlug wilde Haken und rannte von einer Ecke des Gartens in die nächste,
doch der freche Terrier gab einfach nicht auf.
Erst als Guido stinkesauer in den Garten brüllte:
"Jetzt reicht's aber - leinen sie Ihren Hund an und ziehen Sie selbige!!" geriet das
Rennen für einen
kurzen Moment ins Stocken. Diesen Augenblick nutzte Karim und kletterte pfeilschnell die große,
alte Zierkirsche hoch!
Besser wär jetzt gewesen, er wäre in den Holunder gehüpft, denn der hat
dickere Äste und eine griffige Rinde. Doch für solche Überlegungen
hatte Karim wohl irgendwie
gerade keine Zeit, denn er hockte schon in 7 Metern Höhe im Kirschbaum und klammerte sich am
Stamm fest,
während unter ihm endlich der Terrier einfangen und sieglos der Arena verwiesen wurde.
Eine halbe Stunde später mußten wir leider feststellen, dass Karim immer noch im Baum hockte und
sich verzweifelt am Stamm festhielt!
Es mußte dringend etwas unternommen werden, denn es begann zu dämmern und Karim
begann zu jammern...
Sofort machte sich das Birch House-Höhenrettungsteam auf den Weg in den Keller und schulterte die
dort lagernde, lange Leiter.
So ausgerüstet, ging es nun im Schweinsgalopp zum Kirschbaum um uns
das frühreife Früchtchen zu pflücken.
Ohne Seil und Sauerstoff begann unser Guido sofort entschlossen
mit dem Aufstieg zu Karims entlegenem Hochsitz.
Doch alles gute Zureden und Locken half gar nichts:
Karim wollte einfach den Baumstamm freiwillig nicht mehr loslassen...
Eine Änderung unserer offensichtlich erfolglosen Rettungstaktik war unumgänglich und wurde auch
sofort in die Tat umgesetzt.
Also, schnellstens wieder runter von der Leiter, quer durch den Garten
und ab in den Keller, um dort ein langes Seil und einen großen Eimer zu besorgen.
Draußen war es schon fast dunkel, als Guido endlich mit dem Seil und angeknotetem Eimer wieder in
den hohen Baum kletterte.
Mühselig fummelte er das Seil über einen Ast etwas oberhalb des
klagenden Männeleins und band es gut fest.
Unter wilden Piratenflüchen und dem Verlust diverser
Hautfetzen, piddelte Guido den panisch zappelnden Karim vom Stamm
und schubste ihn kopfüber in
den unter ihm baumelnden Eimer. Nachdem er sich wieder sortiert hatte, spinkste ein sichtlich
erleichtertes
Katerchen erstaunt über den Eimerrand.
Geschafft!! Leinen los - und schon schwebte unser eingetopftes Freundchen langsam der rettenden
Erde entgegen.
Kaum dort angekommen, sprang er aus dem Eimer und verschwand mit 3 großen
Sprüngen erst mal im Unterholz.
Nach einiger Zeit erreichte auch unser ziemlich zerrupfter Guido
wieder das Basislager und mit der langen Leiter auf der Schulter
und einem guten Gefühl im Bauch
ging's zurück ins warme Haus.
Erst jetzt merkten wir, daß wir verdammt kalte Pfötchen bekommen hatten
und waren heilfroh, als wir
endlich wieder auf unsere warme Fensterbank hüpfen konnten. Eingewickelt in die vorrätigen
Pflasterbestände
genehmigte sich unser Guido erst mal ein frisches Bierchen, als schon wieder ein gut
gelaunter Karim auf dem Balkon versuchte unsere
Fussmatte umzubringen...
Nachdem Guido das frisch gerettete Männelein kräftig durchgeknuddelt hatte, beschlossen wir
einstimmig
Birch House Gardens noch dieses Jahr komplett einzäunen zu lassen. Immerhin war es ja
nicht das erste Mal, daß sich ein bellendes
Monster unbefugten Zutritt zu unseren Ländereien verschafft
hatte. Diese Idee fand auch Karim sehr beruhigend und nach einem
prima Leckerchen für alle
anwesenden Pelzköpfchen, machte er sich schnell auf den Heimweg.
Endlich kehrte wieder Ruhe ein und während wir langsam auf der Fensterbank eindösten, hörte ich
Lady Mandy leise maunzen:
"Jaja - Wer ganz hoch hinaus will,
ist manchmal schneller im Eimer als er denkt..."
Klick mich an !
So gesehen, auch wieder wahr
!
Viele Grüsse, Eure Lady Cindy

01.04.2005
Huhu - ich bin's, die Lady Mandy!
War das ein Osterwetterchen? Endlich war es mal warm und trocken genug um stundenlang in
Birch House Gardens
rumzuflitzen! Ausgiebig haben Lady Cindy und meine Lieblichkeit unsere
Ländereien inspiziert und mit Karim viele
schöne Stunden auf der Wiese verbracht. An allen Ecken
erwacht die Natur und frisches Grün sprießt duftend aus
allen Winkeln unseres Gartens. Es gab soviel
Neues zu entdecken und natürlich auch zu beschnuppern.
Doch der Frühling erwacht bekanntlich nicht nur in der Pflanzenwelt, auch in so manchem
Fellmännelein scheint sich da energisch was zu regen...
Wir waren gerade alle im Garten, als sich plötzlich unser Kistenkater Karim böse fauchend im Gebüsch
versteckte.
Beunruhigt spechteten wir in alle Himmelsrichtungen und machten schon mal
sicherheitshalber aus unseren Schwänzchen
bedrohliche Klobürsten! Keine Sekunde zu früh, denn
schon stand er mitten auf der Wiese und maunzte unseren Guido an:
Der rote Pinkler!
Lady Cindy war entsetzt und auch ich konnte mich noch allzugut an die schweinischen Offerten
dieses ganz offensichtlich unkastrierten Katerchens erinnern. Jetzt streichte er mit mitleiderregendem
Gegurre um
Guidos Beine und versuchte sich beliebt zu machen. Während Lady Cindy sich auf die
doppelte Größe aufpumpte und schon mal
langsam in Richtung Startrampe verduftete, beobachtete
ich noch aus dem Augenwinkel heraus, wie Guido doch tatsächlich den
roten Pinkler streichelte.
Frechheit!! Gurrend und maunzend gab der Pinkler sogar Köpfchen und wurde zu allem Unglück auch
noch mit einem Leckerchen belohnt.
Erstaunlich war allerdings, daß er eigentlich ziemlich klein und schmächtig aussah - wenig
bedrohlich
irgendwie... Weshalb nur hatte jeder, sogar unser Karim, vor ihm Respekt?
Ob's an der umwerfenden Duftnote seines Pipi lag???
Auch Guido war aufgefallen, daß Karim sich gut getarnt im Unterholz auf Distanz hielt - und schon
hatte der rote Pinkler seinen neuen
Namen weg:
Ab sofort hieß er: Der Rote Baron!
Natürlich fand auch Marion den kleinen Mistkäfer unwiderstehlich und knuddelte ihm voller
Verzückung die Ohren...
Diese Vorzugsbehandlung trug selbstverständlich entscheidend dazu bei,
daß der Rote Baron sich bei uns wie Zuhause fühlte und es kam
was unvermeidlich kommen mußte:
Ein dreister Banküberfall!
Kaum eine Stunde später hockte der kleine Pinkler schon lauthals schreiend
auf unserer Balkonbank - Menno!!
"Ohhh - er hat bestimmt Hunger" diagnostizierte Marion sofort und schon wurde auf dem Balkon
festlichst aufgetischt:
Mit Begeisterung verdrückte der Baron eine ganze Büchse Katzenfutter und
natürlich durfte es auch an wohlmundenden
Kaltgetränken nicht mangeln...
So gestärkt, entfuhr dem kleinen Schreihals nach der Völlerei ein beachtenswert sonorer Rülpser
nach Gutsherrenart - Mahlzeit!
Offensichtlich war man mit der Qualität unseres Futters schon mal soweit einverstanden...
Mit der allergrößten Selbstverständlichkeit, widmete sich der kleine Balkonbelager nun ausgiebig der
Körperpflege.
Es wurde alles geputzt, was nur irgendwie zu erreichen war. Besonders gut schien er
dabei an sein Geschlechtsteilchen
ranzukommen, denn mit herausragender Akribie wurde es auf
Hochglanz poliert - Frühjahrsputz sozusagen...
Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, wurde er auch noch von Marion und Guido gelobt:
"Du bist aber ein feines Männelein..."
Von den ausufernden Reinigungsarbeiten an den Ostereierchen doch ein wenig ermattet, rollte der
Baron sich satt und zufrieden auf unserer Bank
zusammen und machte ein Nickerchen in der
Nachmittagssonne. Lady Cindy und ich waren fürchterlich empört! Dieses hormondurchtränkte
Kerlchen
würde ab sofort permanent unsere geliebte Balkonbank besetzen, unser Futter fressen und
uns mit unflätigen Angeboten belästigen - how embarrassing!
Umgehend beschwerten wir uns bei Guido in aller Form und verlangten die Ausweisung des
roten Rülps-Barons von unserem Balkon.
Nach kurzem Überlegen schlug Guido dann vor, die
Gartenbank aus dem Winterschlaf zu wecken und wieder auf die Wiese zu tragen,
damit der Baron
in Zukunft seine Schönheitspflege im Schatten des Holunders betreiben kann. Diesen Vorschlag
konnten wir soeben noch
akzeptabel finden, hatten wir uns doch gerade erst letzten Sommer an die
Vorteile einer Bankfiliale im Garten gewöhnt.
Somit stimmten wir also zu, das aus unserer
Gartenbank, zum Wohle der Allgemeinheit, eine "Volksbank" wird.
Jetzt wollen wir mal hoffen, daß die Überweisung des Roten Barons auf die Gartenbank
letztendlich für alle Bewohner
von Birch House Gardens
ein gutes Geschäft wird.
Klick mich an !
Bleibt sauber!

Eure Lady Mandy

01.05.2005
Huhu - ich bin's, die Lady Cindy!
Wider Erwarten hat es ja doch noch mal aufgehört zu regnen und die norddeutsche Seenplatte
in Birch House Gardens trocknete
im zögerlich aufkommenden Sonnenschein glücklicherweise
nochmal weg.
Da sind wir natürlich alle erst mal schnell in den Garten geflitzt, um uns einen genauen Eindruck von
den Fortschritten
der frühlingshaften Botanik zu machen. Mit großer Freude und Genugtuung stellten
Marion und Guido dabei fest,
dass unser Kirschbaum einen sehr erfreulichen Eindruck vermittelt.
In voller Blüte steht er da und wird schon von vielen fleißigen Bienchen umsummt.
Jetzt kann man sich natürlich fragen, weshalb denn gerade der Kirschbaum bei uns eine solch wichtige
Rolle spielt? Ja... das hängt im Prinzip damit zusammen, dass Guido letztes Jahr feststellte:
Man muss Kirschen eigentlich nicht zwingend essen...

Damals hat er nämlich die reifen Sauerkirschen in eine grosse Flasche gestopft und mit braunem
Kandis, etwas Zimt und reichlich Vodka aufgesetzt!
Dank dieser geistlichen Eingebung, gestaltete
sich der darauf folgende Winter, ich sag jetzt mal, außergewöhnlich fröhlich...
Nicht selten sah man Guido und Marion gut gelaunt am Tisch sitzen, um den Inhalt eben dieser Flasche
ausgiebig auf seine Qualitäten hin zu überprüfen.
Obwohl man sich über den gelungenen Geschmack
schnell einig war, zog sich die Verköstigung doch erstaunlich in Länge:
Marion: "Der wird ja mit jedem Glas besser!"
Guido: "Tatsächlich - tja, da wollen mer uns mal nen schönen Abend machen..."
Jetzt kam natürlich irgendwann das, was unvermeidlich kommen mußte: Die Flasche war leer, aber
irgendwie noch ganz schön viel Winter übrig...
Nachdem dieser üble Schicksalsschlag mühselig verdaut war, keimte sofort neuer Optimismus auf
und man beschloß feierlich die
Produktionskapazitäten dem zukünftigen Bedarf entsprechend
auszuweiten. Denn so ein Winter, der kann sich schon ganz schön ziehen...
Schnell wurde Fachliteratur über den optimalen Obstbaumertrag besorgt und die Informationen
wissbegierig inhaliert!
Der langen Winzertradition von uns Mäusepüpsen bereitwillig folgend, versuchte
sich nun also auch unser Personal in der Herstellung
erquickender Kaltgetränke zur heiteren
Überbrückung der kalten Jahreszeit. Um nun den Kirschertrag dem winterlichen Durstgefühl
anzupassen,
wurde das Bäumchen unter Zuhilfenahme des frisch erworbenen Wissens höchst
sachkundig zurechtgestutzt.
Um so größer war da jetzt natürlich die Freude des selbsternannten
Kirschenvorstandes über das Ergebnis seiner Bemühungen.
Während also Lady Mandy und meine Lieblichkeit sich weiterhin stilvoll dem Keltern ausgezeichneten
Katzenweins
in unserer Regentonne widmen, besingt und betanzt unser Personal neuerdings
hemmunglos den Kirschbaum in Erwartung einer reichen Ernte.
Sogar Karim wurde schon mit einem
mißmutigen Blick bedacht, als er neulich mit verklärtem Gesichtsausdruck an die Kirsche dröselte,
um
sozusagen seinen Grundbucheintrag aufzufrischen. Aber unser guter Kistenkater erklärte sich freiwillig
bereit, zukünftig die nebenstehende
Konifere für seine Pinklereien zu verwenden um die befürchtete
Trübung des edlen Wässerchens zu vermeiden. Dabei sind wir auf Karims
Markierungen schon
irgendwie angewiesen um zu verhindern, dass sich jeder dahergelaufene Kater selbstgefällig in
unseren Länderein breitmacht.
Denn immerhin haben wir ja jetzt auch noch dem Roten Baron bereitwillig Kost und Logis auf unserer
Gartenbank zur Verfügung gestellt.
Allerdings hält der Kerl es immer noch für dringend erforderlich,
sich täglich unter großem Gemaunze bei unserem Personal seine Streicheleinheiten
abzuholen.
Selbstverständlich wartet er damit nicht bis Guido oder Marion in den Garten kommen, sondern er
setzt sich einfach auf unsere
Balkonfußmatte und singt uns gnadenlos den Torf aus den Töpfen!
Mit dieser erbärmlichen Mitleidsnummer feiert er natürlich problemlos größte Erfolge, sehr zum Ärger
von Karim der die Ansicht vertritt, dass
die Fußmatte ganz klar ihm gehört. Es gab da sogar schon
richtig Zanke zwischen den beiden Herren und wenn sich dieser Zustand so weiterentwickelt,
dann geh ich wohl bald mit Lady Mandy Brombeeren pflücken - aus denen soll man ja auch einen
respektablen Aufgesetzten machen können...
Jetzt könnte hier natürlich fälschlicherweise der Eindruck entstehen, dass alle Bewohner von Birch
House permanent mehr oder weniger angeschickert sind.
Dem ist natürlich nicht so, denn selbstverständlich ist hier jedem völlig klar, daß der Alkohol der
größte Feind des Menschen ist.
Obwohl, schon in der Bibel steht ja bekanntlich geschrieben:
"Liebe deine Feinde..."
Klick mich an !
Ja dann: Hosianna!
Eure Lady Cindy

01.06.2005
Juhuu - hier ist die liebe Lady Mandy!
Es ist schon irgendwie verwunderlich, aber neuerdings sehe ich mein muppeliges Schwesterchen
Cindy immer wieder vor dem
Spiegel im Schlafzimmer sitzen und kritisch ihre üppigen Rundungen
begutachten.
Während sie sich so vor dem Spiegel dreht, fluchte sie leise vor sich hin:
"Nichts trifft eine Dame so unerwartet wie als das Alter..."
Möglicherweise war es ja auch mein Fehler. Immerhin hatte ich Lady Cindy erst kürzlich erzählt, daß
wir am 1.Juni
beide 60 werden - also, jetzt mal so in Menschenjahren gerechnet!
Es kann natürlich auch an Marion liegen, sie ist es ja, die als rheinische Frohnatur immer durchs Haus
läuft und
dabei fröhlich singt:
"Häs Du de Zäng en de Häng, dat es jewiss, datt Du keen 20 mehr bess..."
So kurz vor dem Sechzigsten kann einem das natürlich schon irgendwie aufs Gemüt schlagen.
Vor allem, wenn man bedenkt, daß wir ja beide schon ein paar Zähnchen in der Schublade liegen
haben.
Auch Guido hat Cindy natürlich nicht wirklich geholfen, als er gestern nach langem Suchen
feierlich unser einziges
Babyfoto triumphierend in die Höhe hielt und sofort an eine Veröffentlichung
zu unserem Geburtstag dachte - wie unbeschreiblich peinlich!
Aber irgendwie ist das doch alles Blödsinn! Ich jedenfalls bin der Meinung, dass wir immer noch prima
aussehen.
Auch unser Fellchen glänzt wunderbar und Haarausfall ist ja bei Katzen doch eher
jahreszeitlich bedingt.
Vor allem sollte Lady Cindy nicht vergessen, dass wir nicht nur einfach so
Geburtstag haben, sondern mit dem Erreichen des sechzigsten,
also zehnten Lebensjahres gibt es ja
noch ein zweites, tolles Ereignis zu feiern:
Wir haben endlich die Rente durch!!
Allerdings sollte jetzt niemand von uns erwarten, dass wir uns tatterich auf die Gartenbank hocken und
wohlmöglich noch die Tauben füttern...
Denn sobald Lady Cindy ihre vorgezogene Midlife Crisis hinter sich gebracht hat, werden wir uns
verstärkt charikativen Projekten widmen:
In erster Linie dachten wir dabei an die Betreuung
erziehungstechnisch vernachlässigter Jungkater.
Denn es ist in keiner Weise zu ertragen, dass junge
Hüpfer wie der berüchtigte Rote Baron, eigenmächtig und unaufgefordert unsere Gemächer betreten,
unsere Futternäpfchen leeren und dann zu allem Überfluss noch in unseren sanitären Einrichtungen ein
dickes Häufchen in den Kies drehen...
Frechheit! Immerhin handelt es sich um eine reine Damentoilette!! Für so was haben wir eventuell
noch Verständnis - aber tolerieren können wir es nicht!
Aus diesem Grunde werden wir es uns zur Aufgabe machen, solch unverfrorenen Mistkäfern die
allgemein gültigen Umgangsformen im Angesicht
einer ehrwürdigen Dame beizubringen!
Auch die schüchterne Frau Pinky von gegenüber ist es mittlerweile leid, sich permanent die erotischen
Balladen des schweinischen Barons
ins Ohr krakeelen zu lassen!
Wenn unser mutiger Karim nicht immer wieder beherzt dazwischen gehen würde, hätte dieser Wüstling
der armen Pinky wohl
mittlerweile schon einen Tinitus ans Ohr gesungen! Auch anderen, gern
gesehenen Gästen gegenüber zeigt das fussige Bürschlein keinerlei
Respekt und belästigt sie während
ihrer Besuche in Birch House Gardens durch lauthalses Vortragen von niveaulosen Piratenliedern.
Es gibt also noch viel zu tun und da darf auch Lady Cindy jetzt keinerlei Schwäche zeigen und sich mit
dem Zählen ihrer Speckröllchen
und dem sorgenvollen Betrachten ihres stattlichen Popos verzetteln.
Selbst unser Guido vertritt schon seit vielen Jahren die Ansicht, daß nur die
jenigen alt sind, die
mindestens 15 Jahre älter sind als er...
Deshalb sind wir auch der Meinung, dass er seinen jugendlichen Elan besser ab sofort in die
Vorbereitung unserer Geburtagsfeierlichkeiten investieren sollte! Und was Marion betrifft, da bin ich mir
ganz sicher, dass ihr auch schnell ein Liedchen
einfällt, das unsere Lady Cindy wieder optimistisch in
den Spiegel gucken läßt.
Ich wüsste da auch schon eins, dass sogar für alle Damen von Birch House zutrifft:
"Jo, de Mädsche he us Kölle
wesse immer wat se welle,
su e Mädsche moss de hann,
jo dann bes de jlöcklich draan..."
Klick mich an !
Dann bleibt mal besser ganz die Alten:

Eure Lady Mandy

01.07.2005
Hallo - hier ist mal wieder die Cindy!

Ja... es mußte ja früher oder später wieder soweit kommen:
Dabei war eigentlich alles in schönster Ordnung. Der Rote Baron hatte sich mittlerweile mit seinem
Plätzchen
auf der Gartenbank angefreundet und unser lieber Kumpel Karim hatte wieder ungestörten
Zugang zu unserem Balkon.
Denn Karimchen ist der einzige Kater, der uns im Haus besuchen darf
ohne übel verdroschen zu werden.
Auch in Birch House Gardens herrschte Friede, Freude und Sonnenschein. Doch genau Letzterer war
es wieder, der
die freundliche Stimmung zum kippen brachte. Plötzlich schwoll der gelbe Planet wieder
zu einer alles niederbrennenden
Feuerkugel an! Lähmende Hitze machte sich breit und statt der in
Werbesprüchen hochgelobten Sommerfrische, flimmerte
eine muckige, schwüle Dunstglocke über
unserem Anwesen. Unser Haus verwandelte sich in eine hermetisch abgeriegelte
Dunkelkammer und
auch die Stimmung seiner Bewohner verdüsterte sich mit jedem Tag an dem das Thermometer über
die 30°C
hinauskletterte. Wir Mäusepüpse wurden mit kleinen Leibchen aus durchnäßten Küchentüchern
vor dem Verdampfen
bewahrt, während unser Personal beim Heimkommen von der Arbeit in
bedenklich seltsame Riten verfiel:
Guido entwickelte plötzlich eine ungeahnte Religiosität und fluchte täglich leise:
"Herr, lass sofort diese verdammte Hose von mir abfallen!!!"
und Marion erarbeitete sich die erstaunliche Fähigkeit, ihren BH über die beeindruckende Distanz
von 7 Metern in die Ecke zu feuern!
Ihre dabei lauthals vorgetragenen Unmutsbekunden möchte ich an
dieser Stelle lieber nicht wiederholen...
Unvorteilhafterweise mußte ich feststellen, daß wir Katzen leider nicht über die Möglichkeit verfügen
uns kurzfristig den flummeligen Pelz auszuziehen.
Ich hab da schon mal an meinem Bäuchlein
nachgesehen, aber nirgendwo ein Reißverschluß oder wenigstens ne Knopfleiste - nix!
Außer der Möglichkeit fürchterlich Haare zu verlieren, war da für uns einfach nichts zu machen...
Zusätzlich drückte auf die Stimmung, daß der viel zu feuchte Frühling unserem Personal gründlich die
Kirschernte verhagelt hatte.
Fassungslos standen die Beiden jetzt vor dem Kirschbaum und stellten
entsetzt fest, daß man mit den paar Früchtchen noch nicht mal
eine Flasche Aufgesetzten befüllen
konnte. Doch den kommenden Winter wollte man sich nun nicht auch noch vermiesen lassen und somit
beschloß man kurzerhand erst mal auf gekaufte Erdbeeren auszuweichen. Außerdem gibt es ja noch
gekaufte Kirschen, Brombeeren, Johannisbeeren,
Himbeeren, Birnen und die kommen dieses Jahr
alle in die Flasche- jawoll!!
Also, falls Ihr von November bis Februar aus unerfindlichen Gründen nichts mehr von uns hört, dann
liegt das nicht an uns Katzen...
In unseren geliebten Garten trauten wir uns nur noch in den
Abendstunden, wo wir uns dann mit Karim, Pinky und dem Roten Baron
im Schatten der großen Birke
ermattet in die kühlende Wiese kuschelten um uns vom Schrecken der mittlerweile auftretenden
Fata Morganas
zu erhohlen. Lady Mandy behauptete sogar schon ernsthaft im Hitzegeflimmer deutlich
ein weißes Kamel gesehen zu haben!!
Wie sich später rausstellte, war es dann aber doch nur wieder einer von Marions BH's...
Doch dann, nachts um 03:00 wachten wir alle zur gleichen Zeit auf, weil wir etwas hörten, auf das wir
sooo lange gewartet haben:
Es donnerte - und wie das donnerte!! Guido rannte auch sofort los, um alle
Rolläden hochzuziehen und alle Fenster weit zu öffnen.
In der nächsten Minute pfiff ein frisches
Windchen durch Birch House und endlich wehten die Vermuffungen der letzten Tage grußlos
zum
Fenster hinaus. Mit wibbeldem Schwänzchen saßen Mandy und ich auf der Fensterbank und
beobachteten wie sich laut prasselnd
unser Regenfaß wieder mit neuem Katzenwein füllte.
Dieses nächtliche Gewitter war offensichtlich so sensationell, daß wohl auch die
lokale Presse reges
Interesse zeigte, denn es wurde geblitzt wie auf den roten Teppich in Cannes!
Dabei waren wir doch gar nicht zurechtgeputzt, immerhin kamen wir schnurstracks aus dem Bett und
es war mitten in der Nacht!
Jetzt hoffen wir nur, daß Karim die nächsten Tage nicht in die Zeitung guckt
und uns wohlmöglich noch so sieht?!
Aber wir gehen mal davon aus, daß er uns eh nicht erkennen
würde, denn zum Glück sind ja Nachts bekanntlich alle Katzen grau.
Schön wäre auch, wenn sich Lady
Mandy wieder einkriegen würde, denn sie glaubt immer noch, daß es bei uns weiße Kamele gibt!
Erst gestern will sie wieder eins gesehen haben:
Es war laut Mandy in der Waschmaschine eingesperrt
und soll vor Wut wie verrückt im Kreis gerannt sein!
Tja- war halt doch sehr warm die letzten Tage...
Klick mich an !
Dann behaltet besser mal nen kühlen Kopf:
Eure liebe Lady Cindy

01.08.2005
Huhu erstmal - hier ist die Lady Mandy!!
Ihr kennt das ja bestimmt auch: Draussen regnet es ununterbrochen, alle Leckerchen sind verpinselt,
alle Nickerchen
absolviert, das Fellchen geputzt und im Körbchen breitet sich so langsam bleierne
Langeweile aus.
In dieser trüben Situation bleibt uns Katzen glücklicherweise immer noch ein herrliches
Refugium der atemlosen
Spannung und grenzenlosen Aufregung: Der Keller!
In diesen unterirdischen Katakomben, zwischen Spinngeweben und unbenutztem Mobiliar, lassen sich
Nachmittage voller Entdeckungslust und Angstschauder verbringen - sozusagen eine kostenlose
Geisterbahn für Pelzköppe!
Von diesen, durchaus vielversprechenden Aussichten neugierig geworden, machten sich Lady Cindy
und meine Lieblichkeit
sofort auf den Weg zur Kellertreppe, um uns einen tollen Rundgang voller
fellsträubender Erlebnisse zu gönnen.
Ich kann Euch sagen, was es da alles zu entdecken gab ist unbeschreiblich.
Stundenlang kletterten wir schnuppernd durch die verschiedenen Räume, jagten Spinnen und haben
uns gegenseitig
erschrocken - toll!!
Als wir dann müdegegruselt wieder in den oberirdischen Bereich von Birch House zurückkehrten,
blickte uns Guido ziemlich skeptisch hinterher. Gut, ich hatte da noch ein Spinngewebe am Öhrchen
hängen,
aber so was kommt halt schon mal vor - da kann man nix machen...
Aber Guido schien sich vielmehr über die kleinen nassen Pfotenabdrücke, die wir grosszügig über das
Parkett verteilten, zu wundern.
Irritiert sah er uns hinterher und hatte dabei ein großes Fragezeichen
über dem Kopf...
"Weshalb haben die denn so nasse Socken?" murmelte er noch leise vor sich hin, um kurz darauf
selber im Keller zu verschwinden.
Erst mal hörte man nichts mehr von ihm, aber dann plötzlich um so
mehr: Zuerst drang ein Schwall übelster Schimpfworte und wilder
Piratenflüche aus dem Keller nach
oben, gefolgt von einem fast weinerlichen: "Ooooch nööööö!!!!!"
Irgendwie schien Guido von seinen Entdeckungen nicht wirklich begeistert zu sein...
Sekunden später war er auch schon wieder oben, um erst mal selber einige nasse Fussabdrücke zu
produzieren und um telefonisch den
nächstgelegenen Klempner energisch von der unmittelbaren
Arbeitsaufnahme in unserem Keller zu überzeugen.
20 Minuten später klingelte es auch schon an der
Haustür und ein Klempner, dessen Achselgeruch auf grosse Tatkraft hoffen liess,
verschwand mit
Guido im Keller. Lady Cindy brachte sich, offensichtlich von der strengen Duftnote des Besuchers
beschleunigt, lieber
in Karims Balkonkiste in Sicherheit...
Währenddessen drangen aus dem Keller immer wieder Gesprächsfetzen wie:
"Dä - ene Rohrbruch! Dat müsse mer alles opkloppe!" nach oben. Nachdem sich herausgestellt hatte,
dass die Schadstelle offensichtlich genau in
unserem Badezimmer liegt, verschwand der Meister mit
den Worten: "Ich hol ens de Hilti..." kurz durch die Haustür - Auha!!
Kaum weg, war er auch schon wieder da, um sich mit schwerem Gerät bewaffnet an unserem
Badezimmer vergehen zu können.
"Is ja schad üm de schöne Fliese - ävver wat will mer maache..." meinte er noch, bevor er unter
ohrenbetäubendem Lärm seine
eigene Dunstglocke mit Schutt und dichtem Staub erfüllte. Todesverachtend hechtete unser Guido noch schnell in die Baustelle um wenig später triumphierend
mit einem Katzenklo in den Händen aus dem Nebel wieder aufzutauchen. Puh - das war knapp, denn
auf dem Balkon
wartete schon Lady Cindy mit X-Beinen und innerem Hochwasser verzweifelt auf eine
Möglichkeit zur Erleichterung...
Nachdem Cindy erst mal einen beachtlichen Krater in den Kies gedröselt hatte, entspannten sich ihre
verkrampften Gesichtszüge zusehends wieder.
Als jedoch der staubumwehte Klempner plötzlich mit
feierlicher Miene im Wohnzimmer auftauchte und meinte: "Fäädisch - es widder dicht!!" verschwand
Lady
Cindy schnellstens wieder in der sicheren Kiste.
Zurück im völlig verdreckten Badezimmer sagte der Abdichtungskünstler aufmunternd zu
unserem
Guido: "Jeht doch noch!" Guido brummte aber nur:
"Na ja - wenn man bedenkt, wie Köln im zweiten Weltkrieg ausgesehen hat..."
Dumm jetzt, dass der ganze Ärger damit noch nicht ausgestanden war, denn in den nächsten Tagen
verbrachte die arme Cindy doch noch so
manche Stunde in Karims Balkonkiste. Ein fleissiger
Fliesenleger machte sich stundenlang in unserem Bad breit und wieder wurden unsere sanitären
Einrichtungen, unter Missachtung unserer Intimsphäre, auf den Balkon ausgelagert - wie peinlich...
Dazu kam noch, dass Karim mittlerweile bei Marion eine Räumungsklage für seine Balkonkiste
eingereicht hatte, denn
immer wieder war seine Kiste von Lady Cindy besetzt.
Um seinen Ärger Luft zu machen, hat er dann ganz einfach mal
in Cindys Klöchen reingepullert - wo
es ja schon mal auf dem Balkon stand...
Doch alles Elend hat ja irgendwann ein Ende und nach Tagen des Staubsaugens, Feudelns und
Wischens war endlich wieder alles in Ordnung.
Wir Damen konnten wieder in unser Badezimmer und Karim zurück in seine geliebte Balkonkiste.
Also, jetzt mal so im Nachhinein hat der Rundgang im Keller unsere Erwartungen doch noch bei Weitem
übertroffen.
Obwohl, soviel Spannung und Aufregung
wär dann auch wieder nicht nötig gewesen...
Klick mich an !
Dann bleibt lieber mal ruhig und gelassen:
Eure Lady Mandy

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