01.12.2003
Ho Ho Ho - ich bin's, die Lady Mandy!
Jetzt ist es doch tatsächlich schon wieder Dezember und nicht nur Weihnachten, sondern auch ein
kleiner Kater steht vor
unserer Tür!
Da haben wir doch großzügigerweise unsere Balkonbank für den Fremdenverkehr
freigegeben - nicht
ahnend, was das wieder nach sich ziehen würde:
Der kleine Pennerpups hat sich auf unserem Balkon ganz schön prima eingelebt und weil unser Guido
ihn nicht
auf der zugigen Bank liegen sehen konnte, hat er einen großen Pappkarton mit Styropor
ausgekleidet und mit
einem Einstiegsloch versehen. So vorbereitet, stellte er den Karton unter den
Balkontisch, nicht ohne vorher noch eine
dicke, weiche Kuscheldecke hineinzulegen.
Das Männelein war natürlich begeistert, sprang von der Bank und zog sofort,
laut schnurrend, in die
Kiste ein. Es handelte sich sozusagen, um ein Bankeinzugsverfahren...
Der kleine Mann wohnte sogar einige Tage lang permanent in seiner Balkonkiste und pünktlich zu den
Essenszeiten, saß er vor der Tür
um seine Bestellung aufzugeben. Wenige Minuten später wurde dann
auch schon von Guido serviert und zum Nachtisch von Marion gekrault!
Ein solcher Service spricht sich natürlich schnell rum und es dauerte nicht lange, bis auch eine uns
unbekannte Katzendame
von getigerter Gestalt nach der Speisekarte verlangte und wir den Erwerb
einer ausgedienten McDrive-Bestellsäule
ernsthaft in Erwägung zogen!
( 2x Shah mit Rindfleisch + Whiskas-Crunch und ein großes Wasser zum Hieressen...)
Man trifft sich also neuerdings gerne mal auf einen Imbiss oder ein gemütliches Kistenschläfchen auf
unserem Balkon...
Allerdings wollten wir schon wissen, weshalb das kleine Männelein auf unserem Balkon übernachten
muss und stellten fest, dass seine
Besitzer in Urlaub waren und der mit der Verpflegung der Katzen
beauftrage Bekannte seinen Job wohl nicht besonders ernst genommen hat.
Da hat das Männchen ganz einfach seine Sachen gepackt und ist in unsere Einfamilienkiste
eingezogen.
Letztendlich ein wohlüberlegter Schritt, denn schon bald soll ja bekanntlich die
Eigenheimzulage wegfallen...
Glücklicherweise sind seine Besitzer wieder zurück und er kann jetzt wieder drinnen schlafen, das
hindert ihn aber nicht daran gelegentlich
vorbeizukommen um in seiner Kiste zu schlafen oder um zu
kosten, was es denn bei uns zu essen gibt.
Dafür erwarten wir allerdings schon seine Mithilfe beim Einweisen des Nikolauses!
Zu dritt hätte man da ja doch ganz andere Möglichkeiten: Aus unseren Fehlern vom letzten Jahr klug
geworden,
wissen wir ja nun, dass es erforderlich ist beide Seiten des Hauses zu überwachen um den
anfliegenden Nikolaus nicht zu verpassen.
Es könnte sich also immer einer von uns dreien kurz in der Kiste aufwärmen, während die anderen
beiden den Nachthimmel beobachten.
Da kann dann eigentlich nichts mehr schiefgehen.
Selbstverständlich sollte unser Guido bis zum 6.12. die erforderliche Landebahnbefeuerung
in die
Balkonkästen gefummelt haben, damit bei der Landung des Nikolauses auf unserer Wiese
alles glatt geht.
Apropos glatt, eventuell sollte Guido auch mal das glitschige Laub von der Wiese rechen, denn die
Rentiere am Nikolausschlitten haben bestimmt keinen Umkehrschub!
Überhaupt würde es sich bestimmt gut machen, wenn der Nikolaus erfährt, was für ein soziales
Engagement Lady Cindy und ich an den Tag
gelegt haben und wir könnten bestimmt alle drei richtig
gut was abstauben.
Auch haben wir mitbekommen, dass sich viele Menschen zu Weihnachten einen kleinen Stall mit einer
Kuh und einem Esel aus Holz
unter den Weihnachtsbaum stellen. Das mag ja sehr schön sein,
aber da haben wir eine viel bessere Idee:
Wenn an Heiligabend der
"Dicke Pitter" aus der Ferne feierlich und kilometerweit über das Kölner
Umland schallt,
dann stellen wir uns nämlich viel lieber den Karton mit unserem kleinen Katerchen unter den Weihnachtsbaum!
Denn dann ist für uns alle Weihnachten...
.
Klick mich an !
In diesem Sinne,
Frohe Weihnachten!: Eure Lady Mandy

01.01.2004
Happy new year - hier ist die Lady Cindy!
Also, das ist schon irgendwie sehr seltsam: Da freut man sich monatelang auf Weihnachten
und dann zupp - ist alles schon wieder vorbei - wirklich unglaublich!
Aber mal lieber schön der Reihe nach:
Wir haben uns ja nun wirklich lange und gründlich auf unsere Begegnung mit dem Nikolaus vorbereitet.
Wir, also Lady Mandy, ich und der kleine Kistenkater, der ja eigentlich Karim heißt.
Abende vorher haben wir immer wieder den Wachwechsel geübt damit nur einer von uns in der
Kuschelkiste Pause macht
und die beiden anderen aufmerksam den Nachthimmel beobachten können.
Dann war es endlich soweit, die Nacht der Nächte war gekommen: Lady Mandy beobachtete den
Himmel vorm Haus und ich
hatte vom Balkontisch aus die Sterne über unserem Garten im Auge,
während Karim in seiner Kiste ein Schläfchen hielt.
Einige ereignislose Stunden später wurde ich von Karim auf dem Tisch abgelöst und kletterte in die
warme Kuschelkiste,
um mich ein wenig auszuruhen. Karim ist ein prima Jäger und seinen Augen
würde bestimmt nichts entgehen - erst recht kein ganzer Nikolaus.
Beruhigt rollte ich mich zusammen und meine müden Äugelchen fielen schnell zu...
Doch irgendwann hörte ich ein leises, liebliches Bimmeln, wie von vielen kleinen Glöckchen.
Sofort sprangen wir an die Blumenkästen und wedelten mit den beflimmerten Tannenzweigen.
Und tatsächlich: In einer sehr eleganten Kurve schwenkte ein großer, roter Schlitten mit 4 Rentieren
und dem Nikolaus
hinter der Birke zum Endanflug ein. Da es ziemlich windig war, musste der Nikolaus
ganz schön heftig korrigieren, doch
gekonnt umflog er den Holunder und setzte weich auf der Wiese
auf. Die Rentiere stemmten sich sofort kräftig in den Boden,
um das Gespann rechtzeitig vor der
Terrasse abzubremsen.
Kurz vor dem dem Blumenbeet kam der Schlitten fast zum Stehen und eines
der Rentiere sagte vorlaut:
"Bitte bleiben sie angeschnallt, bis wir unsere entgültige Parkposition erreicht haben - Danke."
Langsam drehten die Rentiere den Schlitten und zogen ihn etwas vom Blumenbeet weg.
Das kleine Leuchtschild "Fasten seatbelts" erlosch und der Nikolaus stieg langsam aus dem Schlitten.
Schnell rannten wir alle runter auf die Wiese um dem Nikolaus zu erzählen, wie unglaublich brav wir
alle gewesen sind.
Ich war als Erste dran und sah dem Nikolaus ehrfürchtig in die freundlichen Augen, die aus seinem
bärtigen Gesicht funkelten.
Mein Fellchen glänzte wie eine Speckschwarte und mein Schwänzchen
wibbelte ganz aufgeregt hin und her!
Doch plötzlich wurde ich fürchterlich feucht angeniesst! Ich zuckte zusammen und sah -
in Mandys Augen!!!
Jetzt verstand ich überhaupt nichts mehr... hektisch sah ich mich um und musste feststellen, dass ich
noch immer in der Kiste lag.
Allerdings zusammen mit einer herzhaft gähnenden Lady Mandy. Ich hatte
das doch wohl nicht alles nur geträumt??
Wo war der Nikolaus? Wo war Karim? Warum lag Lady Mandy bei mir in der Kiste und warum war sie
nicht auf ihrem Posten?
"Es war sooo kalt und ich war sooo müde." gähnte Mandy mich an.
Himmel - Hinterteil und Donnerkeil! Sollte jetzt alles umsonst gewesen sein?
Schnell kletterten wir aus der Kiste auf den Gartentisch wo wir dann einen tief schlafenden Karim
fanden.
Es war nicht zu fassen! Genauso fassungslos schauten wir hinunter auf unsere Wiese.
Vom Nikolaus war weit und breit so gar nichts zu sehen, nur die Wiese hatte zwei lange, seltsam
parallele Spuren...
Müde und tief enttäuscht zupften wir an der Fußmatte, damit Guido uns endlich die Balkontür
aufmachte.
Lustlos und mit hängenden Köpfchen trabten wir an Guido vorbei in die Küche, um
wenigstens satt ins Körbchen zu gehen.
Doch dann standen da tatsächlich drei Näpfchen - prall gefüllt mit den allertollsten Leckerchen!
"Schöne Grüße vom Nikolaus, soll ich euch ausrichten!" lachte Guido...
Also doch!
Bei diesem Anblick konnte ich Lady Mandy jetzt auch nicht mehr so wirklich böse sein. Aber nächstes
Mal, da passen wir bestimmt besser auf...
So verbrachten wir eine wunderschöne Adventszeit, es wurden Spekulatius geknabbert und Bäuche
gekrault, Christbaumkugeln gestupst
und fleißig Kalorien aller Geschmacksrichtungen gesammelt.
Doch einige Tage später, so ganz kurz vor Weihnachen, begann doch plötzlich mein braunes Näschen
zu jucken. Irgendetwas lag in der Luft,
aber was konnte es nur sein? Ich schnupperte suchend im
ganzen Haus herum. Da war seit gestern dieser tolle Weihnachtsbaum, der wirklich
prima roch, aber
der konnte es irgendwie nicht sein. Ich schnuffelte weiter in der Gegend herum und am
Wohnzimmerfenster sah ich es auf einmal:
Schnee!!! Es hatte doch tatsächlich zu schneien begonnen!
Nicht wirklich viel, aber immerhin... Was für ein schönes Weihnachten!
Leider war der Schnee am nächsten Morgen schon wieder geschmolzen, aber der Winter fängt ja
eigentlich gerade erst mal an.
Doch erst mal wünschen wir Euch allen ein wunderschönes und glückliches neues Jahr
und ein kleines Geheimnis verrate ich Euch auch noch:
Mein Näschen juckt schon wieder so...
Klick mich an !
Also dann: Frohes Neues und immer schön
die Näschen in den Wind halten: Eure Lady Cindy

01.02.2004
Cheers - hier ist die Lady Mandy
Uijuijui - das ist aber doch ganz schön kalt geworden.
Da friert einem ja
mitunter noch die Zunge an der Vogeltränke fest!
Überhaupt halten wir es momentan nicht wirklich lange im Garten aus.
Natürlich sind wir schon sofort zur Stelle, wenn plötzlich auftauchende Schneeflocken ganz dringend
gefangen werden müssen.
Obwohl wir immer wieder völlig erstaunt feststellen müssen, dass die
Schneeflocke
an und für sich, von nur sehr begrenzter Haltbarkeit ist...
Man könnte jetzt mutmaßen, dass Schneeflocken fangen nicht wirklich Sinn macht, aber für solche
Überlegungen haben wir im Eifer des Gefechts dann leider keine Zeit.
Ansonsten söggeln wir nur schnell mal unser Revier ab und schnuppern an den Büschen,
um festzustellen, welche Kater denn wieder mal in unseren Ländereien auf Besuch waren.
Allerdings holt man sich im Garten momentan doch ziemlich schnell die ein oder andere verdammt
kalte Pfote und deshalb klettern wir meistens schon nach kurzer Zeit wieder unsere Startrampe hoch
und muppeln uns dann doch lieber an die warme Heizung.
Wenn wir dann so von der kuscheligen Fensterbank auf den Balkon gucken, machen wir uns leider
immer öfter ziemlich große Sorgen:
Denn wir vermissen unseren Freund und Kistenkater Karim!
Es gab bis vor kurzem keinen Abend an dem er nicht vor der Balkontür gesessen hätte, um sein Essen
zu bestellen oder um kurz mal reinzukommen und sich von Guido kraulen zu lassen.
Doch neuerdings bleibt seine Balkonkiste leer und Karim ist spurlos verschwunden.
Wir haben schon den ganzen Garten nach ihm abgesucht und hinter alle Büsche gespinkst, doch
nirgendwo können wir ihn finden oder riechen. Kurz nach Weihnachten hatte Guido ihn noch abends
nach Hause gebracht
damit er bei der Kälte nicht in der Balkonkiste übernachten muss.
Das war ja auch kein Problem, denn Karim wohnt ja direkt
ein Haus neben uns. Sein Frauchen wollte
ihn in der kalten Jahreszeit weniger rauslassen weil er sich immer
bis tief in die Nacht in unserem
Garten oder in seiner Kiste rumtrieb. Doch jetzt kommt er seltsamerweise gar nicht mehr?
Auch das Frauchen von Kater Iska hat Karim schon lange nicht mehr gesehen und so langsam kommt
in uns
allen ein ganz ungutes Gefühl hoch... Was kann nur mit Karim geschehen sein?
Hat er einfach noch immer Hausarrest?
Hat er sich ein neues Zuhause gesucht?
Hat er einen Unfall gehabt, oder hat man ihn wohlmöglich einfach abgeschafft???
Irgendwie gefällt uns das überhaupt nicht und wir haben beschlossen, der Sache auf den Grund zu
gehen!
Wir wären nicht die Mäusepüpse wenn wir nicht herausfinden könnten was mit Karim
geschehen ist.
Der kleine Freibeuter und all die anderen Katzen aus unserer Gegend sind ja auch noch da und
es geht allen gut.
Weshalb ist gerade der kleine Karim, der ein wieselflinker Läufer und geübter Jäger
war, auf einmal wie vom Erdboden verschluckt?
Aber jetzt wo es etwas wärmer wird können wir - unter Einsatz all unserer Spürsinne - intensiv im
Garten ermitteln.
Also, drückt alle die Krallen für Karim und ich verspreche Euch,
wir werden die Wahrheit ans Licht bringen!
Klick mich an !
Es grüßt der Detektiv - der niemals schlief:
Eure Lady Mandy

01.03.2004
Hallöchen - hier ist die Lady Cindy!
Jaja, Alaaf, Klatschmarsch, und jetzt aber alle weg hier!
Geschafft - Karneval ist vorbei, der Dom blieb stehen, die Kölner Jecken geben endlich Ruhe
und wickeln ihre Luftschlangen wieder auf.
Obwohl - das war ja schon ein prima Wetterchen - der liebe Gott muss ganz bestimmt ein Kölner sein...
Für so was wie Karneval hatten wir natürlich gar keine Zeit, schließlich waren wir mit den schwierigen
Ermittlungen
im Fall Karim rund um die Uhr beschäftigt.
Jeden Tag waren wir, mal mit - mal ohne Guido im Garten unterwegs um Duftspuren sicherzustellen
und Indizien zu
sammeln. Dabei ließ es sich leider nicht vermeiden, dass wir auch schon mal am einen
oder anderen wenig delikat
riechenden Köttel schnuppern mussten um Gewissheit zu bekommen, wer
ihn dort abgelegt hatte.
Doch wir waren fest entschlossen, das Rätsel um den verschwundenen
Kistenkater Karim zu lösen.
Gut getarnt unter Tannenzweigen beobachten wir stundenlang die nachbarliche Terrasse und den
dazugehörigen Garten.
Wir spinksten in Fenster und Kellerschächte, wir umrundeten jeden Grashalm
einzeln und krochen unter jeden Busch.
Als wir also vor einigen Tagen wieder auf der linken Seite
unseres Gartens mit den Ermittlungen beschäftigt waren,
hatten wir plötzlich das seltsame Gefühl
irgendwie beobachtet zu werden. Wir spähten nach rechts, wir spechteten nach hinten und
wir schielten
nach links. Da bewegte sich doch was hinter einem Fenster an Karims Wohnung!
Schnell waren wir unter dem Zaun durchgeschlüpft, um uns die Erscheinung aus der Nähe betrachten
zu können.
Tatsächlich - am Fenster saß Karim und tuppte wie wild gegen die Scheibe!
Er hatte doch tatsächlich noch immer Hausarrest!
Lady Mandy wollte es nun wirklich genau wissen und hüpfte noch auf das äußere Fensterbrett um sich
einen
Eindruck von Karims Verfassung zu machen. Glücklicherweise, sah Karim gesund und
wohlbehalten aus.
Wir konnten also davon ausgehen, dass die Genfer Konventionen hier eingehalten wurden.
Somit ließen wir die schweren Steine, die uns vom Herzchen gefallen sind, unter Karims Fenster liegen
und schlurchten unterm
Zaun durch in unseren Garten zurück. Auf diesen Fahndungserfolg mussten
wir jetzt erst mal einen trinken!
Schnell flitzten wir zur Vogeltränke und prosteten uns stolz bei einem
gepflegten Schluck "2003er Schneeschmelzer - Spätlese" zu.
Endlich hatten wir Gewissheit, dass Karim lebt und das es ihm gut geht.
Da war es uns sogar völlig egal, das in Köln der Karneval tobte. Neu war uns allerdings, dass am
Rosenmontag
auch die Fußmatte auf unserem Balkon zu toben anfing!
Fassungslos über das ungewöhnliche Verhalten unseres bisher doch eher zurückhaltenden Fußabtreters
rannten wir zur Balkontür und sahen einen getigerten Kater, der sich an unserer Matte ausgiebig und
äußerst energisch die Krallen wetzte: Karim!!!
Sofort machte Guido die Tür auf und Karim wurde erst mal gründlich durchgekrault und begrüßt.
In diesem ausufernden Umfang wär das zwar dann auch wieder nicht wirklich nötig gewesen,
aber da haben Lady Mandy und ich mal jeder ein Auge zugedrückt.
Karim war völlig außer sich vor Freude: Er hüpfte in seine Kuschelkiste und wieder raus, sprang auf
unsere Balkonbank
und wieder runter, nur um kurze Zeit später wie ein Irrwisch durch den
Garten zu fegen...
Somit waren alle happy und eine alte Kölner Redewendung hatte sich wieder mal bewahrheitet:
Et hätt noch immer jotjejange...
Klick mich an !
Ja, dann mal auch für Euch alles Gute:
Eure Lady Cindy

01.04.2004
Mahlzeit - ich bin's die Lady Mandy!
Manchmal fragt man sich ja wirklich, was man von den technischen Errungenschaften der
Menschheit so halten soll. Was haben die Menschen nicht alles erfunden:
Turmuhren, Taucheruhren, Taschenuhren, Eieruhren und sogar Atomuhren - und was passiert?
Sie verhauen sich doch glatt um eine ganze Stunde - und das auch noch am heiligen Sonntag!
Wir Katzen haben ja nur eine "innere Uhr" - aber die geht dann wenigstens genau - auch ohne
Atome, Quartze und Gedöns!
Es ist ein ungeschriebenes Mäusepups-Gesetz, dass Sonntags länger Nuffi-nuffi gemacht wird,
als in der restlichen Woche. In vorbildlicher Weise haben Lady Cindy und ich uns immer brav daran
gehalten und leise rüsselnd die Kissen warm gehalten.
Doch was macht Guido letzten Sonntag? Um kurz vor 08:00 Uhr sitzt er aufrecht im Bett und behauptet
doch tatsächlich
es wäre Zeit zum Aufstehen! Lady Cindy und ich haben uns mal kurz angeblinzelt und
waren uns sofort einig, dass es
jetzt wohl doch mit ihm zu Ende geht...
Der offensichtlich schlagartige Verlust jeglichen Zeitgefühles bei unserem doch zunehmend
ergrauenden Büchsenöffner,
ließ für die Zukunft nichts Gutes erahnen.
Davon allerdings unwesentlich beeindruckt, zog Guido energisch die Rolläden hoch und gleissendes
Tageslicht
durchflutete den eben noch so kuschelig dunklen Raum. Völlig überrumpelt rappelten wir
uns mühsam hoch, um
unserem übermotivierten Nachtwächter schlurfender Pfote in die Küche zu
folgen. Dort angekommen, sahen wir
gerade noch, wie er ganz heimlich die Zeiger der Küchenuhr
um eine komplette Stunde vordrehte!
Also - jetzt schlägt's doch dreizehn - ne neun - und das alles um acht Uhr am Sonntagmorgen - das
ist doch ganz dummdreist gemogelt!!
Wenigstens war er noch in der Lage, die Büchse mit unserem Futter zu öffnen, und so kimmelten wir
uns halbschlafend
das Frühstück in die Pelzbäuche.
Während ich noch so kaute, fiel mir ein, dass ja der frühe Vogel bekanntermassen den Wurm fängt -
so gesehen wäre es also
durchaus denkbar, dass die frühe Katze genau diesen Vogel fängt!
Von dieser überaus reizvollen Vorstellung motiviert, beschloss ich mir einen aktuellen Eindruck von
der Lage im Garten zu verschaffen.
Also schnell die Startrampe runtergeflitzt und erst mal Witterung aufgenommen.
Kaum geschnuppert, kristallisierte sich aus dem frisch inhalierten Morgenlüftchen ein eindeutig
verkatertes Aroma heraus.
Sofort stellte ich meine Rücken und Schwanzbürste auf und machte mich
vorsichtig auf die Suche nach dem unbekannten Duftspender.
Geschickt nutzte ich die Deckung des
Lavendelstrauches aus und schlich mich in den Schatten des Eibenbusches...
Und tatsächlich: Alarm - Terror - Ein Schläfer!!
Unter der Eibe lag eingerollt ein ziemlich grosser - ziemlich fussig getigerter Kater und schlief.
Wohlmöglich handelte es sich auch noch um ein gefährliches Mitglied der allseits gefürchteten
Al-Katzida Bande.
Das würde auch erklären, dass ich oben erwähnten Vogel nebst Wurm nirgends finden konnte...
Aufgrund der durchaus brenzligen, wie jagdtechnisch aussichtslosen Situation entschloss ich mich dann
doch lieber zum unauffälligen Rückzug!
Wer weiß, um was für einen schlafenden Krawallkater es sich
dort im Gebüsch handelte...
Leise und vorsichtig kletterte ich wieder die Startrampe hoch und brachte mich klammheimlich in
Sicherheit.
Was für ein versaubeutelter Sonntagmorgen - und alles nur wegen der blöden einen
Stunde...
Also-ne, Sommerzeit? Nicht mit mir!!
Ich geh lieber wieder ins Bett und leg mich noch ne Stunde hin - sicherheitshalber!
Herrschaftszeiten...
Klick mich an !
Ich wünsch Euch schon mal eine schöne Osterzeit:
Eure Lady Mandy

01.05.2004
Huhu - hier ist die Lady Cindy!
Ja - also im Prinzip ist es mir fast schon peinlich darüber zu sprechen, aber es haben sich Dinge
ereignet
die an Respektlosigkeit, mangelndem Benehmen und Anstand nur schwerlich zu
überbieten sind:
Wie bereits von Lady Mandy mitgeteilt, sucht unsere Ländereien neuerdings dieser fussig-getigerte
Kater heim.
Da Birch House Gardens zur Zeit gerne von vielen Katzen aus der näheren Umgebung
besucht wird, würde dieser Kerl
eigentlich gar nicht weiter auffallen, wenn er es nicht fertig gebracht
hätte, sich durch ein absolut unglaubliches Benehmen
zu profilieren...
Kaum umschmeichelt die warme Frühlingssonne das frische, grüne Blätterwerk unseres Anwesens und
lässt eine mannigfaltige
Blütenpracht ersprießen, begeben Lady Mandy und ich uns gerne in eine
windstille und sonnendurchflutete Ecke unseres Gartens,
um den zahlreichen Katzen und Katern die
auf Besichtigung vorbeikommen, kurz die Hausordnung zu erklären und ihnen einen angenehmen
Aufenthalt auf unserer Wiese zu wünschen. Diese doch wirklich großzügige Haltung unsererseits wird
auch in den allermeisten Fällen
dankbar angenommen und die pelzigen Besucher beschnuffeln erst alle
Büsche und Blumen, um sich dann in ein gemütliches Eckchen zurück zu ziehen.
Ganz anders jedoch der fussige Kater: Nicht nur, dass er offensichtlich davon ausgeht, sein Gegurre
währe ein gefragter Ohrenschmeichler - nein -
er sucht auch in sehr plumper und nachdrücklicher Art
den körperlichen Kontakt und unterbreitet uns pausenlos schweinische Offerten,
deren genauen
Wortlaut hier wiederzugeben ich mich strikt weigere!!
Am Samstag war es wieder soweit. Wir lagen friedlich unter der Gartenbank am Holunderbaum als der
obszöne Romeo der Poebene mit einem
Hechtsprung über den Zaun in unser Gründstück eindrang.
Kaum gelandet, steuerte er hoch hormonisiert auf mich zu und begann sofort
in rüpelhafter Wortwahl
die Kraft seiner Lenden zu lobpreisen.
Lady Mandy und mir blieb schlichtweg die Spucke weg - how embarassing...
So ein Ferkel!!!
Ich beschloss dem Schauspiel - Kraft meiner soliden Erscheinung - ein verbindliches Ende zu setzen
und pumpte mich auf die Größe
eines Cockerspaniels auf. Wild fauchend und keifend stemmte ich mich
dem kopulationswütigen Kobold entgegen. Sichtlich über die Tatsache irritiert,
dass wir sein
unmoralisches Angebot ausschlugen, blieb der fussige Kater wie angewurzelt stehen und gurrte aber
weiter erwartungsvoll auf uns ein.
Ich machte einen großen Satz nach vorne und fauchte nochmals
unmissverständlich und angsteinflößend - doch dann
geschah das absolut Unbeschreibliche:
Der heißgelaufene Gigolo vom Katzenklo drehte sich langsam um und ließ selbstverliebt sein Gemächt
in der
Nachmittagssonne erstrahlen. Doch kurz bevor ich ihm mit der Pfote eins aufs gut ausgeleuchtete
Glockenspiel geben konnte, traf mich ein
warmer, feuchter Strahl!
Oh my dear - dieser erbärmliche Crétin... - hatte mich doch tatsächlich angepinkelt!!
Das Aroma dieser feuchten Zuwendung ließ mich halb betäubt zu Boden sinken.
Wohl nicht zuletzt um dem fürchterlichen Gestank zu entfliehen, stürzte sich Lady Mandy sofort
schwungvoll und beherzt auf die rot getigerte Stinkdrüse
und zeigte ihm im Schweinsgalopp den
kürzesten Weg zum Komposthaufen, während ich noch angewidert an mir rumschnupperte.
Völlig erschüttert kletterte ich die Startrampe hoch, um auch Guido meine aktuelle, äußerst
unvorteilhafte Duftnote vorzustellen.
Nach einer kurzen Riechprobe, die auch Guido nicht wirklich
überzeugen konnte, wurde beschlossen dem Problem mit
Shampoo und lauwarmen Wasser zu Leibe zu
rücken. Endlich vom vermeintlichen Aphrodisiaka des roten Pinklers befreit ging es mir schon wieder
viel besser und auch Lady Mandy traute sich wieder in meine Nähe. In Anbetracht dieser völlig neuen
Situation, haben wir natürlich die
Hausordnung sofort grundlegend überarbeitet. Denn ab sofort gilt:
Wer sich in unserem Garten nicht benehmen kann, dem machen wir
an seinen Schniepelmann ganz unverbindlich einen Siffon dran...
Klick mich an !
Ich wünsche weiterhin gute Verrichtung:
Eure Lady Cindy

01.06.2004
Haallooo - hier ist die Lady Mandy!
Es ist soweit: Lady Cindy und meine Lieblichkeit werden doch tatsächlich schon neun Jahre alt!
Damit sind wir in Menschenjahren jetzt so um die 55 Jahre.
Das ist natürlich so ein Alter, in dem eine Dame anfängt sich Gedanken zu machen...
Uns Frauen teilt man ja altersmäßig gerne in drei Kategorien auf:
Jung - Reif - und "Du siehst fantastisch aus!"
Wir hingegen fühlen uns topfit und knackig wie die frisch geernteten Radieschen!
Aus diesem schlichten Grunde halten wir es dann auch eher mit dem englischen Sprichwort:
"Age is something that doesn't matter - unless you are a cheese."
Aber nicht nur wir haben Geburtstag, auch Marions Mutti wird in diesen Tagen flotte 80.
Da gratulieren wir natürlich
ganz allerliebst und freuen uns über soviel Grund zum Feiern.
Da das Wetter in unseren Breitengraden ja doch eher von der unzuverlässigen Sorte ist, haben Lady
Cindy und ich
die Errichtung eines luxuriösen Festzeltes, mit einem angemessenem Ambiente, in
Birch House Gardens geplant.
Für die finanzielle und handwerkliche Seite dieses Unternehmens sollte natürlich, wie sonst auch,
unser Guido zuständig sein.
Schließlich können wir uns ja bei dem ganzen Stress der Vorbereitungen nicht auch noch um
so was kümmern.
Das Erstellen der Gästeliste und die Auswahl der erlesenen Menues erfordert unsere
ganze Aufmerksamkeit.
Wir möchten um gepflegtes Erscheinen im eleganten Sommerfell bitten, wobei die Herren Kater nicht
zwangsweise
schwarz oder weiß tragen müssen. Ein getigerter Zweireiher ist auch durchaus
angemessen.
Sir Timmy hat sich großzügigerweise bereiterklärt, einen amüsanten Toast zum Besten
zu geben - auf den wir schon
wirklich sehr gespannt sind. Sobald seine Ansprache beendet ist, werden
wir unseren Gäste mit einem Katzenmilch-Cocktail
zuprosten und wenig später feierlich das Menue
servieren lassen.
Wir dachten da prinzipiell an:

*

Pouchierte Seelachsfilets in Gimpet Joghurt-Creme an flambierten Felix Sticks
Dazu einen trockenen 2003er Château Ausone de Regentonnè
*


Crustade vom gartenüblichen Spatz in Vitakraft-Vinaigrette
an rotem Tunfisch, benetzt mit einer Träne vom Maltpastentöl
Dazu einen herb - fruchtigen 1970er Château Margaux Jéroboam de Giesskannè
*

Ein Fächer aus Sylter Royale Austern mit Kaviarsud an Gimpet Topinis mit Forelle
Dazu einen 1990er Pommery Cuvée "Pet de souris"
*
Später auch: Kühles Kölsch vom Fass, für den eher rustikalen Kater

Anschließend, fröhlich-beschwipstes Beisammensein mit Tanzgelegenheit.
Zur Unterhaltung unserer geliebten Gäste, spielt unter der Birke die "Birch House - Big Band" knackige
Rhythmen aus
den Top-Ten der letzten neun Jahre - Uoppaaa!!!
Wir hoffen, dass die anwesenden Kater den Katzen-Damen reichlich Gelegenheit geben, das haarige
Tanzbein zu schwingen.
Auch möchten wir darum bitten, die sanitären Einrichtungen in Form mehrerer
Katzenklos unter der linken Tannenreihe zu benutzen und
unkontrolliertes Markieren zu unterlassen.
Weiterhin möchten wir die geladenen Katzen vor dem scharfen, fussigen Kater warnen!
Bitte tragen sie in eigenem Interesse ihr Schwänzchen nicht in aufreizend, einladenden Höhen um
den Lüstling nicht unnötig zu provozieren.
Wenn sich unser Guido nun endlich mal ein bisschen mit dem Zeltaufbau beeilt, wird es bestimmt ein
rauschendes Fest in einer warmen
Frühlingsnacht zu der wir Euch alle herzlich einladen!
Apropos englische Sprichworte:
Als Lady Cindy gestern vorm Spiegel im Schlafzimmer saß, meinte Guido doch tatsächlich zu ihr:
"Middle age is when your age starts to show around your middle."
Also wirklich...
Sehr charmant Guido - jetzt aber ab in den Garten, Zelt aufbauen!
Klick mich an !
Damit Ihr alle pünktlich hier seid,
solltet Ihr jetzt ins Horn brechen und aufstoßen - oder so...
Eure
Lady Mandy & Lady Cindy
Birch House, Mousefart Road


Was vorher geschah! Was vorher geschah...
/
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