01.01.2011
Prost Neujahr - hier ist wieder der Karim!
Als Erstes ist es mir ein Bedürfnis, euch allen ein glückliches, neues Jahr zu wünschen.
Mögen die, die kränkeln genesen und die Gesunden unter euch es noch ganz, ganz lange bleiben!
An dieser Stelle darf ich auch feierlich den Gewinner des Mäusepups - Adventskalenderpuzzles bekannt
geben:
Das Katzenbuch "Miau sagt mehr als tausend Worte" ging an: ... "Ertix & Babsy + Biene"!
Ganz herzlichen Glückwunsch von uns allen!

Nun, wie bereits angekündigt, meine 4. Neujahrsansprache zur Lage der Katzion:
Ahem - Also... Liebe Katzen, geschätzte Kater, wie soll man nur wieder beginnen?
Ich frag erst mal so: Fühlt ihr euch auch auf einmal so leicht und schlank?
So effektiv und optimiert - Nein? Dann ist da wohl doch ein Pfündchen vom Weihnachtsbraten oder
sonstigen Naschereien an der Hüfte hängengeblieben? Wie unvorteilhaft!
Dann seid ihr halt einfach nicht
fit - nicht fit für die Börse! So wird das natürlich nie was mit euch!
Denn die Börse ist das aller-allerwichtigste überhaupt! Ohne Börse geht
nix! Da müsst ihr aber noch
ganz schön was lernen, zum Beispiel von der Deutschen Bahn - die ja immer kommt. Also gut, wenn es
nicht gerade warm oder kalt ist. Wenn es
allerdings schneit, dann kommt sie natürlich eh nicht. Aber
wenn das Wetter schön ist und kein Ästchen auf den Gleisen liegt, dann ist die Bahn richtig schnell - so
schnell
sogar, dass ihr die Sicherungen raus, oder gar die Räder von den Zügen fliegen. Dann kann sie
natürlich auch nicht kommen. Macht aber alles nix, denn dafür ist die Bahn halt
fit für die Börse und
das ist doch auch was - ja, oder nicht? Um fit für die Börse zu sein, hat die Bahn nämlich jede Menge
Mitarbeiter abgebaut und billige unbeheizte Weichen ein
gekauft, denn wenn es dann, wider jedes
Erwarten, doch mal Winter wird, dann stellen die halt nachts zum Weichenauftauen einfach ein paar
preiswerte, ungelernte
Leiharbeiter ins Gleis. Gut, wenn die dann Mangels sachgerechter Ausbildung
vom nächsten Zug überfahren werden, dann ist das halt mal blöd gelaufen. Ein DB-Zug im Winter...
Da konnte doch nun wirklich niemand mit rechnen! Deshalb kommt die Bahn im Winter dann eigentlich
lieber nicht, verrät das aber ihren Passagieren lieber auch nicht, denn
wenn die ganzen Bahnhöfe voller
wartender Menschen sind, spart das immens Heizkosten und das ist wiederum verdammt gut für den
Börsengang der Bahn!
So wie die Bahn, macht es ja mittlerweile halb Deutschland: Wir sind Europameister im Löhne drücken
und auf Kante nähen. Da macht sich doch glatt in unserem sprechenden
Hosenanzug aus der Ucker-
mark schon ein gewisser Stolz breit! Deshalb gilt auch jetzt absolute Vorfahrt für die Lobbyisten der
Industrie, denn von denen können Bund und
Länder noch viel lernen, wie zum Beispiel die 'Just in Time'
Lieferung von Streusalz und Flugzeugenteisungsmittel im tiefsten Schneegestöber. Das funktioniert
zwar kein
Bisschen, spart aber ganz erheblich Lagerkosten! Da soll der Bürger sich mal nicht so
anstellen und mit dem lästigen Genöle aufhören. Überhaupt sind diese Bürger zusehends
nur noch
nervig und störend, besonders wenn man, völlig gegen den Volkeswillen, aber zugunsten der Energie-
monopolisten, den Ausstieg aus dem Atomausstieg beschließt.
Nie zuvor hat es eine Regierung
gegeben, die mit einer ähnlichen Unverfrorenheit und Dreistigkeit die Interessen von Lobbyverbänden
zu Ungunsten des deutschen Volkes
durchpaukt. Die halten das inzwischen für ganz normal!
Doch ausgerechnet im geruhsamen Schwabenländle regt sich plötzlich unerwarteter Widerstand. Denn
dort möchte die Deutsche
Bahn ein weiteres, völlig überteuertes Prestigeobjekt bauen, dass dort leider
kaum jemand haben möchte. Die Kosten laufen zwar schon vor der Fertigstellung völlig aus dem
Ruder
und der Nutzen ist allerbestens zweifelhaft, aber die Bahn findet, dass Geld bestimmt kein Problem
sei, denn das gibt es ja in unbegrenzter Menge vom Steuerzahler. Außerdem ist so ein
neuer Bahnhof
doch viel spannender, als langweilige beheizte Weichen oder etwa winterfeste, und in genügender
Anzahl vorhandene Züge. Selbstverständlich hat die Bahn bei
diesem Unfug die volle Rückendeckung
der Regierung, die offensichtlich auch glaubt, dass man niemand mehr fragen muss und dass die Bahn
ihren eigentlichen Auftrag, der Personenbeförderung in Deutschland, ruhig
vernachlässigen kann, um
sich weltweit als Global Player im Transport und Logistik Geschäft zu versuchen. Wenn ihr also mal
einen Seecontainer von Shanghai nach Rotterdam
befördern wollt, dann könnt ihr ruhig bei der DB
nachfragen! Wenn ihr aber nur mit dem Zug von Berlin nach Köln fahren wollt, dann besser nicht...
Sowas gehört offensichtlich nicht mehr zum Kerngeschäft der Deutschen Bahn?
Der aktuellen Regierung möchte ich für das Neue Jahr raten, sich doch einfach mal ein wenig Zeit zu
nehmen. Ein wenig Zeit zum Lesen im Besonderen!
Ich empfehle ganz dringlich den Artikel 20 unseres
Grundgesetztes doch mal wieder zu lesen und eventuell auch mal zu verstehen. Denn dort heißt es
unter Ziffer 2:
"Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus." und nicht
"Alle Staatsgewalt geht von Lobbyisten aus."
Hoffen wir mal, dass die
Deutschen im Neuen Jahr sich ein Beispiel an den Stuttgartern nehmen und
nicht länger gleichgültig zuzusehen, wenn man ihnen, mit Billigung der Regierung, die Interessen
einzelner Lobbyverbände aufdrücken will. Es wird langsam Zeit, denn die Börsianer und Banker, durch
deren unverantwortliches Handeln die ganze Welt in eine Krise gestürzt wurde,
feiern sich inzwischen
wieder selbst. Sie fahren Rekordgewinne wie vor dem Crash ein und konnten sich als eine der wenigen
Branchen schadlos halten - mit der Zustimmung,
Unterstützung und Billigung eben dieser unserer
"Volksvertreter".
Wenn ich, als Kölner Kater, manchmal so auf den Rhein sehe, der all die Zeit, völlig uneffektiv, an den
Metropolen der Manager und Optimierer vorbei, wie eine stille Träne ins Meer fließt,
dann denke ich,
dass er das einzig Richtige macht. Er lässt sich nicht unterkriegen und er wird immer unbeirrt seinen
Weg gehen: Seinen Weg zur See.
Daher möchte ich euch diesmal einen Satz von Christoph Columbus mit ins Neue Jahr geben:

"Und die See wird allen neue Hoffnung bringen,
so wie der Schlaf die Träume bringt - daheim."
Klick mich an !
Sincerely yours and a Happy New Year:
Euer Kistenkater Karim

01.02.2011
Huhu - hier ist der Clooney!
Ich hoffe mal, dass ihr alle gut ins Neue Jahr reingeschlüpft seit und keine bleibenden Schäden von der
Silvesterballerei zurückgeblieben sind.
Ganz im Gegensatz zu den Befürchtungen unseres Personals,
haben Alicia und ich zusammen mit unserem Sicherheitsbeauftragten Karim, das Feuerwerk
in aller
Seelenruhe von der Rückenlehne des Zweisitzers aus verfolgt. Wir hatten gar keine Angst und fanden
die vielen bunten Farben am Nachthimmel
ganz entzückend. Auf die idiotische Böllerei bis fast in den
Morgen hätten wir allerdings dann doch prima verzichten können...
Aber jetzt ist es ja schon Februar und das
Jahr verspricht sehr aufregend zu werden, denn unser
Personal plant schon wieder diverse Renovierungsarbeiten. Auch unser pelziger Bauleiter Karim hat bei
seinen letzten Gartenbegehungen einige Schäden festgestellt, die er dem Heimwerkerkönig schon mit
Nachdruck ans Bastlerherz gelegt hat: Vor allem beunruhigt ihn
eine Undichtigkeit im Dachbereich von
Maison Mandy, dem Gartenhaus und er findet, der Heimwerkerkönig sollte dringend eine neue, bessere
Dachkonstruktion installieren.
Der hingegen sieht sich aber momentan mit ganz anderen Bauprojekten
konfrontiert, die ganz offensichtlich nicht ohne Lärm, Dreck und viel Arbeit zu absolvieren sind.
Auf der
Liste stehen: Einen Fliesenboden ausstemmen und mit Parkett belegen lassen und eine Küchentotal-
renovierung mit Einbau einer traumhaften, englischen Landhausküche
ganz nach den Vorstellungen von
Marion. Im Gegensatz dazu, haben Alicia und ich es ja richtig gut, denn wir haben, als Jugendliche,
natürlich noch keine Aufgaben zugeteilt bekommen und somit haben wir den ganzen Tag Zeit zu
wachsen und Blödsinn zu machen. Es versteht sich von alleine, dass wir diesen,
noch gegeben,
Freiraum vollstens auskosten! Meine quirlige Schwester beeindruckt mich und unser Personal weiterhin
mit ihrer digitalen Geschwindigkeitspalette, was in der Praxis
bedeutet, dass sie nur zwei Geschwindig-
keiten kennt: Stillstand, oder alles was drin ist. Leider ergeben sich sich dadurch immer wieder kleinere
Komplikationen, die mein Schwesterchen
ab und zu in fiese Bedrängnis bringen. Wenn Alicia unsere
Startrampe hochklettert, macht sie das natürlich grundsätzlich mit absoluter Höchstgeschwindigkeit,
was dazu führen kann, dass
sie einem bisweilen oben auf dem Balkontisch hockenden Flühchen genau
vor die Nase sprintet. Der erschreckt sich natürlich ganz schrecklich und dass wiederum erschreckt
Alicia noch
viel schreckelicher! Also, rast sie wieder mit Volldampf die Rampe runter, um sich vor dem
Flüh in Sicherheit zu bringen... Falls mal kein Flüchchen auf dem Balkon wartet, setzt sich Alicia,
nach
Erstürmen der Rampe, brav auf die Fußmatte und bittet um Einlass. Wenn dann die Tür geöffnet wird,
sprintet sie wieder mit durchdrehenden Pfoten los, kitscht die Fußmatte nach hinten
weg und prescht
mit Vollgas ins Haus. Leider sind nasse Katzenpfoten auf Parkett eine Kombination mit sehr geringen
Reibwerten und somit fliegt Alicia beim Abbiegen in die
Küche regelmäßig aus der Kurve und schlittert
dann bäuchlings die Diele entlang, bis sie irgendwo zwischen Bad und Schlafzimmer an der Bande zum
Stillstand kommt. Aber auch ich stehe
inzwischen vor großen Herausforderungen, denn es wird so
langsam Zeit, dass ich mir mein Plätzchen in der katerlichen Hierarchie von Birch House Gardens
sichere. Das ist gar nicht so
einfach, wo ich doch erst mal herausfinden musste, wer hier wessen Boss
ist! Mittlerweile ist aber klar, dass Karim der absolute 'Chef of the Koppel' ist. Dahinter kloppen sich das
Flüh und der
Rote Baron um die Position des Fize-Präsidenten die Ohren fransig, dann geht es weiter
mit Karims Hilfssheriff Teddy. Wie es sich bei den Damen so verhält, da bin ich leider noch nicht so
wirklich
schlau draus geworden. Aber es fällt schon auf, dass Frau Tiffy, Frau Pinky und Teddy's
Schwester Luna entschieden weniger Stress miteinander haben. Mit dem amtierenden König Karim
an meiner Seite, fühle mich jedenfalls momentan so in etwa als der Prinz Charles von Birch House
Gardens. Hmm - nun ja...
Natürlich sind wir ja nicht immer draußen unterwegs, sondern haben grundsätzlich Stubenarrest, wenn
unser Personal auf der Arbeit ist. Diese Zeit nutzen Alicia und ich, um etwas für unsere
Bildung zu tun:
Alicia ist sehr an Physik interessiert und forscht täglich auf dem Gebiet der Erdanziehungskraft! Das
bedeutet, dass sie auf die Küchenzeile, den Wohnzimmertisch oder gerne auch
mal auf den Schreibtisch
springt um dort so lange mit einem Gegenstand ihrer Wahl herumzufuddeln, bis er auf den Boden fällt.
Manche Dinge gehen sofort kaputt, andere erst nachdem Alicia sie
durch das ganze Haus geprügelt,
oder zerkaut hat - faszinierend! Meine Studientätigkeit konzentriert sich momentan im Bereich der
Hydrodynamik! Will heißen, das ich mit permanent wachsender
Begeisterung in unseren Wasser-
näpfchen rumpatsche und dann mit meinen nassen Pfoten durchs ganze Haus laufe. Die Dynamik
kommt spätestens dann ins Spiel, wenn meine pfeilschnelle
Schwester, verursacht durch unerwartetes
Aquaplaning, weitestgehend ungebremst gegen ein Möbelstück rummst. Ich gelte somit hausintern auch
als Erfinder der Gleitzeit...
Unser Personal ist selbstredend auch immer völlig begeistert und stolz, wenn es nachmittags auf die
Hinterlassenschaften unserer Schulstunden trifft. Aber meistens gelingt es ihnen, dass so ca.
in einer
halben Stunde die größten Schäden beseitigt sind. Aber Schule muss eben auch Spaß machen...
Zum Glück liebt unser Personal uns ganz dolle und wenn wir dann nachmittags im Garten verschwun-
den sind, haben sie ja auch genug Zeit und Ruhe um alles wieder in Ordnung zu
bringen und sich schon
mal darauf zu freuen, dass wir wieder reinkommen. Denn sobald wir wieder da sind, gibt es lecker
Abendnäpfchen und es wird ganz viel geschmust, bis wir uns auf die beheizte
Fensterbank verkrümeln
und uns langsam die Äugelchen zufallen. Dann träumen wir schon mal vom nahenden Frühling, von
einer kuschelig warmen Wiese, tief fliegenden Libellen,
von einer großen,
flachen Pfütze für mich und von einem Bremsfallschirm für Alicia.
Klick mich an !
Also, nur nicht hektisch werden:
Euer Sir Clooney

Wir trauern um unsere lieben Freunde
Pancho von Grini und Nicki von der Hexenbande
Farewell, ihr werdet nie vergessen sein.

01.03.2011
Kuckuck - hier ist die Alicia!
Also, im Grunde ist ja bekannt, dass wir Kätzchen alle irgendwo ziemliche Gewohnheitstierchen sind.
Da machen wir Mäusepüpse natürlich auch keine Ausnahme.
Auch bei uns hat sich inzwischen ein
weitestgehend gleicher Tagesablauf eingeschliffen, den es in der Wochenends- und in der Arbeitstag-
konfiguration gibt.
Unter der Woche bleiben Clooney und ich im Haus, bis unser Personal so gegen
17:00 Uhr von der Arbeit kommt. Nach einer kurzen, aber herzlichen Begrüßung wird dann endlich
die Balkontür geöffnet und wir stürmen die Mäusepupsrampe hinunter in den Garten. Nach so ca. einer
Stunde wilden Herumtobens kommen wir kurz zurück um uns gierig unser
Abendnäpfchen reinzudrehen
und gegebenenfalls ein Häufchen zu machen. Dann geht's sofort wieder raus in den Garten, wo wir so
bis ungefähr 20:00 Uhr energisch durchs Unterholz
rovern. In der Zwischenzeit kommt meistens das
Flüh kurz unser Personal besuchen und holt sich dort ein Näpfchen und ein paar Streicheleinheiten ab.
Meistens bin ich die Erste von
uns Beiden, die abends nach Hause kommt und sich auf die Fensterbank
muppelt um dort zu beobachten, wann mein Brüderchen zurück kommt. Sobald Clooney dann auf dem
Balkon
auftaucht, springe ich wieder auf, um ihn freudig zu begrüßen und um unserem Personal an-
zuzeigen, dass man ihm die Tür aufmachen muss. Danach gibt es für uns beide noch ein
Leckerchen,
weil wir so brav nach Hause gekommen sind und dann freuen wir uns alle auf den gemütlichen Teil des
Abends mit Öhrchenknuddeln und Bauchkraulen. An den Wochenenden
haben wir dann im Prinzip
durchgehend Tag der offenen Tür und können raus und rein, wann immer wir es möchten. Doch wie
das ja eigentlich immer so ist, keine Regel ohne die Ausnahme!
Diese Ausnahme war dann vor ca. 14 Tagen an einem ganz gewöhnlichen Freitag: Es war, jedenfalls
für die Jahreszeit, mit acht Grad C° relativ warm und schön draußen. Clooney und ich
waren gerade
mit unserem Abendessen fertig und freuten uns auf den zweiten Teil unseres abendlichen Außen-
dienstes. Der Heimwerkerkönig öffnete uns bereitwillig die Balkontür und
Sekunden später waren wir in
Birch House Gardens. Dort trafen wir, wie immer, auf den guten Kistenkater Karim, der mit Clooney
sofort zu einer gemeinsamen Kontrollrunde im Revier aufbrach,
während ich lieber in den Holunder-
baum kletterte um von dort ausgiebig die Vögel beschimpfen zu können. Während ich mich so in sechs
Metern Höhe durch durch die Äste schwang und
die Kletterkünste der Eichhörnchen neidisch bewun-derte, sah ich noch im Halbdunkel, wie Karim und der in seinem Kielwasser folgende Clooney, sich
klammheimlich in das Revier des Roten
Barons vorpirschten, um dort ein bisschen zu spionieren und
ein paar provokante Markierungen zu hinterlassen...
Nachdem ich dann irgendwann alle Vögel angemotzt und verscheucht hatte, kletterte ich vom Baum
und spielte noch ein bisschen mit einem sehr fetten Regenwurm, bis dieser wohl keine
Lust mehr hatte
und einfach aufhörte sich zu bewegen. Da es inzwischen richtig dunkel war, lief ich noch mal schnell
ein Ründchen ums Haus und traf bei den Mülltonnen auf das riesige Flüh,
das mir irgendwie immer
Angst macht, weil es soo groß ist! Um das Flüchen nicht auf mich aufmerksam zu machen, schlich ich
ganz leise wieder zurück zur Mäusepupsrampe und kontrollierte
erst einmal vorsichtig, ob nicht am
oberen Ende ein unbekannter Pelzträger in der Dunkelheit hockt. Da ich niemanden sah, flitzte ich
schnell hoch und setzte mich auf die Fußmatte.
Kaum hingesetzt, wurde mir auch schon von Marion die
Tür geöffnet auf und ich schoss mal wieder raketenartig ins Haus. Dort wurde ich natürlich über-
schwänglich begrüßt und gab im Gegenzug
reichlich Köpfchen an Marion und Guido, wobei ich mich
immer auf die Hinterpfoten stelle, was jedes Mal allgemeine Verzückung auslöst. Ich pinselte noch ein
bisschen Thunfisch und sprang
pfeilschnell auf die beheizte Fensterbank um dort in Ruhe meine
Pfötchen zu putzen und auf mein Brüderchen zu warten, der ja auch jeden Moment auf dem Balkon
erscheinen musste.
Auch mein Personal wartete natürlich auf unseren Mäusemann und setzte sich erst mal entspannt vor
den Fernseher, um immer wieder mit einem neugierigen Seitenblick auf die Balkontür zu
spechten. So
gingen die Stunden dahin, der Spielfilm war längst vorbei und auf dem Balkon war immer noch kein
Clooney zu sehen. Guido maulte schon leicht nervös: "Zum Geburtstag bekommt
das Kerlchen von mir
ne Pfotenbanduhr geschenkt! Wo bleibt der denn?". "Der kommt gleich, ganz bestimmt!" beruhigte
Marion den ungeduldigen Heimwerkerkönig, kniete aber selber schon
falschrum auf dem Zweisitzer
und starrte sehnsüchtig durchs Fenster auf den leeren Balkon. Normalerweise wäre unser Personal
schon längst selig auf der Couch eingeschlummert, aber heute
waren die beiden seltsamerweise
glockenwach! Inzwischen wurde es 22:30 Uhr und kein Clooney in Sicht!
"Dem ist doch bestimmt was passiert - das macht er doch sonst nicht..." jammerte Marion
leise auf
dem Zweisitzer, während Guido wohl ganz offensichtlich nicht mehr tatenlos zusehen konnte:
Bewaffnet mit Jacke und einer riesigen Taschenlampe meldete er sich ab, um den kleinen
Streuner im
Garten zu suchen. Um 23:15 erschien Guido wieder im Wohnzimmer und meldete frustriert: "Also,
wenigstens liegt er nicht überfahren auf der Strasse. Aber ich kann ihn nirgendwo
finden. Ist der
immer noch nicht auf dem Balkon gewesen? "Nö..." kam es leise und resignierend vom Zweisitzer
zurück. Weil Marion schon zusehends die Augen zufielen, beschloss man zusammen
auf dem Balkon
frische Luft zu schnappen und dort mit allen verfügbaren Leckerchenverpackungen zu rascheln.
So raschelten die Beiden bis kurz nach Mitternacht verzweifelt in die Dunkelheit hinaus, ohne dass sich
auch nur ein Öhrchen von meinem geliebten Brüderchen zeigte. "Er kommt einfach nicht, der kleine
Mistkäfer..." resümierte Guido bedröppelt und Marion begann schon
damit, sich alle erdenklichen Un-
glücke auszumalen, die dem feschen Männlein zugestoßen sein könnten. "OK- ich rauch jetzt noch in
aller Ruhe eine draußen und wenn er dann nicht kommt,
muss er halt in Karims Kuschelkiste über-
nachten - nützt ja nix!" sagte Guido und zog sich erneut die Jacke über, um Clooney noch um eine
allerletzte Galgenfrist einzuräumen. Ohne große
Erwartungen verschwand der Heimwerkerkönig erneut
auf dem Balkon und schmauchte so langsam es nur ging, während er immer wieder versuchte in der
Dunkelheit einen halbstarken Kater
zu entdecken. 00:50 Uhr - Ende der Zigarette und Ende der Geduld
des Heimwerkerkönigs. Mit einem leichten 'Pflopp' schloss sich die Balkontür und Guido drückte traurig
auf den Lichtschalter für
die Außenleuchte, um genau in diesem Moment ein deutliches "Rumms" auf
dem Balkon zu vernehmen. Schnell war das Licht wieder eingeschaltet und auf der Fußmatte hockte
tatsächlich
ein offenbar gerade etwas geblendetes Clooneychen! "Ich glaub's nicht, da isser!!!" rief
Guido laut und machte die Tür so schnell es nur ging wieder auf. Clooney flitze fröhlich sofort durch bis
ins
Bad, wo er unter den Augen einer völlig fassungslos der Dusche entstiegenen Marion erst mal ein
stattliches Häufchen ins Streu seines Klöchens drehte. Nachdem das erledigt war, sprang Clooney
erleichtert in seinen Lieblingssessel, wo er fast augenblicklich einschlief. Unser Personal sah sich nur
noch völlig entgeistert an und verstand die Welt nicht mehr... Da entdeckte Guido auf dem
Balkontisch
den offensichtlichen Grund für unseren pelzigen Spätheimkehrer: "Sieh mal wer da ist!" lockte er die in
ein Handtuch eingewickelte Marion ans Fenster, von wo aus deutlich die
zierliche Luna, ihres Zeichens
kleine Schwester von Karims Schützling Teddy, zu erkennen war.
"Hmm, sieht wohl so aus, als ob unser Männelein so langsam erwachsen wird und erstes Interesse
an der Damenwelt zeigt." meinte Guido nachdenklich. "Tja... Der Duft der Frauen..." flüsterte Marion
nur und warf dem Heimwerkerkönig einen verwegenen Blick zu.
Guido schnupperte kurz und meinte:
"Jetzt bin ich doch plötzlich gar nicht mehr müde..." während er das Licht wieder ausschaltete und ein
Handtuch in der Dunkelheit leise zu Boden fiel...
Also, ich für meinen Teil, finde jedenfalls, dass ich auch ganz ausgezeichnet rieche und wer weiß,
ob ich nicht auch demnächst auch mal einfach etwas später nach Hause komme.
Immerhin ist ja bald Frühling!
Klick mich an !
Aber jetzt verdufte ich erst mal lieber:
Eure Lady Alicia

Was vorher geschah! Was vorher geschah...