01.04.2010
Mahlzeit - ich bin's, der Karim!
!
Ja, so langsam wird es dann ja wohl doch mal ein kleines bisschen Frühling in diesem unserem Lande.
Da erwacht in einem gestandenen Kater natürlich sofort neuer Aktivitätendrang und somit befand ich
mich schon am frühen Morgen
zusammen mit Lady Mandy unter dem Frühstückstisch in Birch House.
Während Marion die Grundversorgung von uns Pelztierchen mit
Putenbrustaufschnitt sicherstellte, biss
der Heimwerkerkönig energisch ins warme Brötchen und spechtete angestrengt aus dem Fenster.
"Ganz schön diesig da draußen." nuschelte er noch kauend über den Rand seines Kaffeepottes.
"Das ist nicht diesig. Die Fenster sind einfach
nur ziemlich dreckig, aber das werden wir beide ganz
sicher gleich mal ändern!" entgegnete Marion mit einem auffordernden Seitenblick.
Guido versuchte
noch verzweifelt mit einem: "Obwohl - so schlimm war es jetzt eigentlich nicht..." der Auftragsvergabe
zu entfliehen, aber
dieser Versuch war schon von vorne herein zum Scheitern verurteilt.
Nachdem dann endlich alle satt und gut gestärkt waren, zog sich Lady Mandy zu
einem Schönheits-
schläfchen in ihr Körbchen zurück und Marion begann schon mal mit der Ausgabe der erforderlichen
Arbeitsmittel. Schon mit
Eimerchen und Abzieher ausgerüstet, entschloss sich der Heimwerkerkönig
noch schnell dazu den Fernseher einzuschalten und baute auf motivierende
musikalische Unterstützung
von MTV. Derart beschallt, verschwanden die Mitglieder der Putzkolonne, männlicherseits im Bade-
zimmer und weiblicherseits
auf dem Balkon. Da ich jetzt weder helfen konnte noch wirklich wollte,
entschloss auch ich mich zu einem gemütlichen Vormittagsnickerchen auf der
grossen Couch. Mit einem
eleganten Sprung hechtete ich aufs Polstermöbel und das Unheil nahm seinen ungebremsten Lauf...
Denn
leider befand sich in der Aufsetzzone auf dem Dreisitzer noch die Fernbedienung des Fernsehers,
welche ich offensichtlich zielsicher mit meiner Landepfote
erwischt haben muss. Die Musik verstummte
kurz, der Satellitenreceiver zeigte eine 777 und auf dem Bildschirm erschienen acht gut gebräunte
Männer
im Sonntagsanzug, hübsch im Halbkreis angeordnet sitzend und inbrünstig an Instrumenten
zupfend, die dem Rheinländer an sich völlig unbekannt sind. Dabei entlockten
die Herren ihrem
exotischen Instrumentarium eine erstaunlich leiernde und seltsam dudelnde, ich sag jetzt mal - Musik.
Eine kleine Fraktion von Dreien begann sogar
zusätzlich das Ganze mit Kehlkopf verknotendem
Gesang zu untermalen, der mich irgendwie an spielende Welpen erinnerte. Auha! Ich hatte mich
offensichtlich,
völlig ungewollt, in so eine Art 'Zum Blauen Bock vom Bosporus' eingeschaltet...
Um dem kläglichen Gesang noch die Krone, respektive den Turban aufzusetzen, erhob sich
jetzt einer
der dahinleiernden Musikanten und setzte zu einem feurigen Solo an, bei dem jedes Geschwür aufgeht.
Lady Mandy lunste schon leicht irritiert aus ihrem
Körbchen und mir dämmerte langsam, dass es nicht
mehr lange dauern kann, bis auch unser fensterputzendes Personal auf meine lauthals dahinjaulende
Kojoten-Hitparade
aufmerksam wird...
Jetzt muss man allerdings wissen, dass bei allem was Guido und Marion gemeinsam haben, sie über
einen völlig unterschiedlichen Musikgeschmack verfügen.
Während Marion den ganzen Tag rheinisch-
fröhlichen Klängen der Paveier lauschen könnte, zieht Guido die oft melancholische und nicht immer
ganz einfache Musik
von Sting vor. Hier prallen sozusagen zwei musikalische Weltanschauungen brutal
aufeinander und mitten in dieses geschmackliche Mienenfeld verlegte ich Depp soeben einen dicken,
orientalischen Klangteppich. Keine wirklich gute Idee...
Wie befürchtet, dauerte es auch gar nicht mehr lange und aus dem Badezimmer brüllte ein entnervter
Guido: "Mariooon! Muss das sein? Gleich reg ich mich auf!!" Doch die Drohung des fensterputzenden
Heimwerkerkönigs zerschellte ungehört an der von mir im
Wohnzimmer errichteten, osmanischen
Schallmauer. Wenig später gewitterte eine verzweifelte Marion vom Balkon:
"Och Guidooo! Mir tun schon die Haare weh!
Was machst Du denn da für ne Musik?"
Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass meine versehendliche Programmwahl noch zu
einer eher unschönen
Auseinandersetzung führen wird, obwohl ja keiner der beiden wirklich etwas
dafür konnte. Es dauerte auch nicht mehr lange und die musikalischen Fraktionen trafen sich
mit
feuchten Putzlappen bewaffnet vor dem Fernseher, um dann dort völlig entgeistert auf den Bildschirm
zu starren. Auf diesem stimmte soeben eine opulente, bauchfreie
Schönheit, die aber nicht wirklich frei
von einem Bauch war, ein Liedchen an, dass ziemlich offensichtlich von ganz schlimmen Schmerzen
handeln musste...
Ich hockte währenddessen
brav neben Fernfernbedienung auch der Couch und wibbelte unschuldig,
aber rhythmisch völlig korrekt mit der Schwanzspitze.
"MTV ist auch nicht mehr das, was es mal war..."
kicherte der Heimwerkerkönig und Marion stellte erst mal die Fernbedienung sicher, um den kläglichen
Gesängen ein Ende
zu bereiten. Was erwartest Du denn von einem Kater mit Fernbedienung, der auch
noch ausgerechnet 'Karim' heißt?" lachte Marion und streichelte mir über mein pelziges Köpfchen.
"Auch wieder wahr - man hätte es sich denken können." stimmte Guido zu und stellte erst mal eine
kleine Kaffeepause so rein vorschlagsmäßig in den Raum.
Da Marion auch der Ansicht war, dass man
sich wirklich eine Pause verdient hatte, wurden die Putzigkeiten erst mal ausgesetzt und ein lecker
Käffchen aufgesetzt.
Nachdem unser Personal sich erfolgreich den Kaffee in die Gesichter gekippt hatte,
wurden auch die restlichen Fenster von Birch House vom winterlichen Knispel befreit
und siehe da:
Schlagartig klarte es draußen auf. Und wo ja jetzt endlich wieder klarer Durchblick herrscht, werden
Lady Mandy und ich ganz bestimmt schon so manches
Osterei in Birch House Gardens vom Fenster aus
entdecken können.
Natürlich wünsche ich auch Euch allen ein ganz tolles Osterfest mit schönem Wetter und einer
auf-
regenden Eiersuche. Nur für den Fall, dass Ihr die versteckten Eierchen nicht finden könnt, solltet ihr
Euch direkt an den fürs Bodenpersonal verantwortlichen Chef
des Osterhasen wenden.
Der sitzt ja bekanntlich im Vatikan und
hat die folgende E-mail-Adresse:
Urbi@Orbi...
Klick mich an !
Also, dann mal Frohe Ostern:
Euer Kistenkater Karim

01.05.2010
Huhu - ich bin's, die Lady Mandy
!
"Alles neu macht der Mai!" sprach der Heimwerkerkönig, obwohl es gerade mal Mitte Februar war.
Doch von solchen kleinen Ungereimtheiten hat er sich ja noch
nie beeindrucken lassen. Sprach's und
klickte mit der Maus entschlossen auf 'Kaufen', womit er ein bekanntes Online-Kaufhaus dazu auf-
forderte, ein wunderschönes,
weißes Buffet, innerhalb von 4 Wochen, gen Birch House zu schicken.
Es dauerte damals genau 2 Tage, da war schon das Oberteil des Buffets geliefert, aber das
Unterteil
ließ mächtig auf sich warten, was dazu führte, dass das Oberteil im Karton vorläufig unter dem Bett
geparkt, und unser Personal so langsam stinkig wurde.
Die Wartezeit wurde zähneknirschend dazu genutzt, ein paar hübsche Porzellan-Möbelknöpfe aus dem
ebenso hübschen Dänemark zu bestellen, und den Teil
der Wand neu zu tapezieren, dem ich in den
letzten Jahren mit meinen Krallen, ich sag jetzt mal, eine sehr persönliche Note gegeben hatte...
Pünktlich zu Ostern, war
die Wand dann, unter den skeptischen Augen des Bauleiters Karim, auch frisch
gestrichen und plötzlich versperrte ein weiterer Riesenkarton den Eingangsbereich
von Birch House.
Das heiß ersehnte Unterteil war endlich da und der Heimwerkerkönig spitzte seine Schraubenzieher an,
um die lang gediente
Kletterwand des Kistenkaters zu demontieren, da nun bald an selbiger Stelle das
neue Möbel stehen sollte. Nachdem Guido das Wohnzimmer in das handelsübliche Chaos aus Kartons
Styropor, Bauteilen und etlichen Schälchen mit Holzdübeln und Schrauben verwandelt hatte, begann er
unter beständigem Drehen der Bauanleitung in diverse
Himmelsrichtungen, das neue Buffet zusammen-
zupuzzeln. Der allseits bekannte Kater von der Bauaufsichtsbehörde schnüffelte währenddessen mit
Begeisterung am
Weißleim, schlug seine Krallen in herumliegende Bläschenfolie und kegelte die über-
flüssigen Original-Möbelknöpfe mit Schmackes durch die Räumlichkeiten. Meine
Lieblichkeit unterstützte
in der Zwischenzeit lieber Marion beim Färben diverser Ostereier, was stellenweise zu lustigen, aber
durchaus frühlingshaften Färbungen in
meinem weißen Pelzchen führte...
Irgendwann hatte Kistenkater Karim wohl endgültig alle Möbelknöpfe unter den Sofas deponiert und
verzog sich, nach einem letzten
Näschen Weißleim, leicht gelangweilt in den Garten. Kaum war der
Bauleiter in den Rabatten verschwunden, tauchte mein neuer Freund im Wohnzimmer auf: 'Es Flüh'!
Dabei handelt es sich um den allerliebsten Schmusekater 'Filou', dessen schöner Name inzwischen
irgendwie Opfer der hausinternen Umgangssprache geworden ist.
Zunächst riefen Guido und Marion ihn
noch 'Filühchen' - dann war er plötzlich nur noch das 'Filühle', oder das 'Flühchen', danach mal eine
kurze Zeit das 'Flüh', um
schließlich als 'Es Flüh' zu enden. Und das liegt wohl am leicht angekölschten
Umgangston in Birch House und kam so:
Marion: "Guido - is es Flüh noch da?"
Guido: "Nö - es Flüh is widder raus."
Marion laut lachend: "Der heißt dann jetzt wohl: 'Es Flüh'!"
Das aber nur mal so am Rande. Es Flüh jedenfalls, zeigte sich stark an der Tätigkeit des Heimwerker-
königs interessiert und tat dies durch Auflegen seiner selbst, auf
die zur weiteren Montage auf dem
Boden liegende Deckplatte des Buffets kund. Dort machte es sich einen Spaß daraus, unserem Guido
permanent die Holzdübel kurz
vor der Versenkung in die Platte wegzukitschen. Dank dieser groß-
zügigen Unterstützung, zog sich die vollständige Montage des Unterteils doch beachtlich in die Länge.
Irgendwann stand wenigstens das Unterteil in seiner vollen Pracht am ihm zugedachten Platz und es
wurde allerhöchste Zeit fürs Abendessen. Erstaunlicherweise
gab es für unser Personal heute Brötchen
mit Ei, während wir Pelztierchen unser Hüngerchen mit etwas Putenbrustaufschnitt und einem Schälchen
Shah stillten.
Frisch gestärkt, erwachte im Heimwerkerkönig der Ehrgeiz, das Buffet auf jeden Fall noch
heute fertig zu bekommen. "Das Oberteil geht bestimmt schneller!" meinte er
selbstsicher und riss den
bisher unter dem Bett geparkten Karton auf, um erst einmal weiteres Verpackungsgesummse im Raum
verteilen zu können. Wieder wurde die
Bauanleitung hin und her - und so mancher Stehbolzen ins Holz
gedreht. Da unser Guido ja kein Pfuscher ist, hat eine grundsätzliche Abneigung dagegen, Schrauben
ohne entsprechendes Vorbohren ins Holz zu quälen, was ein Aufspalten des Holzes sicher vermeidet,
aber leider auch dazu führte, dass es schon 00:20 war, bis er
am letzten Arbeitschritt angekommen
war. Karim und Es Flüh waren längst wieder in der Nacht - und Marion im Bett verschwunden, als der
Heimwerkerkönig nur noch
dreizehn Nut und Feder Bretter als Rückwand aufzunageln hatte. In Anbe-
tracht der doch etwas fortgeschrittenen Uhrzeit und der leisen Rüsselgeräusche aus dem Schlaf
zimmer,
wurde er irgendwie von einer ausgeprägten Hämmerhemmung gepackt. Verzweifelt ließ Guido sich mit
einem frisch enthaupteten Bierchen auf die Couch sinken
und haderte mit seinem Schicksal, so kurz
vor der Ziellinie derart eingebremst zu werden. An den Schubladen war inzwischen auch der Leim
getrocknet und so konnte er
diese nur noch leise einsetzten und an den Schubschienen festschrauben.
"SCHRAUBEN..." blinkte es plötzlich wie eine Leuchtreklame in seinem Heimwerkerschädel auf!
"Mandy, wir nageln die Bretter nicht fest - wir schrauben sie an! Das hält viel besser, und macht vor
allen Dingen keinen Krawall..." raunte er mir sichtlich stolz auf seinen
nächtlichen Geistesblitz ins
marmorierte Öhrchen. Schnell hatte er ein Päckchen passende Schrauben gefunden und schon wurde
schön leise mit dem Akkuschrauber
vorgebohrt und liebevoll jedes Schräubchen von Hand eingedreht.
01:10 Uhr: die Frisur hält und das Buffet steht! Schnell wurden noch die dänischen Knöpfe angefummelt
und das vollendete Werk ehrfürchtig betrachtet.
"Fertig Mandy! Die Arbeit ist getan. Marion braucht im Prinzip nur noch aufzuräumen..." meinte der
Heimwerkerkönig debil
grinsend als er sich das ihn umgebende Schlachtfeld ansah und den letzten
Schluck Bier in seinen Kopf schüttete. Wenige Minuten später kippte er auch schon entkräftet in
die
Kemenate um dort, nachdem ich mich in seinen Arm gemuppelt hatte, sofort vernehmlich mit weiteren
Holzarbeiten zu beginnen...
Am nächsten Morgen war Marion begeistert von der nächtlichen Leistung des Hausherren und nachdem
sie ihm freundlicherweise beim Aufräumen geholfen hatte, waren
alle mit dem neuen Buffet wirklich
sehr zufrieden, nur unser Kistenkater Karim war ein bisschen schweigsam und angesäuert, denn er
vermisste sein geliebtes Rattanregal,
in dem er so schön rumklettern konnte.
Aber da kann man leider nichts machen, denn so sind sie halt, die Männer:
Ab und zu, ein kleines bisschen behämmert...
Klick mich an !
Ich wünsche Euch einen schönen Frühling!
Eure Lady Mandy


Am 28.05.2010 verloren wir leider durch eine
unheilbare Krankheit unsere geliebte Lady Mandy.
Nichts wird jemals wieder so sein können, wie es bisher war.
An dieser Stelle schliesst sich das wunderbare Kapitel der Mäusepüpse.
Doch ein gutes Buch sollte nicht nur aus einem Kapitel bestehen...



01.09.2010
Mahlzeit - hier ist endlich wieder der Karim
!
Also, nach all den schlechten Nachrichten in den letzten Monaten, wird es ja doch so langsam mal
wieder Zeit für eine positive Neuigkeit. Das war natürlich schon etwas schwierig, wo ja nun alle
Mäusepüpse in Birch House Gardens ihre letzte Ruhe gefunden haben. Deshalb musste ganz
dringend
irgendetwas passieren, das in der Lage ist, alles zu verändern und wieder zum Guten zu wenden.
Es
macht nämlich keine Freude, in verwaiste
Körbchen zu spechten und von einem traurigen Personal
betüddelt zu werden. So hat das auch Marion gesehen und auf den noch immer sehr geknickten
Heimwerkerkönig eingeredet, bis er auch er überzeugt war, dass dringend wieder neues Leben in die
Bude kommen muss.
Also wurde Kontakt zu Straßenkatzen-Köln e.V. aufgenommen, denn die neue
Besatzung von Birch House sollte auf jeden Fall wieder aus Kätzchen
bestehen, die bisher Pech gehabt
haben, denn das ist ein wichtiges Mäusepups Merkmal! Schon wenig später erfuhren Guido und Marion
von einem
sechsköpfigen Streuner-Wurf, der zurzeit mutterlos in einer Pflegestelle rumkasperte.
Als die ersten Fotos gemailt wurden, war schon alles passiert:
Da das Alter der kleinen Pelzchen passte, wurde ein Besichtigungstermin vereinbart und in Birch House
begannen augenblicklich aufregende Aktivitäten.
Es wurden neue Decken in alte Körbchen gelegt, ein
neuer Kratzbaum aufgestellt, der Balkon eingenetzt und neue Näpfchen angeschafft. Sowohl ich,
wie
auch mein Kater-Kollege 'Es Flüh', waren beeindruckt und erleichtert zugleich, dass es endlich wieder
neue Mäusepüpse geben wird!
Nach dem Kätzchen-Besichtigungstermin im Bergischen Land stand auch schon fest, dass es ein Junge
und ein Mädchen aus diesem Wurf sein werden.
Klugerweise, hat sich unser Personal pünktlich zur
Übergabe der kleinen Zwockel drei Wochen Urlaub gegönnt und die Zeit bis zur Ankunft der kleinen
Hooligans wurde mit einer angestrengten Namenssuche überbrückt. Dabei tat sich unser Personal
allerdings ungewohnt schwer und konnte sich einfach
auf keine Namen einigen, bis der Heimwerker-
könig in seiner Verzweiflung schon an der Bratpfanne stehend meinte:
"Wir könnten sie ja Speck und Zwiebel nennen?"
Zum Glück, ist es dann doch nicht so weit gekommen und es gab noch zwei Namen, die Guido und
auch
Marion gut gefielen. Am Freitag, den 30. Juli war es dann endlich soweit, und die neue Birch House
Besatzung wurde mitsamt einem Berg an vertrautem
Spielzeug von ihrer Pflegemutter angeliefert.
Im Badezimmer, direkt am Katzenklöchen, betraten die Mäusepüpse 2.0 dann gegen 20:45 zum ersten
mal den
Boden von Birch House und schnuffelten vorsichtig umher, um kurze Zeit später erst mal für
längere Zeit hinter der Waschmaschine zu verschwinden...
Aber am besten, ich stelle Euch die Beiden erst mal kurz vor:
Die neuen Mäusepüpse heißen jetzt 'Clooney & Alicia', sie sind Geschwister und wurden, mit noch
drei weiteren Katerchen und einem weiteren Mädchen zusammen, ca. am 11. April 2010 in einer
Schrebergartenanlage in Köln-Mülheim geboren. Ihre Mutter war eine Streunerin, die dort lebte und
leider schon kurze Zeit später von einem Auto überfahren wurde. Es fing also wirklich nicht besonders
gut an
für die Mäusepüpse 2.0. Alleine schon die Tatsache, das sie auf der falschen Rheinseite, also die
ohne Dom, geboren wurden, ließ schon nicht viel Gutes ahnen.
Glücklicherweise wurde der Wurf von
Anfang an durch Straßenkatzen-Koeln e.V. beobachtet und die kleinen Schnullis sofort nach dem Tot
ihrer Mami eingesammelt
und zur Pflegestelle nach Lohmar gebracht, wo sie dann von Frau Dr. Eul
liebevoll aufgepäppelt wurden. Ja... und jetzt sind sie halt hier, die kleinen Hooligans und
obwohl sie
doch sehr klein sind, ist jetzt pausenlos Grande Casino in Birch House! Guido und Marion waren doch
ziemlich überrascht, wie viel Energie und Ausdauer
in so kleinen Flümmchen stecken kann und der
Heimwerkerkönig war sich Anfangs noch ganz sicher, dass man da bestimmt irgendwo die Batterien
rausnehmen kann...
Da er aber bis heute kein Kläppchen an den Bäuchlein finden konnte, fegen die Beiden noch immer wie
die Verrückten durch das ganze Haus und beturnen alles,
was sie erreichen können. In der ersten
Woche durfte unser Personal die kleinen Mäusepüpschen noch nicht einmal anfassen, da wurde
gefaucht, geschlagen und gespuckt,
das es selbst einem ausgewachsenen Kater wie mir angst und
bange wurde. Doch die drei Wochen intensivsten Betüddelns haben Wunder gewirkt und inzwischen
wird
nicht nur gefressen, geschlafen, gespielt und geköttelt, sondern auch ausgiebig geschmust und
geschnurrt. Marion hat es natürlich wieder als erste geschafft, das
Schnurr-Motörchen von Alicia zum
Laufen zu bringen, was den Heimwerkerkönig dermaßen gefuchst hat, dass er mit dem ganzen
Repertoire an Leckerchen angerückt ist
um möglichst schnell gleichzuziehen. Nachdem dann alle
Leckerchen gierig verpinselt waren, durfte Guido endlich auch mal Clooneys Köpfchen tätscheln und
Alicias Rücken
streicheln. Allerdings sehe ich noch einen ziemlich großen Erziehungsbedarf bei den
kleinen Zwockeln, denn sich mit dem Vorhang in Tarzan-Manier am Fenster entlang zu
schwingen ist in
Birch House eigentlich eher unüblich. Natürlich muss man den Püpschen wohl zu Gute halten, dass sie
ja noch Kindelein sind und in ihren hübschen, aber
kleinen Köpfchen einfach nur Platz für Blödsinn
haben. Aber spätestens im Herbst, werden die beiden wohl zum ersten mal über die Mäusepups-Start-
rampe in Birch House
Gardens auftauchen und dann werde ich wohl wieder die Erziehung in die Pfote
nehmen müssen. Sehr schön finde ich natürlich, dass mit Clooney ein Katerchen dabei ist,
denn man
möchte ja auch mal seine jahrelange Erfahrung an einen jungen Mäusepups Stammhalter weitergeben
können. Doch bis dahin, dürfen die zwei noch in aller Ruhe
das Streu aus ihren Klöchen schaufeln, den
Heimwerkerkönig in den dicken Zeh beißen, sich in Marions Haaren verfuddeln, am Kronleuchter über
dem Bett baumeln, ihre Krallen
in die Tapete schlagen, Handtücher vom Halter ziehen, Alufolienbällchen
unter allen Schränken verteilen, in die große Birkenfeige springen oder auf der PC-Tastatur rumtreteln,
bis der Rechner abschmiert. Aber wenn dann im Herbst die Blätter fallen, dann werde ich den kleinen
Mäusepüpschen den ganzen Garten zeigen, ihnen beibringen wie man
auf Bäume klettert und wie man
fremde Kater verjagt. Sie müssen lernen, wo der Mäusepups-Katzenwein gekeltert wird und wie man
fallendes Laub fängt.
Und wenn wir dabei an den Gräbern von Lady Cindy und Lady Mandy vorbei-
kommen, dann werde ich ihnen lustige und spannende Geschichten über die beiden eigenwilligen
Ladies erzählen, auch wenn ich dabei mit Sicherheit ein wenig traurig sein werde. Aber genau an
dieser Stelle werde ich ihnen erklären, wie es kommt, dass sie jetzt hier sind:
Weil es eben nicht nur um das Bewahren der Asche geht,
sondern auch um das Weitergeben des Feuers.
Klick mich an !
Mit flammenden Grüssen:
Euer Kistenkater Karim

01.10.2010
Kuckuck - hier ist die Alicia
!
Jetzt wohnen mein Brüderchen und ich ja mittlerweile schon zwei Monate in Birch House und nachdem
wir ja Anfangs so ziemlich vor allem und jedem Angst
hatten, fühlen wir uns inzwischen wirklich sau-
wohl. Wir sind uns jetzt sicher, dass unser Personal nett ist und deshalb schmusen wir auch ganz toll
und ganz viel
mit den beiden. Clooney ist ja da immer ein bisschen misstrauischer als ich, aber jetzt
lässt auch er sein Schnurr-Motörchen ganz laut knattern, wenn er sich abends mal wieder heimlich
beim Heimwerkerkönig unter die Bettdecke pfuscht. Überhaupt schmusen wir beide wirklich sehr gerne
und lassen uns stundenlang die Bäuchlein kraulen, aber nur wenn wir nicht gerade
doll sind. Denn dann
sieht natürlich alles ganz anders aus und wir rennen wie von der Tarantel gestochen durch alle Räume.
Das Schöne an Birch House ist, dass es voller Spielsachen ist:
Fast alle Wände sind mit prima Krallenwetzpapier beklebt, unser Personal sitzt auf Krallenwetzstühlen
und schläft in einer großen, weichen Katzenspielburg. Die Pflanzen wachsen in
Töpfen voller Ton-Spiel-
steinchen und im Bad hängen kuschelige Frotteelappen zum runterfetzen. Davor liegt eine farblich
passende Balgematte, damit wir bei unseren Ringkämpfchen
immer weich fallen. Wir sind wirklich sehr
zufrieden! Es gibt sogar einen gruseligen Keller für ausgedehnte Entdeckungsreisen und einen Balkon
mit toller Aussicht auf unsere Ländereien,
die wir ja von Lady Cindy und Lady Mandy geerbt haben.
Clooney und ich sitzen oft auf dem Balkontisch und spechten ganz aufgeregt in die unendlichen Weiten
unseres Anwesens,
welches leider wegen so einem doofen Katzennetz völlig unerreichbar für uns ist.
So sehr Clooney und ich uns auch in die Maschen stemmten und am Netz randalierten, wir waren
auf
dem Balkon gefangen! So ging das ganze sechs Wochen lang, dann sahen wir plötzlich durch das
Fenster, wie der Heimwerkerkönig draußen sehr geschäftig am Netz rumfuddelte
und als wir wieder auf
den Balkontisch hüpften, war das Netz plötzlich ganz rechts offen! Clooney hat natürlich sofort seine
rosa Nase rausgestreckt um endlich mal einen ungefilterten
Blick in den Garten werfen zu können und
dabei hat er die Mäusepups-Startrampe entdeckt. Ganz aufgeregt beschnupperte er das obere Ende
der Rampe und schon hockte er drauf!
Neugierig schnupperte er immer weiter und 2 Minuten später
war er am unteren Ende der Rampe angekommen. Er konnte es zuerst gar nicht glauben, aber er war
tatsächlich in
Birch House Gardens und starrte völlig verdutzt zu mir nach oben. Ich muss ja schon
zugeben, dass mein geliebtes Brüderchen da unten in der unbekannten Wildnis doch sehr klein und
verloren wirkte... Clooney störte das allerdings kaum, und so stiefelte er ganz mutig auf die Wiese,
während ich mich irgendwie immer noch nicht auf die Rampe traute. Nachdem mein
Brüderchen so die
ersten 10 m² des Gartens unter den wachsamen Augen unseres Personals und meiner Schnuckeligkeit
erobert hatte, passierte es dann:
Es kündigte sich nur kurz mit einem
Rascheln im Buschwerk an und dann sprang das Flüh über den
Gartenzaun und landete punktsicher zwischen dem höchst erschrockenen Clooney und der rettenden
Startrampe! Mein
Brüderchen starrte entgeistert auf das doppelt so große Flühchen und rannte so
schnell er nur konnte, quer durch den ganzen Garten davon, bis er hinter dem Gartenhaus verschwand.
Nachdem Guido und Marion wieder zu einer regelmäßigen Atmung zurückgefunden hatten, kletterte das
Flüh seelenruhig die Rampe hoch, wo ich es, trotz seiner imponierenden Größe,
mit wildestem Gefauche
empfing. Das Flühchen starrte mich kurz und ungläubig an und sprang dann einfach über mich hinweg
auf den Balkontisch. Dort begrüßte es freudig unser Personal
und schlug, weinerlich maunzend vor, mit
der Essensausgabe zu beginnen - unerhört!! Schnell dirigierte der Heimwerkerkönig das hungrige Flüh
in die Küche, während Marion besorgt das
Gelände nach dem flüchtigen Clooney absuchte. Auch ich
guckte angestrengt über den ganzen Garten hinweg und versuchte mein verängstigtes Brüderchen zu
erspähen, doch wir konnten ihn
nirgendwo entdecken. In der Zwischenzeit verschlag das Flühchen in
der Küche gierig zwei Scheiben Putenbrustaufschnitt und wurde nach kurzen Betüddelungen vom Heim-
werkerkönig durch
die Haustür ins Freie komplimentiert. Kaum war die Haustür wieder zu, erschien
auch Guido wieder auf dem Balkon, aber auch er konnte unseren Clooney nirgendwo entdecken.
Da es keinen
Sinn machte, den kleinen Flüchtling durch aufgeregtes Suchen im Garten weiter zu
verängstigen, beschloss man, schweren Herzens, einfach nur abzuwarten, ob der kleine Mann wieder
nach
Hause findet. Das war keine leichte Entscheidung, aber immerhin war es die Richtige, denn zehn
endlose Minuten später hockte, ein offensichtlich sehr mit sich zufriedener, Clooney schlagartig
wieder
auf dem Balkontisch! Die Freude war natürlich groß und Clooney ließ sich feiern wie ein unverletzt
heimgekehrter Kommando-Soldat. Aber auch ich wurde ausgiebig betüddelt und gelobt,
weil ich doch
so mutig unseren Balkon gegen das riesengroße, wenn auch völlig harmlose Flühchen verteidigt hatte.
Hätte ja immerhin auch ein anderer Kater mit weniger freundlichen Absichten
sein können...
Ich habe mir die Gartenausflüge von Clooney noch ein paar Tage vom sicheren Balkon aus angesehen,
aber dann hat es mich auch irgendwie gepackt und ich bin auch mal langsam
die Rampe runter
gekrabbelt. Erst mal hab ich sehr vorsichtig das Gebüsch und die Wiese beschnuppert, doch dann war
schon mein Brüderchen zur Stelle und wir haben zusammen auf der Wiese
rumgetobt. Die Wiese finden
wir beide wirklich toll, denn sie ist so schön weich und schmecken tut sie auch noch! Wenn uns mal ein
unbekanntes Geräusch aufschreckt, dann flitzen wir beide ganz
schnell zu unserer Startrampe zurück
und sind mit zwei, drei Sprüngen wieder in Sicherheit auf dem Balkon. Dort werden wir von unserem
Personal meistens erwartet und sofort gelobt, weil wir
so brav nach Hause gekommen sind. Es dauert
aber mittlerweile nicht mehr wirklich lange, bis wir wieder zurück in den Garten rennen, weil dort alles
unglaublich aufregend und spannend ist.
Ich habe sogar schon einen kleinen Igel entdeckt und Clooney
macht mit zunehmender Begeisterung Jagd auf Elstern. Die Jagd ist allerdings immer dann zu Ende,
wenn er so nah an der Elster
dran ist, dass er ihre wahre Größe erkennen kann, oder wenn der
genervte Vogel mein Brüderchen böse anschnattert...
Aber zum Glück ist ja der Kistenkater Karim dauernd im Garten unterwegs
und hat immer ein be-
schützendes Auge auf uns, oder er vertreibt üble Gesellen wie den Roten Baron ganz schnell aus
unseren Länderein, ehe sie uns zu nahe kommen. Außerdem können wir
immer irgendwas von Karim
lernen, denn er ist ein sehr erfahrener Kater, der sich in allen Ecken von Birch House Gardens aller-
bestens auskennt. Karim wusste auch, dass man im Holunderbaum
ganz toll Klettern kann und das
haben wir natürlich auch sofort mal ausprobiert und uns dabei ein bisschen gewundert, weshalb unser
Personal die Luft anhält und Schweißperlen auf der Stirn hat...
Clooney meinte allerdings, dass unsere halsbrecherischen Turnübungen in acht Metern Höhe doch nun
wirklich kein Grund zur Sorge sein können und dass sich Guido und Marion mal nicht so
anstellen
sollen. Aber ansonsten sind wir mit unserem Personal wirklich hoch zufrieden und wir sind verdammt
froh, dass wir endlich ein so schönes Zuhause mit einem tollen, großen Garten
bekommen haben, denn eines können und wollen wir nicht verleugnen:
Unser Zuhause ist Birch House, aber wir sind frei geboren.
Klick mich an !
Ich wünsche Euch einen ganz tollen Herbst!
Eure Lady Alicia

01.11.2010
Hi - ich bin's, der Clooney!
Hoffentlich habt ihr alle die gruselige Halloween Nacht gut überstanden. Zum Glück wurden Alicia, Karim
und ich noch rechtzeitig von der
Hexenbande, Ertix & Babsy und dem Straßenkatzen-Köln e.V.
gefunden, aber Letztere haben ja auch die meiste Übung im Finden von Katzen...
Wir hatten uns am verfallenen '
Haus Orr' alle drei ängstlich ins Unterholz gedrückt, weil es dort wirklich
sehr - wie sagt man... spukulös? spuktiv? spuktant? spukolent? - also sehr unheimlich und seltsam war!
Ziemlich seltsam, fing auch der letzte Monat für uns Mäusepüpse an: Es war am Freitag, den 1. Okto-
ber, als uns der Heimwerkerkönig morgens einfach so kein Frühstück gegeben hat und
stattdessen
irgendwie nervös immer wieder auf die Uhr sah?? Wenig später, gab’s dann doch noch ein paar kleine
Leckerchen, die er aber umständlicherweise in eine seltsame
Kunststoffkiste warf, die schon seit 2
Tagen ziemlich sinnlos bei uns im Wohnzimmer stand. Alicia und ich waren uns ganz sicher, dass es
sich um ein ganz neues, tolles Spiel handeln musste,
und so stürmten wir in die komische Kiste um
uns die Leckerlis zu holen. Doch dann, Zack - ging ein Türchen hinter uns zu und wir waren in der Kiste
gefangen!!! Das war jetzt aber ein blödes
Spiel und es gefiel uns irgendwie kein bisschen - trotz der
Leckerchen! Doch das war dem Heimwerkerkönig irgendwie total egal und er trug uns mitsamt der
Kiste ins Auto und dann ging
es auch schon los. Alicia und ich sahen uns interessiert die vorbei-
fliegenden Bäume an und Guido redete ununterbrochen beruhigend auf uns ein, von wegen dass wir ja
gaaanz brave
Mäusekinder seien und so weiter... Uns war natürlich schon längst klar, dass wir ganz
bestimmt keinen Ausflug zum Zoo machen, denn der Heimwerkerkönig steuerte wieder nach Fühlingen
und da wohnt unser Tierarzt! Der ist eigentlich ganz nett und tut uns auch nie wirklich weh, aber
weshalb besuchen wir ihn denn so früh am Morgen und nicht nachmittags, wie sonst auch?
Beim Tierarzt angekommen, wurden wir wieder abgehört und unsere neuen Zähnchen wurden auch
bewundert, die hatten wir uns nämlich erst kürzlich zugelegt! Dann gab’s noch schnell eine Spritze
und
ich wurde ganz plötzlich unglaublich müde. Wir wären wohl doch besser nicht so früh gefahren, denn ich
war auf einmal so müde, dass ich sogar auf Guidos Arm eingeschlafen bin.
Als ich wieder wach wurde,
lag ich mit Alicia in einem Gitterkäfig, den ich überhaupt nicht kannte und war im Prinzip noch immer
total müde. Aber wo war unser Personal, wo war unsere blöde
Plastikkiste und warum hatte Alicia
plötzlich knallgrüne Ohren??? Doch bevor ich ernsthaft darüber nachdenken konnte, bin ich auch
irgendwie schon wieder eingeschlafen...
Irgendwann hörte
ich zum Glück wieder Guidos Stimme und eine mir völlig unbekannte Frau stopfte
Alicia und mich wieder in die Plastikkiste und brachte uns, frisch umgetopft, endlich wieder zum Heim-
werker
könig, den wir freudig angähnten. Schnell waren wir wieder im Auto und diesmal waren uns die
vorbeifliegenden Bäume völlig egal, Hauptsache wir sind nur bald wieder zurück in Birch House!
Endlich wieder in unserem Wohnzimmer angekommen, kletterten wir aus der Kiste und watschelten
erstmal zum Wassernäpfchen, denn wir hatten einen riesigen Durst, wie noch nie vorher!
Nachdem wir
beide ausgiebig getrunken hatten, fiel mir auf, dass Alicia mich dauernd anstarrte, als hätte ich sie nicht
mehr alle! Mädchen können schon blöde sein, aber als ich kurze Zeit später
am Schlafzimmerspiegel
vorbeigeschlufft kam, stellte ich mit Schrecken fest, dass meine Ohren auch knallgrün waren!
Ich sah tatsächlich so aus, als hätte ich sie nicht mehr alle...
Marion war ganz begeistert von unseren grünen Ohren und meinte, dass wir die Stars auf jeder
Halloweenparty wären, wenn wir denn hingingen. Alicia und ich haben uns aber erst mal ein
ruhiges
Eckchen gesucht, um uns den fiesen Praxisgeruch aus den Fellchen zu putzen, dabei haben wir
gesehen, dass man Alicia teilweise rasiert und offensichtlich einen Knopf an den Bauch
genäht hatte.
Den Knopf hatte sie wohl schon verloren, aber die Fäden waren noch da! Man kann wirklich nicht zum
Tierarzt gehen, die haben nur Blödsinn im Kopf!!
Auch ich fühlte mich
irgendwie ein wenig seltsam - erleichtert fast, aber nur ganz hinten??
Der Heimwerkerkönig meinte schon, ich hätte bestimmt jetzt zu wenig Anpressdruck auf der Hinter-
achse... Ich hab dann mal
rein interessehalber nachgesehen und was soll ich euch sagen: Das ganze
Glockenspiel ist weg!! Einfach so! Gut, das Futteral war noch noch da, aber völlig leer, alles geklaut
während ich
geschlafen habe - Frechheit!! Guido hat mich dann beruhigt und meinte, wenn ich wirklich
nicht mehr so gut um die Kurven komme, dann macht er mir nen kleinen Heckspoiler an den Popo,
doch ich glaube, es ist nicht so schlimm - aber dran gewöhnen muss man sich schon. Toll ist allerdings,
dass die grüne Farbe an unseren Öhrchen beim Fellputzen langsam abgeht und schon am
nächsten
Morgen waren alle weißen Stellen in unseren Pelzchen auch froschgrün! Kurze Zeit später waren dann
auch die Sofa und Stuhlkissen, der Badvorleger und die Bettbezüge grün, was
Marion dann aber nicht
mehr ganz so lustig fand - dafür aber wir! Der Heimwerkerkönig hat uns dann noch erklärt, dass man
uns mit der grünen Farbe die Fahrgestellnummer in die Öhrchen
tätowiert hat und dass wir jetzt auch
beide bei der Tasso-Zulassungsstelle angemeldet sind. Das muss wohl wichtig sein, wenn man draußen
unterwegs ist - klar, ist ja beim Auto auch so ähnlich.
Allerdings ist es draußen inzwischen ganz schön frisch und usselig geworden. Wir hatten ja keine
Ahnung, dass es außer Sommer noch andere Jahreszeiten gibt, so alt sind wir ja noch gar nicht.
Karim meinte, dass es auch noch einen Winter gäbe, der sogar noch viel kälter als der Herbst wird,
aber auch eine wirklich ganz besondere Jahreszeit sei. Warum hat er jetzt nicht gesagt, aber
er würde
uns das bald mal in aller Ruhe beim Spekulieren auf der Fensterbank erzählen. Allerdings könne er
leider erst vernünftig spekulieren, wenn unser Personal wieder lecker Spekulatius
im Haus hat.
Gut, ich werde das dann mal so an Marion weitergeben...
Mit Karim sind wir immer gerne zusammen, weil er so viel weiß und uns auch vieles beibringt, also zum
Beispiel, wie man doofe Kater abschreckt indem man sie erst übel anfaucht und dann ganz
angestrengt
und intensiv ignoriert - auch wenn man 30 Zentimeter neben ihnen auf der Wiese sitzt. Karim ist ein
wahrer Meister in dieser Disziplin und beim fiesen Roten Baron, der uns immer über
die Wiese jagt,
hat er es inzwischen zur Perfektion gebracht: Denn den ignoriert Karim inzwischen noch nicht mal
mehr - bewundernswert! Zum Glück hat der Rote Baron momentan auch vor Alicia
und mir ein bisschen
Respekt, aber ich fürchte, dass liegt wohl überwiegend daran, dass er unsere giftgrünen Ohren für eine
ganz schlimme, ansteckende Krankheit hält...
Aber wie auch immer,
uns soll es Recht sein, denn wir sind unglaublich gerne im Garten, weil es dort
immer was zu entdecken und zu erforschen gibt. Alicia hat neulich beim Pipi machen im Blumenbeet
heraus
gefunden, dass es sogar Tiere gibt, die unter der Erde leben und weil sie befürchtete, dass ihr
das keiner glauben wird, hat sie das Tier sofort gefangen und schnell mit ins Wohnzimmer gebracht,
um es dort Marion zu zeigen. Nachdem es der Dame des Hauses erfolgreich gelungen war ihren
Würgereiz unter Kontrolle zu bringen, wurde Alicia aber trotzdem ausgiebig gelobt und Guido
durfte den
fetten Regenwurm dann zurück in Garten werfen... Einen kleinen Igel haben wir inzwischen auch schon
im Unterholz entdeckt, laut Karim wohl ein Nachfahre des sagenumwobenen
Hausigels 'Churchill',
allerdings ist er ein unglaublicher pieksiger Stichling und wir wissen noch nicht, wie wir ihn jemals bis
ins Wohnzimmer tragen sollen. Aber das ist auch nicht wirklich wichtig,
denn wir müssen eh noch
unglaublich viele Blätter fangen und wir sind schon wahnsinnig darauf gespannt, wie diese geheimnis-
volle Jahreszeit 'Winter' wohl so sein wird. Doch momentan sind
ja sogar noch ein paar Blätter so grün
wie unsere Öhrchen es am Monatsanfang waren
und dann ist doch eigentlich
erst mal alles noch im grünen Bereich.
Klick mich an !
Also, haltet mal schön die Öhrchen steif:
Euer Sir Clooney

01.12.2010
Kuckuck - hier ist die Alicia!
Eigentlich wäre ja jetzt wieder der Kistenkater Karim dran gewesen, aber weil er schon fleißig an seiner
Neujahrsansprache arbeitet, hat er mich gebeten euch zu informieren, was bei uns wieder
so los war.
Der November war ja wettermäßig ganz schön blöde: Dauernd hat es wie verrückt gestürmt und un-
aufhörlich geregnet, da hatte man ja gar keine Lust mehr in den Garten zu gehen!
Clooney und ich waren echt sauer und aus lauter Langeweile sind wir einfach ein gutes Stück ge-
wachsen - was sollte man auch sonst machen... Aber auf die Dauer war das natürlich auch nicht
wirklich spannend und so sind wir dann irgendwann doch wieder raus gegangen, egal ob es in Strömen
geregnet hat, oder uns die Birkenblätter um die Öhrchen flogen. Karim zog es allerdings
weiterhin vor,
auf der warmen Fensterbank zu liegen und uns durchs Fenster beim rumkaspern im Holunderbaum
zuzusehen. So ein Herbst ist schon eine wirklich aufregende Sache, da muss
man nämlich ganz schön
aufpassen, denn teilweise brechen ganze Äste oben in der riesigen Birke ab und können einem genau
zwischen die Ohren fallen! Aber bisher ist es ja immer gut
gegangen, nur Marion und Guido fanden es
ein wenig unvorteilhaft, wenn wir nass wie zwei Kanalratten zur Tür reingestürmt kommen und ihnen
zur Begrüßung sofort auf den Schoß springen.
Da kann man aber nix machen...
Aber so ganz langsam wird es fies kühl da draußen und wir sind uns fast sicher, dass diese unbekannte
Jahreszeit, von der Karim neulich gesprochen hatte,
gar nicht mehr so besonders weit weg sein kann.
Auch ansonsten scheint irgendwie etwas Besonderes in der Luft zu liegen, denn es breitet sich so eine
seltsame Vorfreude auf irgendein Ereignis
aus. Möglicherweise hängt ja alles mit dem mysteriösen
Kugelfest zusammen, denn ich hab genau gehört, wie der Heimwerkerkönig neulich zu Marion gesagt
hat: "Wir müssen unbedingt noch
beim Möbelschweden die billigen Plastikkugeln besorgen, denn wenn
die Hooligans erst mal feierlich im Weihnachtsbaum hängen, ist nämlich Schicht mit Stihile Nacht in
champagner/truffle - mundgeblasen..."
Das muss Marion wohl auch so gesehen haben, denn sie war stets von unserer Baumakrobatik stark
beeindruckt und schon wenige Tage später, stand tatsächlich eine riesige, durchsichtige Box
voller roter
Kugeln im Schlafzimmer. Das fanden wir alles ganz schön seltsam und weshalb sollte es auf einmal ein
Problem sein, wenn wir im Baum hängen? Machen wir doch sonst auch dauernd!
Wir mussten unbedingt
herausfinden, was hier vor sich geht, was das Besondere am Winter ist, wozu es das Kugelfest gibt und
weshalb so eine seltsame Spannung in der Luft liegt??
Zum Glück
hatte es sich unser guter Karim eines Abends wieder auf der beheizten Fensterbank
gemütlich gemacht und Marion stellte ihm ein Tellerchen mit seinen geliebten Spekulatiusstückchen
vor die
Nase. Während Karim sofort genüsslich losknusperte, sprang ich ganz schnell mit Clooney dazu
und endlich konnten wir zum ersten Mal mitspekulieren. Nachdem Marion das Tellerchen mit einem
angemessenen Nachschlag aufgefüllt hatte, fragte ich Karim, ob er uns nun endlich erzählen würde,
was denn das Besondere am Winter ist. Karim schnurrte laut und kaute bedächtig, dann sah er
lange
nachdenklich aus dem Fenster wo die inzwischen blattlose Birke langsam in der Dämmerung ver-
schwand und begann mit geheimnisvollem Tonfall zu erzählen:
"Winter ist die Jahreszeit der Gegensätze. Er bedeutet eisige Kälte, Frost, Dunkelheit, Einsamkeit und
oft sogar Tod. Aber gleichzeitig auch Geborgenheit, Freude, Liebe und Wärme.
Der Winter verzaubert
auf magische Weise die hässlichsten Landschaften in eine wunderschöne Traumwelt aus glitzerndem,
weißen Schnee, der leise unter den Pfoten knirscht und alle Geräusche
sanft mildert. Die Menschen und
ihre Tiere werden im Winter, und besonders zu Weihnachten, von einer geradezu magnetischen Kraft
nach Hause gezogen. Sie suchen das wärmende Feuer, die
Gemeinschaft der Familie, der Liebsten oder
auch der Kirche. Sie suchen Schutz vor der beißenden Kälte und der bedrohlichen Dunkelheit im
behaglichen Licht hinter sicheren Mauern und geschlossenen Fenstern
. Winter ist die Zeit, in der uns
an langen, kalten und dunklen Abenden die Geister der Vergangenheit im wärmenden Feuerschein
begegnen. Als lodernde Flammenschatten an
den vertrauten Wänden umringen sie uns plötzlich wie
Geschworene tief in der Nacht. Doch auch wenn sie uns erschrecken und ängstigen, sollten wir
freundlich und zuvorkommend mit ihnen
umgehen. Denn wir müssen unseren Frieden mit ihnen
schließen bevor der Schnee schmilzt und der Kreislauf der Jahreszeiten erneut beginnt."
Nach einem Moment der Stille maunzte Clooney ängstlich, dass der Winter ja richtig unheimlich sei und
auch ich war ganz erschrocken! Doch Karim lachte nur und meinte, dass wir nicht ängstlich
sein
müssen, weil wir ja eigentlich noch gar keine Vergangenheit haben. Aber wir sollten uns unser Handeln
immer gut überlegen, denn auch wenn wir älter werden, wird es jedes Jahr wieder
einen Winter geben!
Doch dann erzählte uns Karim von Weihnachten, von einem ganz großen, mit glänzenden Kugeln und
Lichtern geschmückten Tannenbaum neben dem Kamin und von
wunderschönen Geschenken, die
brave Katzen dann bekommen würden. Er erzählte von all den vielen Jahren, in denen er mit Lady
Cindy und Lady Mandy versucht hat den Weihnachtsmann zu
erwischen, wie sie sich nächtelang auf
dem kalten Balkon und den warmen Fensterbänken versteckt haben, nur um einmal zu sehen, wie er
mit seinem Rentierschlitten im Garten landet, oder wie
er durch den Kamin rutscht. Er erzählte uns vom
Heimwerkerkönig, der sich, alle Jahre wieder, im kalten Garten, laut fluchend, mit verknoteten Lichter-
ketten abplagt und vom unwiderstehlichen
Geruch Marions selbstgebackener Plätzchen, die noch viel
unwiderstehlicher schmecken. Das hörte sich ja alles schon viel besser an und auch Clooney war damit
einverstanden, dass der Winter,
und ganz besonders Weihnachten, kommen kann. Schnell leckten wir
noch die letzten Spekulatius-Krümmelchen aus dem Tellerchen und kuschelten uns bis zum Morgen auf
ein großes
Sofakissen. Am nächsten Tag konnten wir es kaum abwarten, dass unser Personal von der
Arbeit zurückkommt, denn wir wollten unbedingt von Karim gezeigt bekommen, wo der Weihnachts-
mann
in Birch House Gardens landen würde! Kaum hatte Guido uns die Tür geöffnet, fegten wir schon
die Rampe hinunter um im Garten nach Karim zu suchen. Der war gerade wieder mal damit
beschäftigt,
dem Roten Baron einen Platzverweis zu erteilen und hatte sich zwecks dessen auf die doppelte Größe
aufgeplustert. Nachdem der Baron in die Flucht geschlagen war, schrumpfte
Karim schnell auf Normal-
größe zurück und zeigte uns ganz präzise die Einflugschneise. Denn es gibt nur einen Anflugsweg, bei
dem der Weihnachtsmann nicht an einem Baum hängen bleibt und
auch noch genügend Bremsweg zur
Verfügung hat. Clooney und ich waren sofort überzeugt, dass es genau so passieren muss! Auch im
Haus verändern sich so langsam einige Dinge, die wohl
auch mit Weihnachten zu tun haben müssen: Überall gibt es schöne Dekorationen und kleine Lämpchen leuchten abends an den Fenstern und auf
dem Kaminsims. Es gibt einen kuscheligen Kranz
mit vier Kerzen und eine haben wir am Sonntag auch
schon angezündet. Dazu gab es für alle Mäusepüpse einen selbstgebackenen Keks und ganz leckere
Luft, die von zwei anderen Kerzen kommt,
die der Heimwerkerkönig auch beim Möbelschweden besorgt
hat und die traumhaft nach Kuchen riechen! Es ist unglaublich muppelig und gemütlich bei uns und wir
haben auch keine Angst, wenn
jetzt früh dunkel wird, denn unser Guido hat inzwischen die Weihnachts-
beleuchtung an den Balkonkästen, dem Gartenhaus und der großen Tanne angebracht. Natürlich nicht
ohne die Nachbar
schaft mit seinen lauthals vorgetragenen Flüchen über das widerborstige, verfuddelte
Lichterkettengesindel in vorweihnachtliche Stimmung zu bringen...
Eines Abends lagen mein Brüderchen und ich wieder mit
Verteidigungsminister Karim auf der Fenster-
bank und fragten ihn, wann denn endlich der tolle Weihnachtsbaum aufstellt wird und wann es denn die
Geschenke gibt? Doch Karim meinte nur, dass
wir Geduld haben müssen und dass der Baum schon
pünktlich am Kamin stehen werde. Viel wichtiger sei allerdings, dass wir ehrlich und brav sind, denn
der Weihnachtsmann würde alles sehen und
Geschenke gäbe es ja auch nur für brave Katzen...
"Karihiim, ist Tapete abkratzen sehr schlimm?" wollte Clooney plötzlich dringend wissen und ich machte
mir auch etwas Sorgen wegen dem
zerfetzten Badvorleger... Doch Karim meinte, dass das gerade
noch zu vertreten sei - wenn auch nicht besonders hilfreich. Als ich dann vom Kistenkater wissen wollte,
weshalb denn überhaupt Weih
nachten ist, da schnurrte Karim und meinte, dass er sehr gehofft hatte,
diese Frage von uns zu hören, denn die Geschenke und der Weihnachtsbaum wären zwar sehr schön,
aber wirklich wichtig
sei eigentlich die Weihnachtsgeschichte und jetzt wäre eine gute Zeit sie uns zu
erzählen. Clooney und ich spitzten aufgeregt die Öhrchen, als Karim wieder nachdenklich aus dem
Fenster
in den Nachthimmel blickte, wo die Sterne hell leuchteten. Er räusperte sich kurz und dann
begann er leise zu erzählen: "Wenn in einer Winternacht..."
Es wurde eine sehr aufregende Geschichte und eine sehr lange Nacht auf der Fensterbank, doch am
nächsten Morgen waren wir froh, dass wir bis zum Ende zugehört hatten und ich kann euch gar
nicht
sagen wie sehr Clooney und ich uns jetzt auf den Winter freuen! Auf wilde Verfolgungsjagden im lautlos
fallenden Schnee, auf Marions leckere Plätzchen und auf kuschelige Abende mit Karim
auf der Fenster-
bank in leckerer Luft.
Aber am allermeisten freuen wir uns jetzt auf Weihnachten
und ich hoffe ihr alle auch!
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Ich wünsche Euch allen ein glückliches und wunderschönes Weihnachtsfest:
Eure Lady Alicia

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