01.04.2009
Kuckuck - hier ist die Lady Mandy
!
Eigentlich war es ein ganz gewöhnlicher Wochentag, so wie jeder andere. Ich machte friedlich
Nuffi-Nuffi in meinem
warmen Körbchen und wartete darauf, dass mein Personal endlich von der
Arbeit nach Hause kommt. Während ich noch
von leckeren, kleinen Mäuschen träumte, hörte ich,
wie vor der Haustür eine Autotüre zugeschlagen wurde und war mir sofort sicher,
dass gleich der
Heimwerkerkönig zur Haustür reinkommen würde. Auch das Geräusch der zuschlagenden Heckklappe
stimmte und so
streckte ich mich noch einmal genüsslich und machte mich schnell auf den Weg zur
Tür, um Guido dort zu begrüßen.
Kaum hatte mein Dosenöffner die Tür einen Spalt weit geöffnet,
flutschte ich schon hindurch um ihn schnurrend und köpfchengebend
in Birch House willkommen zu
heißen. Als Gegenleistung, wurde ich erst mal so richtig schön beknuddelt und noch ehe der
Heimwerkerkönig
zu irgendetwas kam, flitzte ich schnell ums Haus, weil man bei der momentanen
Wetterlage jede Regenpause ausnutzen muss, um sich mal im
Garten umzusehen zu können.
Ich schnuffelte an den frisch austreibenden Sträuchern und Büschen und kaute mit großer Begeisterung
auf den jungen
Grashälmchen herum. Endlich erschien auch der Herr des Hauses auf dem Rasen und
betrachtete sorgenvoll das wieder reichlich sprießende Moos in der
Wiese. Vor allem unter der großen
Birke hatte es sich wieder ganz schön ausgebreitet und der Heimwerkönig sah sich schon wieder hinter
dem dreckschmeißenden
Vertikutierer durch die Ländereien latschen...
Auch das Frauchen von unserem Kistenkater Karim war im Nachbargarten unterwegs und fragte Guido,
ob er meinen
getigerten Verteidigungsminister irgendwo gesehen habe.
"Nö - bisher noch nicht, ich hab mich schon gewundert!" antwortete dieser und schaute nochmal
unter den Tannen nach, aber auch dort war Karim nicht zu sehen, der, laut der Nachbarin, auch die
letzte Nacht nicht Zuhause verbracht hatte.
Auch ich konnte meinen Kumpel nirgends in den Rabatten
entdecken - schon ungewöhnlich irgendwie...
Dummerweise, fing es auch so langsam wieder an
zu Regnen und so machte ich mich mit Guido wieder
auf den Weg zurück ins Haus, denn mittlerweile hatte ich auch ziemlich Hunger bekommen.
Nachdem mein Abendnäpfchen mit einer ansprechenden Köstlichkeit zu meiner Zufriedenheit befüllt
war, machte ich mich ans Futtern und der
Heimwerkerkönig auf den Weg zum Balkon, um die Hütte
mal so richtig durchzulüften, denn mein aromatisches Häufchen im Katzenklo hatte in den letzten
Stunden zu einer beachtlichen Vermuffung geführt. Kaum auf dem Balkon angekommen, bemerkte
Guido, dass sich in der Katerkiste der zugehörige
und, wie bereits erwähnt, vermisste Kistenkater
Karim befand. Doch anstatt Guido, wie üblich, überschwänglich zu begrüßen, taumelte ein völlig
neben
sich stehender und wie betrunken wirkender Karim aus der Kiste.
Mein Grenzschutzbeauftragter hatte übelste Gleichgewichtsprobleme und konnte sich
kaum auf den
weiß besockten Pfoten halten! Schnell packte sich der Heimwerkerkönig den angezählten Katerling und
parkte ihn in den Sessel, um ungeachtet
der üblen Vermuffung, die Balkontür sofort wieder zu
verschließen. Es war augenscheinlich klar, dass es um den sichergestellten Verteidigungsminister alles
andere
als gut stand. Sofort wurde Karims Frauchen telefonisch in Alarm versetzt und schon wenige
Minuten später, folgte die Übergabe des, zwischenzeitlich in
meinen Kennel eingetopften, Streifen-
tierchens. Karimchens Frauchen fegte mit einer Geschwindigkeit in Richtung Tierklinik, die jedem
Streifenpolizist
ein breites Grinsen ins Gesicht gezaubert hätte, doch es gab wirklich keine Zeit mehr zu
verlieren!
Stundenlang warteten die zurückgebliebenen Bewohner
von Birch House hibbelig auf Nachricht über
den Zustand des geliebten Kistenkaters. Endlich klingelte das Telefon und man erfuhr, dass der arme
Karim kein Pipi
hatte mehr machen können, weil fieser Harngrieß sozusagen sein bestes Teilchen
verstopft hatte. Dadurch hatten sich im Blut jede Menge Giftstoffe angesammelt,
ganz zu schweigen
von der zum Bersten gefüllten Blase und den damit verbundenen Schmerzen.
In der Klinik hatte man entschieden, meinen Katerkumpel
sofort zu operieren und auf Grund der durch
den Pipistau ziemlich schlechten Nierenwerte, sicherheitshalber erst mal für zwei Tage zu kasernieren.
So gingen also trübe Tage ins Land, erfüllt von der Sorge um meinen guten Karim muppelte ich mich
lustlos in mein Körbchen und auch die täglichen
Gartenbegehungen waren nicht dasselbe, so ganz ohne
meinen treuen Karim. Doch am dritten Tag sah ich endlich meinen Grenzschutzbeauftragen mit einer
dieser
widerlichen Satellitenschüsseln um den Hals auf der heimischen Fensterbank sitzen und weh-
mütig durch das Fenster nach Birch House Gardens spechten!
Auch wenn er noch nicht zu mir raus konnte, war ich heilfroh, dass es Karim wieder besser zu gehen
schien, denn immerhin war er wieder zu Hause und wirkte,
so durch die Scheibe betrachtet, auch
wieder ganz fit. Es dauerte allerdings noch fast 2 Wochen, bis plötzlich wieder die Fußmatte auf
unserem Balkon zu unerwarteter
Lebhaftigkeit erwachte und tatsächlich, da war er wieder:
Mein Karim! Schnell wurde von Marion die Tür geöffnet und ein putzmunteres Katerchen stürmte
herein
und versuchte sofort den nächstliegenden Teppich zu ermorden! Es war ganz offensichtlich,
dass Karimchen wieder ganz der alte Haudegen war, nur von hinten
betrachtet, sah er doch sehr
gewöhnungsbedürftig aus:
Ich sag es wirklich nur ungerne und es ist mir irgendwie auch ein bisschen peinlich, aber... naja...
Karim ist neuerdings im Schritt rasiert!
Aber da wollen wir uns mal nicht so anstellen, denn mein tapferer Karim
kann im Grunde wirklich alles tragen....
Klick mich an !
Mit modisch-trendigen Grüssen:
Eure Lady Mandy

01.05.2009
Mahlzeit, hier ist wieder der Karim!
Ich hoffe ja mal, dass ihr alle das hervorragende Wetterchen der letzten Tage ausgiebig genießen
konntet.
Für einen vielbeschäftigten Kater, der ja als Verteidigungsminister, Brandschutzbeauftragter
und Grenzschützer
permanent im Einsatz ist, sind die lauen Frühlingsnächte unter freiem Himmel eine
wahre Wohltat.
Man sucht sich an einem strategisch geeigneten Platz ein kuscheliges Grasbettchen und
döst genüsslich dem
neuen Tag entgegen, während man nur ab und zu einen nächtlichen Besucher der
Ländereien von Birch House Gardens verweisen muss.
Doch diese friedliche und beschauliche Stimmung im nächtlichen Garten, wird leider von einer ganz
erbärmlichen Truppe
nachhaltig und aufs allergemeinste gestört! Sie hören auf den exotischen Namen
'Ixodes Ricinus' und ich sage euch eins:
Es handelt sich hier keinesfalls um ein griechisches Abführmittel, sondern um die Piraten der Prärie,
die Vampire der Vegetation,
die Geißel der Grasnarbe, es handelt sich um hinterhältige, fiese Zecken!!
Man sieht sie nicht, man spürt sie nicht und doch sind sie da und bekrabbeln uns klammheimlich um
uns das Blut auszusaugen.
Dieser Zustand ist so nicht akzeptabel und deswegen prangere ich das jetzt aber mal an!!
Ich trage brav mein Flohhalsband, ich putze mich regelmäßig und wirklich sehr gründlich, doch
trotzdem muss der Heimwerkerkönig
mir momentan fast täglich mehrere dieser Schmarotzer aus dem
Fell popeln...
Auch Tiffy, Lady Mandys beste Freundin, wurde schon mit
diversen Saugetierchen im Pelzchen
angetroffen und musste sich, genau wie Mandy und ich, letztendlich einer Behandlung mit Frontline
unterziehen.
Diese unangenehme Zeckentaufe wurde von unserem Personal in hinterhältigster Art und
Weise durchgeführt: Während Marion einem vorne zur allgemeinen
Begeisterung Leckerchen anbot,
wurde man vom Heimwerkerkönig hinterrücks und ohne Vorwarnung, heimtückisch betröpfelt.
Gut, es gibt wohl Schlimmeres - aber wenn vor Somalia ein paar Schiffe von Piraten entführt werden,
stürzt sich sofort die halbe US-Navy auf die Übeltäter,
wenn aber ununterbrochen friedliebende Katzen
von Abermillionen Zecken angegriffen und ohne Vorwarnung geentert werden, dann kommt natürlich
niemand!
Wo bleibt da die Bundesmarine??? Was unternimmt Frau Merkel???
Es zeichnete sich mal wieder sehr deutlich ab, dass sich niemand wirklich um diese Problematik zu
kümmern gedenkt und somit wieder alles an mir,
in meiner Funktion als Verteidigungsminister, hängen
bleiben würde!
Glücklicherweise konnte ich erst kürzlich, durch puren Zufall, im Fernseh-Spätprogramm
eine sehr
aufschlussreiche Dokumentation verfolgen, die sich mit der Bekämpfung des Vampirismus beschäftigte!
Während Guido und Marion, leise
schnarchend auf der Couchgarnitur, völliges Desinteresse
demonstrierten, schlug ich mir aufmerksam die Nacht um die Ohren, um kein Detail der
spannenden
Erläuterungen auf dem Bildschirm zu verpassen! Um dem Vampirismus angemessen begegnen zu
können, benötigt ein mutiger Kater,
laut dieser Fernsehsendung, nämlich genau drei Dinge:
1.) Reichlich Knoblauch
2.) Ein Kreuz
3.) Diverse Holzpflöcke
Des Weiteren konnte ich in Erfahrung bringen, dass Vampire offensichtlich nur nachts erfolgreich zu
bekämpfen sind, da sie das Tageslicht scheuen wie die Maus die Katze!
So erklärt sich natürlich auch,
dass sich die fiesen Zecken in den Tiefen unserer Fellchen verstecken - dieses lichtscheue Gesindel!
Doch diesem Treiben werde ich ab sofort ein Ende bereiten! Wo in der Küche der Knoblauch hängt,
weiß ich schon und die Holzpflöcke zum Pfählen der schlafenden Vampire
konnte ich auch schon,
entsprechend der Zeckengröße, in Form von Zahnstochern organisieren! Mit dem Kreuz tu ich mich
momentan allerdings noch ein bisschen schwer,
aber auch dafür wird sich mit Sicherheit bald eine
Lösung finden. Laut der Dokumentation, verbergen sich die Vampire, also die Zecken, tagsüber in
einem hochgelegenen
Schloss namens 'Dracula', von wo aus sie zu ihren nächtlichen Beutezügen
ausschwärmen. So verbrachte ich also die nächsten Tage damit, die genaue Position des Schlosses
in Birch House Gardens zu ermitteln, was wesentlich schwieriger war, als ich mir das vorgestellt hatte.
Doch nach ca. einer Woche energischsten Suchens und Schnüffelns konnte ich den Unterschlupf der
Zecken ausfindig machen!
Das Schloss war beim Gartenhaus und alles war fast genau so, wie im Fernsehen beschrieben:
Es war hoch gelegen - so ca. 1,10m, es war ein richtiges Schloss - sogar ein Vorhängeschloss!
Allerdings stand 'Abus' drauf und nicht Dracula, aber das klingt doch auch viel besser
und ist nicht so
sperrig wie 'Dracula': 'Schloss Abus' - hier war ich ganz bestimmt richtig!!
Bei meinen Ermittlungen im Garten hatte ich sogar noch ein kleines Kreuz unter der riesigen Hortensie
auf Lady Cindys Grab entdeckt, somit war meine Ausrüstung vollständig
und ich konnte mich beruhigt
in meine Balkonkiste muppeln, um schon mal vorzuschlafen, denn die folgende Nacht würde lang und
aufregend werden!
So gegen 23:00 Uhr machte ich mich so langsam für den Einsatz bereit und legte mich mit meinen
Knoblauchknollen und den Zahnstochern zum Kreuz unter Lady Cindys
Hortensie. Ohne die geringste
Unterbrechung beobachtete ich Schloss Abus am Gartenhäuschen mit Argusaugen und dem guten
Gefühl, allerbestens bewaffnet zu sein. Als der Morgen
endlich über die Tannenspitzen krabbelte,
war ich mir absolut sicher, dass keine einzige Zecke das Schloss verlassen hatte und eine genaue
Untersuchung meiner selbst
bestätigte, dass sich keine einziger Vampir in meinem Pelzchen eingenistet
hatte. Die Sache hatte 100%ig funktioniert!
Also werde ich jetzt Schloss Abus besser weiterhin im Auge behalten und meine Sicherheitsausrüstung
hält sogar fremde Kater davon ab, Lady Cindys Grab zu bedröseln...
Und ob ihr es glaubt oder nicht, dank meiner beherzten Intervention, sind wir jetzt alle schon seit Tagen
völlig zeckenfrei. Was will man mehr?
Von wegen, dämliche Tröpfchen in den Nacken - das nützt doch nix - alles dümmlicher Aberglaube...
Nur gut, dass ich besser informiert bin als der Heimwerkerkönig
und das Problem mal konsequent
an der
Wurzel des Vampirzahnes gepackt habe!
Klick mich an !
Ein Kater muss halt tun, was ein Kater tun muss
:
Euer Kistenkater Karim

21.06.2009
Huhu, hier ist die Lady Mandy!
"Ding-Dong" machte es an der Haustür und schon wenige Sekunden später öffnete der Heimwerker-
könig die selbige um dann,
mit einem großen Fragezeichen über dem Kopf, auf eine Wand aus Papp-
karton zu starren. Plötzlich schob sich seitlich hinter der Pappwand
ein Männlein vom Herpes Versand
halbwegs in Blickfeld und keuchte verschwitzt: "Ein Paket für Sie!" Der Heimwerkerkönig stutze kurz,
meinte dann aber:
"Prima, was ist es? Ein Zweifamilien-Fertighaus?" Doch schnell stellte sich heraus,
dass es sich um das neue Bett unseres Personals, und natürlich meiner Knusprigkeit handelte,
welches in relativ großzügig bemessener Umverpackung angeliefert wurde. Nachdem Guido das
Riesenpaket, sowie noch ein weiteres mühsam in der Diele von Birch House
geparkt hatte, machte sich
schnell seine berufliche Erfahrung im Qualitätswesen bemerkbar, denn er begann sofort damit die
Kartons zu öffnen und deren Inhalt sowie
größere Mengen beiliegenden Styropors gleichmäßig im
Wohnzimmer zu verteilen...
"So, Frau Mandy - wir machen jetzt mal einen 'Functional Build' meinte er in seinem Firmen-
Kauderwelsch und breitete die Aufbauanleitung gut sichtbar auf dem Esstisch aus. Kaum eine Stunde
später, hatte der Heimwerkerkönig:
lästige Möbel beiseite geschoben, sich fast einen Bruch gehoben -
Styropor geschickt und lässig in die Ecken gekickt, Schrauben sortiert und in Gewinde manövriert -
und schon stand ein ganzes Doppelbett, mal eben zwischen Couch und Kamin - und drunter hockte
natürlich unser Karim...
Etwas nachdenklich und misstrauisch begutachtete unser Guido das, was er sich da eben zusammen-
geschraubt hatte und machte einen nicht wirklich zufriedenen
Eindruck. Also, Karim und mir gefiel das
neue Bett eigentlich ganz gut, obwohl wir die noch nicht vorhandene Liegefläche doch als irgendwie
nachteilig empfanden.
Wenig später erschien auch Marion, der das Bett auch auf Anhieb gut gefiel,
allerdings hatte es den Anschein, als hätte sie es dann doch lieber gesehen wenn es im
Schlafzimmer
stehen würde... Mit solchen Nebensächlichkeiten konnte sich der Heimwerkerkönig zur Zeit allerdings
nicht beschäftigen, denn er brummelte:
"Das Ding ist ne völlige Fehlkonstruktion!" "Wieso - steht doch prima und stabil?!" erwiderte eine
sichtlich irritierte Marion. Doch Guido war sich seiner Sache sicher:
"Die Stützbeinchen sind nicht im Zentrum der Last! Da wo die jetzt sind, kann die keiner gebrauchen..."
"
Soll das jetzt etwa bedeuten, Du willst alle sechs Stützbeinchen unter Deine Seite schrauben, nur
damit sie dann im Zentrum der Last sind???" maulte Marion zurück,
doch es half natürlich nichts:
Eine halbe Stunde später war das Bett wieder zerlegt und unser Dosenöffner verschwand mitsamt den
Querstreben des Bettes im Bastelkeller
und ließ die Bohrmaschine bedenklich oft und lange jaulen...
Acht Bohrlöcher später erschien der Heimwerkerkönig mit den perforierten Querstreben wieder im
Wohnzimmer und war mal wieder restlos von sich begeistert!
Dank seiner spanabheben Tätigkeit,
befand sich nun an jeder Querstrebe nur noch ein Beinchen, dafür jetzt aber genau in der Mitte!
"Jetzt passen auch die Unterbettkästen aus dem blau-gelben Möbelhaus drunter und wir haben sogar
noch 2 Beinchen über - für... äh... schlechte Zeiten, oder so..."
erklärte er die Vorzüge seiner Modifikation, gefolgt von einem ausschweifenden Vortrag über die
Druckkräfteverteilung der Lattenroste in der Bettmitte.
Nachdem Marion den Wortschwall kommentarlos über sich ergehen lassen hatte, wurden die Einzelteile
des neuen Bettchens platzsparend verstaut und der Lieferung
der zugehörigen Matratzen hibbelig
entgegengefiebert. Am nächsten Wochenende war es dann endlich soweit: Die Matratzen waren
angekommen, der Heimwerkerkönig hatte inzwischen
auch neue Lattenroste gekauft und man konnte
sich vor lauter zwischengelagertem Krempel kaum noch im Haus bewegen. Jetzt wurde auch frohen
Mutes das alte Bett demontiert,
letztendlich wohl auch, damit Guido das Neue nicht noch mal im
Wohnzimmer aufbaut. Der Akkuschrauber machte Überstunden und unser Personal wuchtete wild
entschlossen die Einzelteile
der ausgedienten Ruhestätte durchs offene Fenster in den Garten, wo sie
dann, nach hartem Aufschlagen, in Ruhe auf den Sperrmüll warten konnten. Auch Kistenkater Karim
und meine
Lieblichkeit waren voll ausgelastet, indem wir uns geschickt die unter dem alten Bett
gewachsenen Wollmäuse zuspielten und im ganzen Schlafzimmer verteilten. Leider wurde unser
Spielfeld
schon kurze Zeit später rücksichtslos mit Staubsauger und Wischmopp bearbeitet und dadurch
unwiederbringlich zunichte gemacht, aber wenigstens war somit der Boden für das neue Bettchen
bereitet. Routiniert schraubte der Heimwerkerkönig das neue Schlafmöbel zum zweiten Mal zusammen,
natürlich nicht ohne währenddessen nochmals auf die Vorteile seiner Umbaumaßnahmen
hinzuweisen. Als alles endlich mit Lattenrosten und Matratzen fertig im Raum stand, sah Marion den
stolzen Bettenbauer misstrauisch von der Seite an und meinte nur drohend:
"Ich schmeiß mich jetzt da rein und wenn es dann zusammenbricht, dann Gnade Gott Deinem Zentrum der Lasterhaftigkeit..." Augenblicke später, hielt der Heimwerkerkönig die Luft an, als die Dame des
Hauses sich wie eine gefällte Tanne kippen ließ und auf den Matratzen, des glücklicherweise stand-
haften Bettes, weich aufschlug. Erst als sich ein Lächeln in
Marions Gesicht andeutete fand unser Guido
zu einer regelmäßigen Atmung zurück und begann sofort nochmal zu erwähnen, dass ja jetzt auch
unter dem Bett mehr Platz sei.
Da hatte er allerdings Recht, denn sowohl Karim wie auch ich hatten inzwischen das neu gewonnene
Versteck entdeckt und es uns inzwischen unter den Lattenrosten bequem gemacht.
Nachdem unser Personal sozusagen überbettisch alles frisch bezogen und nett zurecht gezuppelt hatte, wurde für Karim und mich, unter Verwendung zweier Tierdecken auch unterbettisch ein gemütliches
Plätzchen eingerichtet, so dass nach den lästigen Aufräumarbeiten alle Bewohner von Birch House mit
dem neuen Bett hochzufrieden waren.
"Zur Feier des Tages, sollten wir uns heute Abend mal wieder so richtig schön zergrillen!" schlug der
inzwischen hungrige Guido vor, doch Marion mahnte vorsichtig: "Hmm - wir werden zu dick!"
Doch der Heimwerkerkönig grinste verwegen und flüsterte zurück:
"Macht nix, ich hab ja für jeden von uns noch ein Stützbeinchen in Reserve..."
Ein Argument, dem dann doch schwer zu widersprechen war und so glimmte schon bald die Holzkohle
und es wurde wieder ein lustiger und leckerer Abend , an dem
sich alle auch irgendwie schon ein
bisschen aufs Bett freuten. Außerdem ist unter dem neuen Bettchen das ideale Versteck für Karim und
mich, wenn wir mal
wieder zum Tierarzt sollen, denn es heißt ja nicht umsonst in jeder Kirche:
Und suchet uns nicht in der Unterführung...
Klick mich an !
Ich wünsche Euch allzeit sichere Verstecke:
Eure Lady Mandy

04.07.2009
Mahlzeit - hier ist der Karim!
Seid mir gegrüßt, liebe Transpiranten - es ist mal wieder Sommer und in Birch House ist es allen schon
wieder viel zu warm.
Hier in der Kölner Bucht, übrigens eine der wenigen Buchten die völlig ohne Meer
auskommt, geht mal wieder kein kühlendes Windchen und die muckige,
schwüle Hitze klebt Lady Mandy
und mir im Fellchen. Da freut man sich den ganzen Tag, wenn wenigstens abends der himmlische
Heizstrahler hinter den Tannen versinkt
und man zumindest wieder die Illusion einer Abkühlung hat.
Dies ist meistens die Zeit, in der unser Personal auf den glänzenden Einfall kommt, ein wärmendes
Feuerchen im Grill zu entfachen... Abgesehen von der Wärmeentwicklung, bietet das Grillen natürlich
auch diverse Vorteile für uns Mäusepüpse, da selbstredend
auch für uns immer etwas Hähnchenbrust
mitgegrillt wird. So hockten also mal wieder alle Bewohner von Birch House mit langen Zähnen vor
dem kleinen
Balkongrill und warteten ungeduldig auf die Freigabe des Grillgutes durch den
schwitzenden Heimwerkerkönig. Vom lieblichen Duft des Grillfleisches offensichtlich magisch
an-
gezogen, zeigte sich plötzlich ein etwas schüchterner, rot getigerter, junger Katerling auf dem Balkon-
tisch und schnupperte wie paralysiert den Wölkchen unserer Feuerstelle
hinterher. Der kleine Mann war
offensichtlich noch minderjährig und und profitierte daher vom Jugendschutzgesetz was ein Verjagen
des unbekannten Hungerleiders nicht erlaubte.
Marion und Guido waren natürlich wieder hin und weg von dem kleinen Streifentierchen, welches sich
aber Annäherungen gegenüber doch eher vorsichtig und zurückhaltend zeigte.
Er wartete lieber in
seiner sicheren Ecke, ganz in Reichweite der Mäusepupsstartrampe, ob für ihn eventuell auch was
Leckeres abfallen würde.
Lady Mandy und meine Prächtigkeit schenkten dem kindlichen Eindringling
keine große Beachtung, da der Heimwerkerkönig in der Zwischenzeit mit dem Zerkleinern unserer
Hähnchenbrustfilets begonnen hatte und uns das Kinnwasser vom Schnäuzchen tropfte.
Selbstverständlich sollte sich auch für den kleinen Rotfuchs die Wartezeit gelohnt haben und so
wurde
auch er unter vorsichtigster Annäherung mit einem beachtlichen Portiönchen des Grillfleisches bedacht,
welches er auch sofort dankbar und gierig zu verpinseln begann.
Guido und Marion ließen den schmächtigen Günstling auf dem Balkon zurück und genossen mit Mandy
und mir ihre Steaks lieber im Wirkungsfeld des Deckenventilators im Wohnzimmer.
Während wir Pelztierchen uns gierig das warme Fleisch reindrehten, spechtete Marion immer wieder
kurz nach dem kleinen Katerchen auf dem Balkon, welches nach erfolgreichem
Verschlingen seines
Essens völlig ungestört den Balkon zu erkunden begann. Er schnuffelte interessiert an meiner Kater-
kiste unter dem Balkontisch herum und in die Kuschelkiste für
heimatlose Nachtschwärmer kletterte er
sogar mal kurz rein um wenig später gut gesättigt wieder im Garten zu verschwinden. Nachdem auch
unser Personal mit dem Essen fertig war
und sich mal wieder eine himmelschreiende Knoblauchfahne
zugelegt hatte, versammelte man sich sich wieder im lauen Nachtlüftchen auf dem Balkon um den
Abend mit einigen
kühlen Getränken genießen zu können. Doch der Genuss wollte sich nicht so wirklich
einstellen, denn ein muffiges Lüftchen umspielte unser Personal, welches keineswegs dem Knoblauch
zugeschrieben werden konnte. Nach kurzer Zeit erntete der Heimwerkerkönig missmutige Seitenblicke
der Dame des Hauses und fragte irgendwann leicht genervt: "Wahaas??!!"
"Atmest Du wieder durch die Hose?" kam es von Marion giftig zurück, doch Guido beteuerte seine
Unschuld und fühlte sich zu Unrecht der heimtückischen Vermuffung verdächtigt.
Auch ich bemerkte
inzwischen die etwas unschön duftende Umgebungsluft und machte mich dedektivisch an die Ursachen-
forschung - also im Prinzip, immer der Nase nach!
Mit Unterstützung von Lady Mandys rosa Näschen, schnuffelten wir auf dem Balkon umher und hatten
auch schon kurze Zeit später eine ganz heiße Spur: Die biestige Vermuffung
entstammte ganz
offensichtlich nicht dem Auspuff des unschuldigen Heimwerkerkönigs, sondern waberte heimtückisch
und unsichtbar in Bodenhöhe aus der Kuschelkiste für
Fremdkater heraus! Es war also allerhöchste
Vorsicht geboten, denn man kennt solche erschreckenden Szenarien ja noch aus der Gegend von
Ypern im 1. Weltkrieg...
Jetzt war auch Guido auf unsere erfolgreiche Suche nach der Stinkbombe aufmerksam geworden und
hockte sich vor die verdächtige Kuschelkiste, holte tief Luft, würgte kurz
und schaute entsetzt durch
das Kisteneinstiegsloch auf ein prächtiges, leise vor sich hinqualmendes Katerhäufchen, welches wohl
erst vor wenigen Minuten vom fussigen Katerling
dort zur Welt gebracht wurde.
"Der kleine Mistkäfer hat uns hier in die Kiste gekackt!" platzte es aus dem Heimwerkerkönig laut
lachend heraus. Schnell war der Corpus Delicti, mitsamt des ihm als Unterlage dienenden Handtuchs, aus der Kiste gezogen und einer sachgerechten Entsorgung zugeführt. Erfreulicherweise besserte sich
mit der Verabschiedung des miefigen Häufchens das Klima auf dem Balkon schlagartig - also, mehr so
das zwischenmenschliche Klima...
Nur innerhalb der Kuschelkiste roch es noch ein wenig streng, aber das wird ja wohl auch irgendwann
mal nachlassen. So wurde es dann doch noch ein schöner Abend an der frischen, wenn auch warmen
Luft, obwohl unser Heimwerkerkönig über die ungerechte Pauschalverdächtigung schon noch ein wenig
stinkig war. Doch nach ein paar Bierchen war aller Ärger genauso verraucht, wie die ausgebrannte
Grillkohle und später ging ich mit Guido noch mal in den Garten um die durstigen Hortensien zu gießen.
Dort trafen wir auch das kleine, fussige Scheißkerlchen wieder, welches sich aber lieber schnell in den
sicheren
Holunder flüchtete, offensichtlich wohlwissend, dass man ein Katzenklo mit Haube doch
ganz gut von einer Kuschelkiste unterscheiden kann...
Aber da wollen wir mal nicht so sein, denn der kleine Katerling wird noch viel zu lernen haben und sich
nach und nach an die Gepflogenheiten in Birch House Gardens gewöhnen müssen.
Dann wird auch er wissen, dass es sich nicht zwangsweise um ein Gewitter handeln muss, wenn es bei
uns im Garten mal kräftig donnert - zumindest dann nicht, wenn der Heimwerkerkönig
nach
dem Grillen mal kurz Blumen gießen geht und hinter der großen Hortensie
leise und erleichtert kichert...
Klick mich an !
Ich wünsche Euch stets ein frisches Lüftchen
:
Euer Kistenkater Karim

08.08.2009
Huhu, hier ist die Lady Mandy!
Endlich ist es soweit und unser Personal hat Urlaub! Es ist schon sehr nett, wenn man morgens nicht
gesagt bekommt:
"Bis nachher, sei fein lieb und pinkel nicht neben dein Klöchen!", sondern wenn einem
nach gemütlichem Frühstück erst mal
in aller Ruhe das Bäuchlein gekrault und die Öhrchen geknuddelt
werden. Auch mein Kistenkaterkumpel Karim genießt diese Zeit
und kommt schon zum Frühstück
vorbei, um eine schicke Scheibe gekochten Schinken abzustauben. Überhaupt geht es dem Männelein
ganz offensichtlich bestens, denn er hat sich ein ganz schönes Trömmelchen angefressen. Aber die
Energie die da offensichtlich in seiner
Schwarte schlummert, die wird er noch brauchen, denn im Herbst
geht es in Birch House Gardens mal wieder so richtig rund - und zwar nach
Gutsherrenart!
Unser pelziger Bauleiter wird richtig Arbeit bekommen, denn wir fällen im Herbst sechs Bäume!!
Ganz hinten im Garten steht
eine umsturzgefährdete Reihe sehr beschissener Fichten - also kurz,
serbische Fichten, die im Oktober in einer großen Aktion fallen werden.
Glücklicherweise wird dadurch der Lichteinfall in Birch House Gardens wesentlich erhöht und unser
Personal möchte die entstehende
Freifläche für ein großes Blumenbeet im Cottage-Garden Stil nutzen.
Dem Heimwerkerkönig wird es jetzt schon ganz blümerant im
Bauch, wenn er nur daran denkt, die
harte, vollkommen durchwurzelte Erde in ein fluffiges Blumenbeet zu verwandeln...
Doch noch ist es ja nicht soweit
und deshalb genießen wir alle momentan den Müßiggang und das
abwechslungsreiche Wetter in vollen Zügen. Während in Birch House also
friedlich rumgetrödelt wird,
ziehen auf den benachbarten Feldern schon die Mähdrescher Tag und Nacht ohne Pause ihre Linien
durchs Korn
um das günstige Wetter zur Ernte auszunutzen. Morgens duftet die ganze Luft nach
frischem Stroh und abends meistens nach Grillfleisch...
Möglicherweise gibt es hier einen direkten Zusammenhang mit der auffälligen Umfangsvermehrung
meines Karimchens, aber das sind natürlich
nur böse Gerüchte... Trotz der ganzen Grillerei, steht
erfreulicherweise das neue Bettchen noch und der Heimwerkerkönig musste noch nicht mal
auf die
Reservestützen zurückgreifen. Wenn dann unser Personal abends gut gesättigt tief in die Gartenstühle
einsinkt, dann schweifen die Blicke gerne
über unseren Garten und es entstehen viele Ideen und
Vorschläge, was man denn im Urlaub so machen könnte. Viele Dinge, die irgendwie mit Arbeit ver-
bunden sind,
werden dann doch erstmal aussortiert, man hat ja schließlich Urlaub.
Eine Sache, die wollte man allerdings sofort angehen und die betraf, leider Gottes, mich!
Unerfreulicherweise, wuchs unter meinem bildhübschen Pelzchen klammheimlich irgendetwas heran,
was niemand gebrauchen kann: Ein blödes Geschwür
wucherte plötzlich an meiner rechten Schulter
hinter der Vorderpfote. Da hatte es sich einen guten Platz ausgesucht, denn dort kann man so gut wie
nicht sehen.
Erst als der Heimwerkerkönig mich vor wenigen Tagen auf den Arm nehmen wollte, spürte
er diesen kirschgroßen Knubbel unter meiner Haut.
Gut, es störte ein kleines bisschen beim Laufen,
aber ansonsten war mir das Dingen eigentlich egal - meinem Personal allerdings nicht!
Schnell hatte ich einen Termin in der Tierklinik an der Hose und alle fummelten dort ein meinem
Knubbel rum. Zur Beruhigung meines Personals, war
der Knubbel umfassbar und verschiebbar, was auf
ein Lipom hin deutete. Ein Lipom ist einfach eine Fettgeschwulst, nicht wirklich gefährlich, aber sie
würde, völlig ungefragt, weiter wachsen...
Damit mein Lipom eben nicht weiter wächst, wurde ich kurze Zeit später gepiekst und dann, ja...
ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung???
Als ich wieder aufwachte, war an meiner rechten, vorderen
Seite das Fell weg und das Lipom darunter irgendwie auch! Weg war allerdings auch ein ansprechendes
Sümmchen vom Konto des Heimwerkerkönigs, aber dafür gabs einen schicken Abnäher in meiner Haut!
Gleichzeitig hatte man mir Blut abgenommen,
meine Zähnchen gereinigt, meine Krallen gekürzt und
mich mal so richtig gründlich gebürstet. Begeistert war ich aber erst mal nicht! Ich konnte es kaum
abwarten, bis ich wieder in Birch House war, wo es nicht so widerlich nach Tierarzt roch und wo mich
keine riesigen Hunde lüstern sabbernd anstarren...
Der Abnäher tut zum Glück nicht wirklich weh und ich denke, dass alles wieder gut verheilt, aber
immerhin kann ich schon wieder prima rumlaufen und ich brauchte
auch keine Satellitenschüssel zu
tragen, was ich ganz grauenhaft gefunden hätte. Allerdings durfte ich ein paar Tage nicht in den Garten,
damit kein Dreck
an meinen Abnäher kommt. Also verbrachte ich einfach noch etwas Zeit im Haus, da
ist es schön kühl und ich hab es nicht so weit zu meinem Futternäpfchen.
Mittlerweile darf ich aber auch wieder raus und dann lege ich mich ganz leger ins Blumenbeet und
knabber gemütlich ein paar Hälmchen, wie gesagt, man hat ja schließlich Urlaub...
Jetzt muss ich mir nur was einfallen lassen, damit mein abrasiertes Fellchen schnell wieder nachwächst,
weil erstens sieht das total unvorteilhaft aus,
und zweitens wird das ja auch irgendwann wieder Kalt
draußen und dann könnte es ohne mein dickes Pelzchen schnell zu einem bösen Eisbein kommen!
Aber dafür ist bestimmt noch genügend Zeit, wenn der Urlaub vorbei ist, denn wie sagt der Heim-
werkerkönig momentan gerne: Es gibt genug zu tun, lassen wir es liegen...
Ich hoffe, ihr habt auch alle eine schöne Zeit mit Eurem Personal, also
genießt den Urlaub und die Sonne, denn die Zeit ist schnell rum,
aber macht es auf jeden Fall ohne so ein blödes Lipom!
Klick mich an !
Dann erholt euch mal alle gut:
Eure Lady Mandy

01.09.2009
Mahlzeit - hier ist der Karim!
So - mittlerweile ist es ja dann wohl endlich mal September, denn die Bewohner von Birch House sind
die schwüle Hitze endgültig leid. Diese feucht - schwüle, muffige Luft raubt Lady Mandy, mir und
besonders unserem Personal noch den letzten Nerv! Wir können es kaum abwarten,
bis man endlich
wieder richtig durchatmen kann und nicht an allem kleben bleibt, was man anfasst. Auch ansonsten,
war der August ein Monat
zum Vergessen, dass lag natürlich nicht daran, dass unsere Bediensteten
Urlaub hatten, sondern an unschönen Ereignissen so mehr im gesundheitlichen Bereich.
Aber mal von vorne: Zuerst erwischte es ja mich im März und ich wäre fast in die ewigen Jagdgründe
umgezogen, weil blöder Harngrieß mein allerbestes
Geschlechtsteilchen verstopft hatte und ich mich
dadurch fast selbst vergiftet hätte. Daraufhin wurde damals in der Tierklinik beschlossen, dass man mir
genau dieses, doch so tolle, Geschlechtsteilchen amputieren müsse, damit ich nicht wieder in diese
gefährliche Situation komme. Das hat damals
alles prima geklappt - mir geht es heute wieder so gut
wie eh und je und ich gelangte irgendwann zu der Einsicht, dass es eigentlich völlig egal ist, wie man
pullern kann - Hauptsache
man kann pullern!
An dieser Stelle möchte ich dem lieben Teddy
von der Hexenbande, der gerade die gleiche OP durch-
gemacht hat, meine allerbesten Genesungswünsche zukommen lassen. Der gute Teddy und ich,
wir gehen uns demnächst dann wohl mal zusammen nach einen Porsche umsehen...
Doch jetzt im August erwischte es auch Lady Mandy ernsthaft, wenn auch auf ganz anderem Wege.
Mandy hatte schon vor vielen Monaten mal
mit überhöhten Blutzuckerwerten zu kämpfen, die aber
damals durch Langzeitcortison verursacht wurden und sich, netterweise, nach Absetzen des Cortisons
wieder normalisierten. Durch diesen Vorfall jedoch, war unser Personal auf dem Posten, wenn es um
die Blutzuckerwerte meiner allerliebsten Mandy ging.
Deshalb wurden auch in diesem Frühjahr die
Spezialisten der Stommeler Tierklinik damit beauftragt, unter Einsatz ihres Lebens, ein Pröbchen von
Lady Mandy's
Blut zu entnehmen und von eben diesem Pröbchen ein geriatrisches Profil zu erstellen.
Wer jetzt meint, dass dies nichts Besonderes sei, den verweise ich auf
Mandy's elektronische
Karteikarte in der Klinik, denn dort steht wörtlich: "Lady Hooligan Mandy"...
Dieses von einem Doktor und 3 Assistentinnen hart erkämpfte Blutpröbchen zeigte leider wieder einen
erhöhten Blutzucker-Langzeitwert. Alterszucker sozusagen.
Der Wert war nicht wirklich schlimm, aber doch behandlungsbedürftig. Zum Glück hatte damals der uns
dort betreuende Herzspezialist eine ausgezeichnete Idee:
Es gab da ein Medikament, das als Tablette
eingenommen, Lady Mandy das tägliche Spritzen von Insulin ersparen würde!
"Ich wünsche ihnen wirklich nicht, dass sie
ihre Katze täglich spritzen müssen..." sagte damals der
mitfühlende, frisch verpflasterte, Doktor zu unserem Personal und der Heimwerkerkönig wischte sich
erst mal
den Schweiß von der Stirn...
Dummerweise sprechen aber leider nur ca. 50 Prozent der Katzen auf dieses Medikament an, aber
einen Versuch war es wert und so fuhren Guido und Marion damals voller
Hoffnung mit Lady Mandy im
Kennel und einem Rezept in der Tasche zurück nach Hause. Die blutzuckersenkenden Tabletten waren
schnell besorgt und zur Freude aller
Beteiligten auch weitestgehend problemlos in unserer geliebten
Mandy unterzubringen. Als sich dann vor einigen Wochen dieses lästige Lipom am Vorderbeinchen
von Lady Mandy entwickelte, brütete der Heimwerkerkönig einen verwegenen Schlachtplan aus, mit
dem er 3 Fliegen gleichzeitig verklappen wollte: Wenn Mandy
zur Entfernung des Lipoms in Narkose
liegt, sollte in einem Rutsch eine Zahnreinigung und eine Blutabnahme zur Kontrolle der Blutzucker-
werte gemacht werden.
Nachdem Guido die Ärzteschaft von der Genialität dieses Vorgehens überzeugt
und sicherheitshalber noch mal seinen Kontostand überprüft hatte, konnte es Ende Juli endlich
losgehen. Wenig später war das Lipom problemlos entfernt, die Zähnchen wieder wie neu und die
Blutprobe auf dem Weg in dasselbe Labor wie die vorhergehende und das
alles ohne Blutverlust der
Mediziner. Während Lady Mandy's OP-Wunde prima verheilte, zitterte unser Personal hibbelig den so
wichtigen Laborwerten entgegen.
"Also gut - jetzt kommt's noch mal drauf an..." sagte Guido bedeutungsschwer zu Marion als die
Nummer der Klinik im heimischen Telefondisplay aufleuchtete.
Einige Gesprächsminuten später war
klar, dass Lady Mandy leider zu den falschen 50 Prozent gehörte und ihr Blutzucker-Langzeitwert, trotz
der Tabletten, unverändert war.
Bleierne Niedergeschlagenheit breitete sich in Birch House aus, aber
es nütze ja nichts: Man würde sich den Dingen stellen müssen, wie sie jetzt halt nun mal sind.
In solchen Situationen, kommen in Birch House grundsätzlich die Artikel 1, 7 und 10 des
Kölschen Grundgesetzes zum tragen:
1: Sieh den Tatsachen ins Auge. - Et es wie et es.
7: Füge dich in dein Schicksal. - Wat wellste maache?
10: Komme dem Gebot der Gastfreundschaft nach. - Drinkste ene met?
Nach einem frischen Bierchen einigte sich Marion, mehr mit sich selber als mit Guido darüber, die
Insulinspritzerei doch lieber dem Heimwerkerkönig zu überlassen, der ja
auch sonst durch seine
geschickten Fingerchen vielfach zu überzeugen wusste...
Genau dieser machte sich also am nächsten Tag auf den Weg zur Klinik und kam schwer beladen mit
Einwegspritzen, Insulin und vielen guten Ratschlägen, aber doch relativ erschlagen wieder zurück.
Ab sofort galt es täglich der armen Lady Mandy ins liebliche Öhrchen zu pieksen, den so
gewonnnen
Bluttropfen von einem kleinen Messgerät aufsaugen zu lassen und eine, wenn auch hauchdünne,
Insulinspritze möglichst schmerzfrei ins Tierchen zu stechen.
Der Heimwerkerkönig hatte Lady Mandy bis dahin schon etliche Spritzen selber gegeben und wusste
ziemlich genau was zu tun war, doch konnte er sich sonst immer auf den hinterlistigen
Überraschungs-
effekt verlassen, aber jetzt bei regelmäßiger Impfung, würde er auf diesen taktischen Vorteil wohl sehr
schnell verzichten müssen...
Ich muss sagen, ich beneide die arme Lady Mandy wirklich nicht, aber mittlerweile scheint sie ganz
langsam zu merken, dass es eigentlich nicht wirklich schlimm ist,
was natürlich nicht bedeutet, dass sie
es wehrlos über sich ergehen lässt. Wenn sie jetzt noch begreift, dass es um so weniger weh tut,
je weniger sie zappelt,
dann ist der große Durchbruch geschafft. Es ist wahrlich kein Späßchen, jeden
Tag dieses Spielchen mit anzusehen, allerdings fällt mir und auch unserem Personal auf,
dass unsere
kleine Lady Mandy wieder viel aktiver und agiler geworden ist, seit sich ihr Blutzuckerwert so langsam
wieder einpegelt.
Mittlerweile ist der Heimwerkerkönig auch ein bisschen routinierter beim Pieksen geworden und auch
Lady Mandy scheint die kleine, tägliche Belästigung wenigstens
halbwegs zu akzeptieren, ohne
hinterher beleidigt zu schmollen.
An dieser Stelle ziehe ich, als gestandener Kater, mal das imaginäre Hütchen vor der kleinen, tapferen
Lady Mandy und ihrem ungebrochenen Lebenswillen der sie jede Widrigkeit
überwinden lässt.
Es scheint mir sogar so, dass eventuell viele Menschen etwas ganz Entscheidendes
von dieser kleinen Katze lernen könnten, nämlich die wichtige Erkenntnis,
dass man erst dann verloren hat, wenn man aufgibt.
Klick mich an !
In diesem Sinne:
Euer Kistenkater Karim

01.03.2010
Huhu, hier ist die Lady Mandy!
Endlich hat mein Personal beschlossen, dass unsere Pups-Pause (tolles Wort!) jetzt vorbei ist und
natürlich ist in der Zwischenzeit auch so einiges passiert,
aber mal der Reihe nach:
Zunächst mal kann ich stolz berichten, dass ich mich mit meiner Diabetes eigentlich ganz gut arrangiert
habe. Je mehr Routine Guido
beim Spritzen bekommt, desto weniger tut es mir weh und meistens
schafft er es sogar, dass ich es kaum noch bemerke, wenn er mir mit der Nadel auf den Pelz rückt.
Das Öhrchenpieksen zum Blutzuckermessen, mag ich allerdings immer noch kein Bisschen - und dabei
wird es auch bleiben! Öhrchenpieksen ist nicht schön und ich bin nicht
im Geringsten gewillt, meine
Meinung diesbezüglich zu überdenken. Wenn also der Heimwerkerkönig weiterhin darauf besteht, dass
er mich ab zu zu völlig unmotiviert
ins Ohr sticht, dann muss er auch damit leben, dass ich ihn daran
erinnere, dass Katzen viele, scharfe Krallen haben!
Angenehmerweise, sind meine Zuckerwerte
inzwischen sehr stabil und dadurch müssen meine armen Öhrchen nicht mehr sooo oft angezapft
werden.
Auch für den guten Kistenkater Karim gab es im Herbst noch große Aufregung, weil endlich, unter
seiner fachkundigen Anleitung, die
sieben Fichten in Birch House Gardens gefällt wurden. Als dann der
erste Baum mit einem lauten Krachen lang hinschlug, war von unserem pelzigen
Bauleiter allerdings
nicht mehr viel zu sehen, denn er hatte sich blitzschnell auf den sicheren Balkon verkrümelt!
Laut eigener Aussage, natürlich nur,
weil er die Arbeiten von dort viel besser überblicken kann...
So blieb dann die eigentliche Arbeit doch wieder am Heimwerkerkönig hängen, der seine Sache
aber,
wieder Erwarten, dann doch ganz passabel gemacht hat - sagt jedenfalls Bauleiter Karim. Ich muss
allerdings einwenden, dass unser Garten nach der Baumfällung doch ein
bisschen zu gut einsichtig
geworden ist, zumindest für die Familie von Frau Pinky. Deshalb plant der Heimwerkerkönig schon eine
frühjährliche Aufforstungsaktion,
mit weniger umsturzgefährdetem Buschwerk und hübschen, vor-
gelagerten Cottage-Beeten. Wir werden sehen, was unser Guido da unter fachfraulicher Anleitung von
Marion so in die Erde bringt... Kaum war das hölzerne Chaos grob beseitigt und die letzten Fichtenäste
mühselig aus dem Garten gezogen, da wurde es schon merklich
kühler und dann fing es sogar in Köln
an zu schneien! Es wurde irgendwann Weihnachten - und es schneite. Etwas später war dann Neujahr -
und es schneite weiter.
Im Januar schneite es dann und seitdem schneit es eigentlich...
Da drängte sich dem pausenlos schneeschippenden Heimwerkerkönig schon mal die Frage auf, wie
verdammt kalt dieser Winter eigentlich ohne die globale Erderwärmung
geworden wäre? Leider konnte
diese Frage nicht endgültig beantwortet werden, aber letztendlich ist es ja auch egal, ob man morgens
bei -3° oder -10° Grad die
Autoscheiben leise fluchend freikratzt.
Erstaunlicherweise wächst die Anzahl meiner, ich sag jetzt mal, Herrenbekanntschaften proportional mit
dem Fallen des
Thermometers! Kaum ist es draußen mal so richtig kalt und es schneit erwähnenswert,
geben sich die gut gekühlten Kater an unserer Balkontür die Klinke in die Pfote.
Ihr könnt euch nicht
vorstellen, wie viele neue Kater es mittlerweile in unserer Siedlung gibt. Vor allem ist da '
Filou' - ein
bildschöner, ruhiger, lieber und sehr wohlerzogener
Schmusekater, der uns immer häufiger besucht,
um mal seine Pfötchen aufzuwärmen, oder um mal schnell mit meinem Baldriankissen ein Ründchen zu
schmusen, oder um
einfach nur im großen Sessel mit der weichen Decke ein gepflegtes Schläfchen zu
halten.
Er ist immer sehr freundlich, angenehm zurückhaltend und frisst mir auch nicht, wie andere
Herren, heimlich mein ganzes Futter weg. Filou ist wirklich ein ganz feiner
Gentlekater und, wie mein
Karim, jederzeit sehr gerne in Birch House gesehen. Doch leider gibt es auch ganz andere Katerlinge,
wie den kleinen, roten Kistenkacker,
der mich den ganzen Sommer und Herbst über keines freund-
lichen Blickes gewürdigt hat und lieber nur in unserem Holunder rumturnen wollte. Doch jetzt wo es
kalt und
nass ist, bettelt er dauernd vor der Tür um Einlass. Doch wenn er endlich reingelassen wird,
dann frisst er sofort und ungefragt mein ganzes Näpfchen leer, springt über
Tisch und Stühle, hüpft
sogar ins Bett und faucht mich bitterböse an! Nein - solche Freunde brauche ich überhaupt nicht.
Er hat sich wohl gesagt, was will die alte
Katzenoma mir schon tun, aber da hatte er sich gründlichst in
mir geirrt! Wie eine Furie hab ich den kleinen Hooligan durch das ganze Haus gejagt und so lange
Grande
Casino veranstaltet, bis der Mistkäfer Hals über Kopf die Mäusepupsstartrampe runter in den
Garten flüchtete um seine fussige Haut zu retten! Dort unten wird er
wohl auch bleiben müssen, denn
bei mir hat er ab sofort Hausverbot. Soll er doch sein eigenes Näpfchen leerfrinseln und seine Besitzer
anfauchen. Er darf auch gerne
von draußen zusehen, wie ich es mir auf der warmen Fensterbank so
richtig gut gehen lasse, während er noch ein Bisschen im vereisten Holunderbaum rumkaspert...
Allerdings hoffen wir ja schon alle sehr, dass es mit dem Schnee doch noch mal aufhört, denn im
Garten gibt es schon wieder so viel zu tun und ich möchte auch mal wieder
mit meinen Freunden Karim
und Filou auf der warmen Wiese genüsslich in der Sonne liegen. Wenigstens ist ja in absehbarer Zeit
Ostern und da haben Guido und Marion
immer ein paar Tage Urlaub, den sie dieses Jahr doch mal dazu
nützen könnten ein paar schöne Beete mit hübschen Blümchen anzulegen, damit wir Katzen es im
Sommer
in Birch House Gardens wieder so richtig schön haben. Und wenn der inzwischen einsetzende
Regen dann so langsam wärmer wird und die neue Grenzbepflanzung aus dichtem
Buschwerk den
frechen, fussigen Kater davon abhält uns ständig zu besuchen, dann soll es mir nur Recht sein.
So kann er uns über Ostern wenigstens nicht noch auf die Eierchen gehen...
Klick mich an !
Also, immer schön freundlich bleiben:
Eure Lady Mandy

Was vorher geschah! Was vorher geschah...
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