01.02.2008
Huhu hier ist die Lady Mandy!
Alaaf - Hurra, der Karneval ist wieder da...
Tja, kaum liegt der Weihnachtsbaum im Rinnstein, schon soll der Kölner jeck sein!
Wobei - man muss ja sagen, dass das vielen Kölnern auch anstandslos gelingt!
Marion, zum Beispiel, hat da gar kein Problem mit, ganz im Gegensatz zu unserem Guido, der ist das
ganze Jahr über schon so bekloppt, dass er zur Karnevalszeit
gerne mal 'ne Pause macht.
Sonst wird dem das einfach zu viel...
Während man sich also rund um den Dom bei 3 Grad Außentemperatur literweise kalte Bierchen in den
Kopp schwenkt, der Muttersprache verlustig geht und selbiges
auch noch total lustig findet, bleiben die
Ländereien von Birch House im beschaulichen Volkhoven derweil völlig unbeluftschlangt.
Ein Umstand den meine Knusprigkeit und mein Kistenkaterkumpel Karimchen auch durchaus zu
schätzen wissen! Man stelle sich nur mal vor, unser Guido würde sich ne dicke
Trommel vor den
Bauch schnallen und zu dem Lied, "Denn wenn et Trömmelche jeht ..." wild trommelnd um die Birke
zu wandern...
Doch wer jetzt muffige Stimmung beim Personal der Mäusepüpse vermutet, der liegt völlig falsch!
Denn unser karnevals-unwilliger Dosenöffner, hat sich in einem
Anfall von infantilem Spieltrieb
klammheimlich einen winzig kleinen, ferngelenkten Hubschrauber gekauft. Diese ja eigentlich doch
eher harmlose Anschaffung führte natürlich
im kommunikativ-zwischenmenschlichen Bereich relativ
schnell zu übelsten Missverständnissen:
"Bleib besser in der Küche, ich will mal eben so richtig schön einen fliegen lassen!"
meinte Guido beiläufig durch den Türrahmen zu Marion.
"Ich klatsch Dir wohl gleich eine - geh gefälligst raus, du Stinkdrüse!!" keifte Marion zurück.
Als Guido dann noch meinte:
"Geht nicht, da ist es viel zu windig!" wäre es fast zum Eklat gekommen...
Die Situation klärte sich erst auf, als Marion unseren kichernden Büchsenöffner mit seinem Hub-
schräuberchen
in der Hand entdeckte und ihre Wut in Anbetracht solch kindlicher Spielfreude schnell
verrauchte. Da die befürchteten Vermuffungen nun erfreulicherweise ausblieben, durfte das
Kind
im Manne also unbehelligt zum Erstflug starten. Mit aufheulendem Elektromotörchen kreiselte der kleine
Hubi zunächst mal unkontrolliert gegen den Deckenventilator
um sich von dort aus, noch bedenklich
taumelnd, zielstrebig dem Kronleuchter über dem Esstisch zu nähern! Während Guido noch völlig
verzweifelt versuchte, irgendeine Form
von Kontrolle über seine jüngste Anschaffung zu erlangen,
rollte sich Marion laut lachend und wohl auch irgendwie schutzsuchend auf dem Sofa hin und her.
Der kleine Hubi hatte sich mittlerweile erfolgreich in den Streben des Kronleuchters verfangen und
begann leise brummend sein Leid zu klagen.
"Äh - da ist bestimmt mit der Trimmung irgendwas nicht in Ordnung..." stammelte Guido peinlich
berührt und Marion konnte es sich nicht verkneifen zu erwähnen, dass ihr Angebot
den Hausherrn zu
vertrimmen nach wie vor steht... Nachdem Guido die kleine Hornisse mühselig aus dem Leuchter
gepiddelt hatte, gab's erst mal Essen und ich nutzte die Zeit
mich dem kleinen Fliegezeugs mal
vorsichtig zu nähern: Es roch eigentlich ziemlich harmlos nach Plastik und Styropoor und so traute ich
mich mal vorsichtig ihm mit der Pfote einen
Schubser zu verpassen. Das war jetzt offensichtlich aber
kein besonders guter Einfall, denn sofort hechtete Guido, noch mit der Frikadelle auf der Gabel, seinem
kleinen, unbeholfenen
Spielzeug zur Hilfe und brachte es vor mir in Sicherheit!
Dieser absolut unmögliche Ausdruck des Misstrauens meiner Person gegenüber, konnte nur dadurch
wieder gut gemacht werden,
dass man mir feierlich das aufgegabelte Frikadellenstückchen zur
Verkostung überliess - man muss ja auch sehen, wo man bleibt!
Mittlerweile, ich kaute noch genüsslich auf meinem Frikadellenstückchen rum, erwachte die Fussmatte
vor der Terassentür zu unvermuteter Lebhaftigkeit, was als untrügliches Zeichen
dafür gilt, dass mein
Kumpel Karim sofortigen Einlass erbittet. Dem Antrag wurde auch von Seiten Marions sofort statt
gegeben und das fesche Männelein mit einem warmen Stückchen
Frikadelle herzlich willkommen
geheißen. Schnell war die die selbige im Katerchen verschwunden und mein quirliger Freund sprang
beherzt auf die beheizte Fensterbank, um dort
bäuchlings liegend die so eben verspeiste Frikadelle noch etwas warm zu halten. in der Zwischenzeit, hatte sich unser Guido erneut in die Bedienungs-
anleitung seines Hubis vertieft,
und sah sich, frisch erschlaut, in der Lage die Flugversuche wieder
aufnehmen zu können. Es dauerte also nicht lange, da summte die kleine Hummel schon wieder
bedenklich
schaukelnd durch das Wohnimmer. Fast wäre unser Kistenkater ja auf seiner
Warmhalteplatte eingeschlafen, doch jetzt hockte er mit weit aufgerissen Augen auf der Sofakante
und war ganz eindeutig im Jagdmodus. Argwöhnisch verfolgete er die Riesenlibelle, die sich
mittlerweile bis zum Fernsehschrank durchgeschunkelt hatte und sein Schwänzchen
zuckte aufgeregt
hin und her. Ein uns bis dato völlig unbekannter Fallwind über der Rückenlehne des Sessels drückte
den kleinen Flieger, trotz ernergischsten Hubschraubens,
plötzlich bis auf ca. 80 cm in Bodennähe und
somit unmittelbar den Eingriffsbereich unseres getigerten Flugsicherungsbeauftragten, der diesen auch
sofort mit einem beherzten
Sprung und gezielten Prankenhieb zur Landung zwang!
Stolz und selbstzufrieden machte sich Karimchen mit seiner frisch erlegten Beute im Schnäuzchen auf
den Rückweg zur
Fensterbank, während Guido in der Küche Marion auf Knieen um die letzte
Reservefrikadelle anflehte, mit der sein geliebtes Spielzeug aus den Fängen des hinterhältigen Raub-
tieres
freizukaufen gedachte. Es soll hier nicht verschwiegen werden, dass es wohl letztendlich nur dem
ausgezeichneten Geschmack von Marions Frikadellen zu verdanken ist, dass sich
Karim zu diesem
Tauschhandel überreden liess und den, bis auf eine tiefe Schramme, völlig unversehrten, kleinen Hubi
wieder rausrückte.
Nach all der Aufregung, war unserem Heimwerkerkönig die Lust auf weitere Flugversuche erstmal
gründlich vergangen und so liess er sich erschöpft mit einem frischen Kölsch am Tisch nieder.
Zu alledem musste er auch noch Marions Spott über sich ergehen lassen, denn die meinte spitzfindig:
"Jaja - da sieht man es mal wieder: Der Klügere gibt nach!"
"Von wegen..." brummelte Guido und liess sich das kühle Bierchen schmecken,
"Der Klügere kippt nach!!"
Ja... - Ihr seht also, der Kölner ansich kann auch ohne Karneval so richtig Spass haben,
denn wirklich wichtig ist nur, dass am Ende alle sagen können:
Et hätt noch immer jotjejange..
Klick mich an !
3x Kölle Alaaf!!
Eure Lady Mandy

01.03.2008
Tach - ich bin es, der Karim!
Mööönsch ist das langweilig! Also, ich muss schon sagen, als verantwortlicher Bauleiter von Birch House
fühle ich mich total unterfordert!
Die Winterpause im Bauwesen macht mir langsam ernsthaft zu
schaffen - nix tut sich! Ich hab da schon mit Guido ernsthafte Gespräche geführt,
um die Aufstellung
eines neuen Komposthaufens zu beantragen, auf den ich die in meiner Funktion als Grenzschutz-
beauftragter gestellten
Fremdkater scheuchen kann. Mein geliebter, alter Komposthaufen an der
Gründstücksgrenze musste ja leider dem Gartenhaus weichen, aber ich
muss gestehen, ich vermisse
ihn doch sehr. Um jetzt eine tiefgreifende Depression meinerseits zu verhindern, ließ sich Guido darauf
ein, mir wenigstens
die Fällung einer weiteren, bedrohlich schief stehenden Tanne zu genehmigen.
Voller Tatendrang flitzte ich sofort die Startrampe runter und machte ich mich
auf den Weg zur
erwähnten Tanne, denn der kluge Kater weiß: Bald ist Schluss mit Bäume fällen, wegen des Vogel-
schutzes! Ist ja auch verständlich, jetzt wo
die Vögel wieder auf der Wiese nach Würmchen suchen,
könnte ja ein Piepmatz ganz unverbindlich von unserem gefällten Baum erschlagen werden.
Es war also dringend Eile geboten und deshalb erklomm ich fix mal das wirklich verdammt schiefe
Nadelgehölz, welches sich unvorteilhafterweise genau in
Richtung des Gartenhäuschens neigt, um mir
einen gründlichen Eindruck der Gesamtlage zu verschaffen. Schnell wurde mir klar, dass nur ein
kompetenter
und verantwortlicher Bauleiter diese Flurbereinigung durchführen kann, ohne unser
'Maison Mandy' zu beschäden. Also, ganz klar ein Fall für mich!
Kaum wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, peilte ich ich mit scharfem Katerauge alle
Himmelsrichtungen ab, um eine geeignete Falllinie für
die immerhin ca. 11 Meter lange Tanne zu finden,
da erspähte ich plötzlich auf dem Nachbargrundstück diesen weltberühmten, illegalen Organhändler
der sich
offensichtlich auch in diesem Jahr pünktlich zur Osterzeit aus seinem Versteck heraus wagt!
Obwohl er sich zuerst noch flach ins Gras duckte, erkannte ich ihn sofort
an seinem auffällig
ausgeprägtem Außenohr! Dieses, ich sag jetzt mal Schlitzohr, dealt bekanntermaßen schon seit vielen
Jahren, turnusmäßig mit unseriös
entwendeten Organen, ohne jemals einer gerechten Verurteilung
zugeführt worden zu sein! Fast alle mir bekannten Kater, die sich in der näheren Umgebung
beheimatet fühlen, wurden bereits Opfer seiner üblen und hinterhältigen Machenschaften!
Sämtliche Geschädigten berichteten mir davon, wie sie ohne ihre
Einwilligung, heimtückisch betäubt
und ihrer Organe beraubt wurden! Auch ich wurde schon in jungen Jahren ein Opfer dieser im
Verborgenen operierenden Organmafia.
Ich gehe ganz energisch davon aus, dass dieser skrupellose Geschäftsmann auch in diesem Jahr, vom
Gesetzgeber völlig unbehelligt, seinen Gartenverkauf eröffnen wird.
Denn jetzt wird es ja draußen
langsam wieder wärmer und er muss sehen, dass er all die Eier, die er über den Winter eingefroren
hatte, gut verkauft bekommt.
Man muss allerdings zugeben, dass die Präsentation der dort
feilgebotenen Organe von durchaus ansprechender Güte ist - also Geschmack hat er schon...
Er drappiert sein Diebesgut farblich ansprechend dekoriert in kleinen Nestern, die er gezielt an schlecht
einsehbaren Stellen unseres Gartens unterzubringen versteht.
Vollen Stolz über meine Enttarnung des langohrigen Verbrechers, donnerte ich wieder die Startrampe
hoch und maunzte Guido ganz aufgeregt was ich gesehen hatte!
Doch der war irgendwie nicht wirklich
beeindruckt von meinen Ausführungen und meinte nur: "Jung - warte mal..."
Dann holte er aus einer kleinen, bunten Tüte
zwei Nougateier und legte sie vor mir auf den Boden.
"Ich hab hier ganz zufällig schon mal eine Probelieferung von Deinem Organhändler.
Meinst Du nicht, dass die dann doch was groß sind?" Ich sah mir die wieder mal ganz typisch, hübsch
verpackten Eierchen an und musste zugeben, das Guido da schon
irgendwo Recht hatte...
Mit den Dingern konnte man ja nicht mal mehr vernünftig sitzen! Langsam ging mir ein Licht auf, was
wohl auch der Grund dafür ist, weshalb
man den, offensichtlich unschuldigen, Osterhasen ja auch als
'Meister Lampe' bezeichnet.
Meine eifrigen Ermittlungen gingen da scheinbar doch etwas in die falsche Richtung...
Aber letztendlich war mir das auch lieber, denn die aufwändige Beschattung und lückenlose Verfolgung
des Osterhasen hätte mir wohl kaum die Zeit gelassen, mich im
vorgegeben Zeitfenster
verantwortungsvoll um die geplante Operation 'Baum fällt' zu kümmern. Allerdings, so ganz in meinem
Innersten war ich ja doch etwas verunsichert,
ob Lady Mandy mich auch so, wie ich nun mal bin, als
vollwertigen Kater akzeptieren kann? Doch als ich da so nachdenklich und leicht bedröppelt neben den
Nougateiern
auf dem Teppich hockte, tätschelte Marion mein Pelzköpfchen und meinte:
"Du bist ein ganz toller Kater - und die, denen da wirklich was fehlt, die nennt man Porschefahrer..."
Das gab Auftrieb - und so machte ich mich schnell wieder auf den Weg zur Tanne, denn große
Aufgaben warteten dort auf mich, weil bis Ostern soll ja im Garten alles wieder
aufgeräumt und hübsch
aussehen. Wenn es dann soweit ist und der freigesprochene Osterhase seine Nestchen versteckt hat,
dann will ich ja Lady Mandy stolz durch einen
ordendlichen Garten beim Eiersuchen begleiten,
denn an mir ist wohl doch alles dran,
was ein wahrer Gentlekater braucht!
Klick mich an !
Also, dann mal Frohe Ostern und dicke Eier:
Euer Kistenkater Karim

01.04.2008
Huhu hier ist die Lady Mandy!
Ja... Ich hoffe mal, ihr habt es geschafft, alle versteckten Ostereierchen zu finden. War ja nicht so
ganz einfach dieses Jahr, da
zumindest unser Garten komplett eingeschneit war. Obwohl, wo steht
geschrieben, dass der Osterhase nicht eventuell doch ein
Schneehase ist? Unser Guido war jedenfalls
ganz schön geplättet, als er morgens die grossen Rolläden öffnete:
"Na jut dann..." brummelte er vor
sich hin und meinte kurz zu Marion, dass er wohl gleich die Lichterketten wieder aus dem Keller holt...
Auch mein Kistenkaterkumpel Karim war gelinde gesagt stinkesauer! Er hatte sich doch eine solche
Mühe mit der Planung einer
vorbildlichen Baumfällung gegeben, doch dann regnete es es ohne
Unterbrechung und irgendwann war all seine sorgfältige Planung
völlig umsonst, weil vogelschutz-
bedingt, keine Bäume mehr gefällt werden durften. Jetzt muss der liebe Jung leider doch noch bis zum
späten Herbst warten, bis er es baumtechnisch wieder so richtig krachen lassen kann. Allerdings muss
man sagen, dass der
überraschend gefallene Schnee genau das Richtige war, um des Katerchens
gefrustetes Mütchen zu kühlen! So sah man das Männelein
schon in den frühen Morgenstunden, ich
sag jetzt mal als 'Horizontal-Maulwurf', in wilden Kurven mit einem Affenzacken über die Wiese
von Birch House Gardens donnern. Voller Übermut wurden wahl- und sinnlos Bäume angesprungen,
um kurz darauf wieder
schneepflugartig, mit angelegten Ohren, halb unter der Schneedecke zu
verschwinden. Irgendwann hockte Karimchen dann klitschnass
und eisekalt auf der Fußmatte und
drohte mit der völligen Zerstörung der selbigen, wenn man ihn nicht sofort ins Haus und auf die
warme Fensterbank lassen würde. Selbstverständlich wurde dem Antrag des bibbernden Bittstellers
sofort entsprochen und Marion
rubbelte den kleinen Schneekönig erst mal gründlich mit einem
Handtuch trocken und deponierte ihn zum Auftauen auf der
Fensterbank seiner Wahl. Dort verfiel mein
ausgepowertes Freundchen schlagartig in einen komatösen Tiefschlaf und schnarchte
zufrieden rüsselnd
bis zum Nachmittag durch.
Vorteilhafterweise hält sich der Schnee im Kölner Raum ja doch nie wirklich lange und
so sah schon
einen Tag später die Welt ganz anders aus: Der Schnee war schnell getaut und auch die Sonne
spechtete, wenn auch noch
etwas scheu, durch die Wolken hindurch. Endlich konnte auch ich wieder
trockenen Pfötchens eine Runde in meinen Ländereien drehen
und mich mit der freundlichen Pinky von
Gegenüber zu einem Schwätzchen unter der grossen Birke treffen. Auch Karimchen war schon
wieder
unterwegs und erklärte seinem, ganz schön erwachsen gewordenem, Schützling Teddy, wie man
äußerst pietätvoll sein
qualmendes Häufchen im weichen Boden unter den Tannen beerdigt.
Teddy hatte offensichtlich gut aufgepasst und bemühte sich mit
zusammengekniffenen Augen, die ihm
von Karim freundlicherweise zur Verfügung gestellte Erdmulde auch angemessen zu befüllen...
Erfreulicherweise stand der Wind günstig, und so konnte ich von den Bestattungsbemühungen
geruchlich weitestgehend unbehelligt
feststellen, dass es in allen Ecken des Gartens schon frühlingshaft
grünt und auch ich hatte irgendwie schon ganz schön den Frühling im
Pelz sitzen! Vom hohen Gras am
Bauch gekitzelt, hüpfte ich, sozusagen regelrecht gebauchpinselt, über die Wiese, nicht ahnend, dass
der
allseits bekannte, Scharfe Schwarze aus dem Unterholz heraus meine Hüpferei als Aufforderung
zum behüpft werden verstanden hatte!
So dauerte es auch nicht lange, bis der lüsterne Kater sich vor
mir in Positur warf und mich mit aller Macht davon zu überzeugen
versuchte, dass es jetzt an der Zeit
sei, die Maikätzchen anzusetzen...
Ich protestierte markerschütternd! Wie kann dieser schwarze
Lüstling es wagen, eine Dame in ihren
besten Jahren beim Bewundern der aufblühenden Natur unverhohlen zu wüstem Schweinskram
aufzuforden?! Das sahen mein Grenzschutzbeauftragter Karim und sein Kumpel Teddy glücklicherweise
genauso und beendeten
unverzüglich ihre vermufften Grabungen, um mir bei der Vertreibung des
Triebtäters behilflich zu sein. In Anbetracht der drei
aufgestellten Klobürsten in Verbindung mit gar
schauderlichem Geknurre, entschied der Scharfe Schwarze sich kurzerhand andere
Termine wahr-
zunehmen und verschwand mit samt seinen Frühlingsgefühlen leise und unauffällig unterm Gartenzaun.
Teddy war
sichtlich stolz darüber, dass er jetzt nicht nur in der Lage ist, seine Häufchen sachgerecht zu
bestatten, sondern sich auch auf die
heldenhafte Verteidigung der Hausdame hervorragend versteht.
Es konnte natürlich nur Minuten dauern, bis auch aus dem Garten
von meiner Freundin Frau Pinky
empörtes Fauchen zu vernehmen war und Karim setzte mit seinem Lehrling Teddy sofort zum nächsten
Rettungseinsatz an. Im Schweinsgalopp schossen die heldenhaften Herren durch die Büsche, um den
Scharfen Schwarzen nochmals
energisch darüber zu informieren, dass nicht alles, was im Frühjahr
plötzlich so wächst auch umgehend eingepflanzt werden muss...
Der dabei entstandenen Tonkulisse nach zu urteilen, hatten Karim und Teddy sich allerdings sehr klar
ausgedrückt und das schwarze
Schweinemännchen wird seine Bemühungen um die Vervielfältigung
seiner selbst, wohl erst mal in andere Reviere verlegen müssen.
Glücklicherweise hält dieser wirklich unangenehme Zustand ja nicht den ganzen Sommer über an und
ich hoffe doch sehr, dass mein
ungehobelter Verehrer sich in den nächsten Wochen wieder beruhigen
wird. Ansonsten werden meine Leibwachen sich gezwungen
sehen, ihn auch von den bestimmt bald
anstehenden Grillabenden auszuschließen und das würde ihm bestimmt noch sehr Leid tun!
Denn unser Personal ist schon ganz wild darauf, wieder im Garten zu brasseln und abends lecker zu
grillen oder eine tolle Paella
mit prima viel Hühnchenfleisch zu brutzeln,
die uns allen nämlich sehr viel besser schmeckt,
als kalte Ostereier im Schneemäntelchen...
Klick mich an !
Ich wünsche Euch allen einen sonnigen und warmen
Frühling
ohne unsittliche Belasigungen:
Eure Lady Mandy

01.05.2008
Mahlzeit, hier ist wieder der Karim!
Ja, wie das immer so ist, fangen die aufregendsten Geschichten meistens irgendwie ganz ruhig an.
So auch dieses mal:
Sonntagnachmittag in Birch House Gardens und endlich mal ein angenehmes, warmes Frühlings-
wetterchen, dass Guido dazu nutze, mir auf der Gartenbank
in aller Seelenruhe die ersten Zecken des
Jahres aus dem Pelz zu popeln. Die Biester sind dieses Jahr ganz schön früh aufgestanden und es
dauerte
nicht lange, bis drei kleine Vampire in einem Schnapsgläschen voll Alkohol vergeblich um ihr
Leben ruderten. "Du bist ein tapferer Jung!" meinte Guido
und tätschelte mir tröstend den Dickkopf,
als ein Geräusch die friedliche Stille störte: Ding-Dong machte es an der Haustür von Birch House und
kurz darauf
forderte ein lautes "Guidoooo!!!" von Marion meinen Zeckenzieher auf, im Haus zu
erscheinen. An der Haustür wartete die Besitzerin von meinem Katerkumpel Teddy mit
ihren Kindelein
und begann das folgende Gespräch mit dem meistens verhängisvollen Satz:
"Herr Becker, sie sind doch ein Katzenexperte..."
Es stellte sich heraus, dass im Keller unserer Nachbarin seit einer Woche ein junges Kätzchen haust,
das offensichtlich niemandem gehört und das sich
clevererweise unter Benutzung von Teddy's
Katzenklappe, dort ein trockenes und warmes Plätzchen gesucht hat. Das Kätzchen schreie im Keller
jämmerlich
nach Futter, welches es natürlich auch bekommt, aber Teddy und seine Schwester Luna
sind von dem Eindringling nicht begeistert und verjagen die Kleine immer wieder.
Die Situation sei so untragbar und hoffentlich wüsste unser Guido eine Lösung oder jemanden, der sich
der kleinen Katzendame annimmt.
Guido und Marion hörten sich das alles an und versprachen natürlich
zu helfen. Unserem Heimwerkerkönig war es schon vor vielen Jahren mal gelungen, ein wildes,
völlig
veröltes Katzenbaby aus einer belgischen Produktionshalle seines Arbeitgebers zu retten und erfolg-
reich an einen netten Kollegen zu vermitteln. Dieses glückliche Kätzchen
wurde damals Bonny getauft,
von seinen Dosenöffnern heiß geliebt und lebte glücklich in der Familie eben dieses Kollegen, bis es vor kurzem im stolzen Alter von 15 Jahren leider starb.
"Was einmal klappt, das klappt vielleicht auch zweimal..." dachte Guido sich am Montagmorgen
während der Fahrt ins Büro und schon wenig später erzählte er der Sekretärin
seines Chefs von Bonny,
dem Kellerkätzchen und seinem verwegenen Vermittlungsplan. "Kann ich das Kätzchen nicht haben?
Ich wollte mir schon lange eine Katze anschaffen."
fragte Sekretärin Giusi plötzlich den verdutzen
Guido. "Aber klar doch!" freute sich unser Büchsenöffner und schon wurden für den Nachmittag Pläne
gemacht, denn das Kätzchen
musste ja erst mal im Keller gefangen werden. Es mussten ein Katzen-
klöchen, Streu, Futter, Körbchen, Näpfchen und ein Kratzbaum besorgt werden und zum Tierarzt sollte
es auch noch gehen.
Telefonisch vereinbarte Guido mit Teddy's Frauchen, dass es um 17:00 Uhr losgehen sollte, sofern denn
das Kätzchen dann gerade wieder im Keller zu finden ist.
Punkt 17:00 Uhr wurde Guido schon von den
Kindelein der Nachbarin auf der Strasse erwartet und darüber informiert, dass die kleine Katze im
Keller und die Katzenklappe verriegelt ist -
es konnte also losgehen!
Schnell wurde Giusi angerufen, damit sie sich sofort auf den Weg nach Birch House macht, während
Guido sich mit Lederhandschuhen bewaffnete,
um die Fangaktion ohne bleibende körperliche Schäden
zu überstehen. Zum Glück handelte es sich um eine wirklich umgängliche und ausgesprochen niedliche
Katze, die schon
nach zehnminütiger Verfolgungsjagd durch die Kellerräume, in Lady Mandy's
Transportbox von einem strahlenden Guido ans Tageslicht getragen wurde. In diesem Moment
parkte
auch schon Giusi mit dem riesigen Land Rover des Chefs vor Birch House ein.
"Ich sagte Katze, Giusi - nicht Löwe!!" lachte Guido als seine Kollegin aus dem Wagen kletterte.
"Der Cheffe meinte, wir würden wohl für die Aktion einen geräumigen Wagen brauchen und deshalb
hat er mir seinen mitgegeben." erklärte Giusi schnell und widmete sich sofort der
kläglich jammernden
Dame im Kennel, während Guido leise brummelte:
"Manchmal kann man ja regelrecht stolz auf diese Firma sein..." Durch den Zuspruch, so von Frau zu
Frau,
beruhigte sich die kleine Dame in der Box erstaunlich schnell und schon kurze Zeit später machte
man sich zusammen auf den Weg zu unserer Tierärztin, der die kleine Überraschungs
patientin wärend der Fahrt schon mal angekündigt wurde. Leider war es im Wartezimmer mal wieder ganz schön voll,
und während Giusi mit ihrem kleinen Schatz brav wartete,
dampfte Guido schon wieder los, um die Zeit
für dringende Einkäufe zu nutzen. Im lokalen Fachmarkt für Heimtierbedarf begann er zügig damit die
Einkaufsliste abzuarbeiten und das scheinbar
unendliche Ladevolumen des Geländewagens mit großer
Begeisterung zu füllen. Als er fürstlich beladen wieder in der Tierarztpraxis ankam, war Giusi mit der
kleinen Dame schon im Behandlungsraum und
machte ein fürchterlich trauriges Gesicht. Die kleine
Katze war zwar kerngesund und sogar schon kastriert, aber sie hatte eine Ohrentätowierung, laut der
sie "Lilly" hieß und seid
zwei Wochen auf der Tasso-Suchliste als vermisst geführt wird. Nur Lilly selber
erfreute sich noch bester Laune, schnurrte laut und gab, jedem der sie streichelte, begeistert Köpfchen.
Frau Morlak fasste sich als erste wieder und sagte: "Da kann ich nichts machen - wir müssen die
Besitzer anrufen." Giusi und Guido nickten leise... Nachdem bei Tasso die Besitzerdaten
erfragt wurden,
folgte das Telefonat mit Lilly's Besitzern, die sofort versprachen in zehn Minuten in der Praxis zu sein.
Die Wartezeit verbrachte unser Guido damit, die völlig geknickte Giusi
zu trösten, die die kleine Lilly
schon in ihr Herz geschlossen hätte. Dann ging plötzlich die Tür auf und eine ganze Familie kam herein,
um sich die liebe Lilly anzusehen. Kaum aus dem
Kennel geholt, gab es ein grosses Hallo und viel
Wiedersehensfreude auf beiden Seiten. Klein Lilly war vor 2 Wochen ihren Besitzern flitzen gegangen
und hatte sich durch diverse Gärten
ca. 1 Kilometer bis in den Keller der Nachbarschaft von Birch
House durchgeschlagen und offensichtlich nicht wieder zurück gefunden. Eigentlich ja ein richtiges
Happy End, aber es fiel Giusi
sehr schwer die niedliche Lilly ziehen zu lassen. Während es also mit
leerer Transportbox zurück nach Birch House ging, wurde die Stimmung langsam wieder besser,
immerhin hatte man ein vermisstes
Kätzchen wieder nach Hause gebracht - das ist ja schließlich auch
schon mal was. "Das war jetzt irgendwie... - schon fast wie Daktari." meinte Guido und da musste auch
Giusi wieder lachen.
In Birch House angekommen lud Guido Mandy's Box wieder aus einem Kofferraum
voller Katzenzubehör und Giusi stellte fest, dass sie ja jetzt eigentlich alles hat - nur keine Katze...
"Im Tierheim wartet bestimmt schon eine auf Dich. Du musst sie eigentlich nur abholen." tröstete der
Heimwerkerkönig Giusi zum Anschied noch mal, ehe sie sich auf den Heimweg machte.
Guido informierte noch schnell die Nachbarin über den Verbleib ihrer kleinen Kellerassel, um dann erst
mal Marion in allen Details von seinem aufregenden Nachmittag zu berichten.
Als der Tag sich langsam dem Ende und unser Guido müde gen Sofa neigte, kehrte endlich wieder
Ruhe ein und, nachdem ich mich dann in mein Körbchen gekuschelt hatte, konnte
ich mit dem guten Gefühl einschlafen, dass auch die kleine Lilli diese Nacht
wieder glücklich in ihrem Kuschelkörbchen liegt.
Klick mich an !
Also, passt besser gut auf und findet immer
in Eure Körbchen zurück:
Euer Kistenkater Karim

01.06.2008
Huhu hier ist die Lady Mandy!
Juchhu - ich habe Geburtstag und das Wetterchen spielt auch brav mit! Es ist zwar wieder etwas
muckig, aber immerhin haben wir
allerfeinstes Grillwetter. Das mit dem Grillen ist schon eine wirklich
feine Sache - und ganz schön lecker ist es auch, aber wie immer im Leben,
hat alles zwei Seiten:
Unser Personal grillt ja oft und gerne, jedoch haben Guido und Marion eine Vorliebe für eine Grillsauce
entwickelt, die
im Zweifelsfalle sehr, sehr einsam macht: Aioli. Diese, ansich harmlos aussehende,
Knoblauch-Mayonaise hat es faustdick hinter den Knollen
und so mancher Gast, der, nichts Böses
ahnend, Guidos Aioli probieren durfte, fragte hinterher ängstlich: Rieche ich jetzt für immer so???
Damit sie auch gut durchziehen kann, rührt Guido seine Aioli immer schon am Vorabend der Grill-
veranstaltung an, somit wissen Karim und ich auch
immer früh genug Bescheid, wann es Sinn macht
das Katzenfutter großzügig zu verschmähen und lieber aufs Grillfleisch zu warten...
Doch neulich hatte Guido im Fernsehen erspäht, wie dort jemand in Ringe geschnittene Gemüse-
zwiebeln grillte und, von dieser Idee völlig begeistert,
tug er sein Ansinnen sofort der Dame des Hauses
vor. "Meinst Du denn, dass Du das verträgst?" fragte Marion vorsichig nach, um sich damit sofort einen
ausufernden
Vortrag über das Erforschen kulinarischen Neulandes einzufangen!
"Der Mensch wäre nie zum Mond geflogen, hätte man die Astronauten vorher gefragt,
ob sie das wohl
vertragen..." schwadronierte Guido armrudernd, bis er von einem knappen "OK - wie Du meinst!"
unterbrochen wurde. Nachdem der Heimwerkerkönig
sich wieder beruhigt hatte, notierte Marion
kopfschüttelnd 'Gemüsezwiebeln" auf dem Einkaufszettel.
Jetzt muss man allerdings wissen, dass sich der menschliche
Verdauungsvorgang bei Männlein und
Weiblein grundlegend unterscheidet! Während Frauen verspeistes Grillgut mit Aioli, einem Atom-
kraftwerk nicht unähnlich,
auf mysteriöse Art geräuschlos und von der Aussenwelt unbemerkt
verdauen, ist dieser biologische Vorgang bei Männern leider völlig anders geartet:
Damals hatte der Liebe Gott den Mann standartmässig mit vielen teuren Sonderausstattungen
entwickelt, daher können Männer ja heute auch rückwärts einparken,
im Stehen pinkeln, oder im
Oberbekleidungsgeschäft nur ein Teil kaufen. Doch dann entstand plötzlich himmlischer Kostendruck,
denn Allah konnte damals schon, auf Grund
des morgenländischen Lohngefüges, die gleichen zwei
Modelle wesentlich preiswerter anbieten. So kam es dazu, dass der Mann durch eine göttliche
Sparmaßnahme,
nicht mehr auf den letzten Stand der Verdauungstechnik nachgerüstet wurde.
Er befindet sich daher diesbezüglich heute noch auf dem technischen Niveau einer Dampflokomotive...
Im Klartext bedeutet das: Ist beim Mann der Kessel erst mal gut gefüllt, dauert es nicht mehr lange bis
zum ersten Dampfschlag! Das aber nur mal so am Rande.
Wenige Tage gingen ins Land, da rochen wir es wieder und Kistenkater Karim merkte es dieses Mal als
Erster: Guido rührt Aioli an = Morgen wird gegrillt!!
Als sich am nächsten Tag die Nachmittagssonne hinter die Tannen von Birch House Gardens senkte,
flimmerte auch schon eine heiße Kohlenglut im heimischen Grill
und wartete darauf, mit gar köstlichen
Steaks und Bauchspeck belegt zu werden. Doch zuvor legte der Heimwerkerkönig, unter den durchaus
skeptischen Blicken von Marion,
feierlich eine Unmenge von ölivenölbeträufelten Zwiebelringen in einer
Aluschale auf den Rost. Mensch und Tier schnupperten und schauten neugierig, sowie erwartungsvoll
auf den Meister der Zwiebel und seine kulinarische Mondreise...
Kurze Zeit später sahen die, von Guido liebevoll hin und hergeschubsten, Zwiebelringe gar köstlich aus
und rochen erfreulicherweise ebenso. Schnell wurde die Zwiebelschale in den Randbereich des Rostes
geschoben, um Platz für das eigentliche Grillfleisch zu schaffen.
Katz, was soll ich sagen, das Fleisch war wirklich köstlich, das Kölsch war frisch und kühl und die Aioli
hielt uns weiträumig die Insekten vom Hals...
Guido und Marion schwärmten
mittlerweile im Duett von der wundervollen Ergänzung der Grillzwiebeln
zu Fleisch und Aioli. Zufriedenheit und satte Bäuche soweit das Auge sehen konnte. Gut, manches
Auge
tränte ein bisschen wenn unser Personal ausatmete, aber da kann man nix machen - so ist das eben
mit dem Knoblauch...
Langsam wurde es dunkel und im Kerzenschein des Birken-Kronleuchters lungerten die Bewohner von
Birch House glücklich am und unter dem Gartentisch herum, bis Guido
plötzlich aufstand und sich
auffällig unauffällig für eine etwas abgelegene Hortensie im Garten zu interressieren schien.
"Was ist??" fragte Marion noch, da wurde die
abendliche Ruhe plötzlich jäh unterbrochen:
Ein dumpf grollendes Stackato, umspielt von einem trompetenartigen Oberton donnerte unter der Birke
durch und verhallte weit in der Ferne... Danach herrschte ca. 10 Sekunden
eine bleierne Stille der
ungläubigen Fassungslosigkeit!
"Jemand verletzt?" fragte Guido besorgt und fügte fasziniert, aber doch leicht entkräftet hinzu:
"Ich möchte behaupten, dass war sozusagen der Aston Martin unter den Fürzen - wie ein
DB9 unter
Volllast!!"
"Das die Hose das mitmacht..." meinte eine mittelmässig entsetzte Marion, der sich
offensichtlich die Begeisterung des Heimwerkerkönigs nicht
in vollem Umfang erschloss.
"Muss wohl an der Kombination von Knoblauch und Zwiebeln liegen?!" gab Guido mit Unschuldsmine
zum Besten, ohne damit das Mitleid seiner Teursten
wirklich auf seine Seite ziehen zu können.
"Ich sag jetzt nix!" erwiderte Marion vorwurfsvoll.
Nach kurzem Geplänkel konnte man sich darauf einigen, dass es aber schon verdammt lecker
war
und, dass halt alles irgendwie auch seinen Preis hat. Nur gut, dass meine Lieblichkeit und mein
Kumpelkater Karim weder die Zwiebeln noch das Aioli anfassen würden.
Der Abend wurde jedenfalls noch lustig und lang, auch wenn Guido sich nochmal unauffällig die Regen-
fässer und auch den Holunder ansehen ging...
Problematisch ist allerdings der nächste Morgen, wenn es im Schlafzimmer riecht, wie in einer Döner-
bude und unser Personal wieder mal feststellt, dass Aioli, trotz Zähneputzen,
ein Gefühl im Mund
hinterlässt, als hätte man die Nacht über auf einer nassen Wolldecke rumgekaut.
Aber, wie gesagt: Hat halt alles seinen Preis...
Prima ist natürlich, dass wir auf Grund der stabilen Wetterlage, an meinem Geburtstag auch wieder
grillen können und ich könnte mir vorstellen, dass dann wieder
Gemüsezwiebeln mit im Spiel sind,
aber zum Geburtstag wird es ja wohl erlaubt sein,
dass Guido mir zu später Stunde auch mal ein
kleines Geburtstagsständchen unterm Kronleuchter trötet...

Diese Mäusepupsgeschichte möchte ich meinem edlen Kater-Ritter
Sir Maximilian von Grini widmen, der nie vergessen sein wird.
Klick mich an !
Dann haltet mal die Öhrchen offen
und die Näschen besser zu:
Eure Lady Mandy

05.07.2008
Mahlzeit, hier ist der Karim!
Tach zusammen, ich hoffe es geht euch allen gut, denn zunächst möchte ich mich an dieser Stelle,
mit allen militärischen Ehren, von meinem
allerbesten Erzfeind, dem 'Scharfen Schwarzen'
verabschieden. Er war stets ein heimtückischer und verbissener Kämpfer in eigener Sache
mit dem ich
mir in den wenigen Jahren seines kurzen Lebens viele aufregende Kämpfe geliefert habe. So manche
beachtliche Schramme
haben wir uns bei hitzigen Gefechten gegenseitig in den Pelz geritzt. Doch heute
verneige ich mich ritterlich, vor dem leider von einem angeborenen Herzfehler, viel zu früh
dahingerafften Schweinemännchen und hoffe, dass er hinter der Regenbogenbrücke seinen Frieden
finden möge. Doch nun besser zu angenehmeren Themen:
Sicher erinnert ihr euch an die alte Mäusepupstradition, ganz erlesenen Katzenwein im heimischen
Regenfass zu keltern. Von dieser Tradition, sozusagen
geistlich inspiriert, beschloss unser Personal
schon vor einiger Zeit sich im Anbau echter Weinreben in den heimischen Ländereien zu versuchen.
Die ersten
Versuche mit preiswert von der Mosel mitgebrachten Touristenreben im Kübel verliefen
eher... ich sag jetzt mal durchwachsen. Nachdem Guido dann die Reben
irgendwann aus den Pötten
grissen und wutentbrannt durch den Garten gefeuert hatte, wurden die Kübel erfolgreich auf Kletter-
rosen umgestellt und das Thema
Weinrebe zu den Akten gelegt. Doch tief unter der rheinländisch-
fröhlichen Natur unseres Heimwerkerkönigs brodelte und köchelte diese botanische Niederlage
gar übel in seinem Innersten. Immer wieder sah er sich Fotos von weinüberrankten Terrassen an und
geriet ins Schwärmen, bis er sich entschloss, unter Zuhilfenahme
des Internets und entsprechender
Fachliteratur, eine für Birch House Gardens optimal geeignete Rebsorte zu finden. So gingen mehrere
Wochen ins Land,
bis er eines Abends, so beim Fernsehen, ohne jeden nachvollziehbaren
Zusammenhang, das Wort 'Birstaler Muscat' in den Raum stellte. "Hat's Dir nicht geschmeckt?"
erkundigte sich eine doch sichtlich irritierte Marion. "Doch-doch, ich wollte sagen, ich hab 'ne neue
Weinrebe bestellt und die heißt eben so!" erklärte Guido etwas umständlich.
"Ich dachte, das Thema hätten wir hinter uns?" maulte Marion schon etwas genervt. Doch Guido sagte
nur: "Nein, haben wir nicht - überhaupt nicht!"
So kam es, dass man unseren Büchsenöffner schon am nächsten Tag mit geschultertem Spaten
nachdenklich ums Haus schleichen sah. Nach einigem Hin und Her entschied
er sich für ein geschütztes,
sonniges Plätzchen direkt neben dem Regenfass, indem ja der schon der köstliche Mäusepupswein
hergestellt wird.
Voller Tatendrang wühlte sich Guido in den Boden an der Hauswand und machte sich,
unter Bewegung ganz erstaunlicher Erdmassen, tiefenwirksam auf die Suche
nach störenden Steinen,
Wurzeln oder sonstigem Gesummse.
Damit er sich jetzt die ganze Arbeit nicht umsonst gemacht hatte, entschloss ich mich kurzerhand in
den beachtlichen Aushubhügel eine passende Vertiefung zu buddeln
und dort zielsicher ein wirklich
prächtiges Häufchen zu Grabe zu tragen.
"Mensch Karim, ich glaub, hier am Haus ist 'ne Leiche vergraben??" fluchte Guido konzentriert vor sich
hin buddelnd und förderte plötzlich zwei völlig verrostete Gerüstschellen
zu Tage. Nach eingehender
Geruchsprobe wurden die prähistorischen Zeugnisse früherer Heimwerkerkulturen vom Verdacht der
Rumstinkerei freigesprochen und
Guido grub kopfschüttelnd weiter, immer noch nach der Ursache der
bestialischen Vermuffung forschend... Ich hingegen, beschränkte mich darauf, ein möglichst un-
schuldiges
Gesicht zu machen und interressiert in die beachtliche Baugrube zu spechten.
"So Jung, das müsste dicke reichen!" meinte Guido und begann die aufgehäufte Erde sorgfältig mit
Sand und Blumenerde zu vermischen... Kurze Zeit später hielt er offensichtlich etwas weiches und
warmes in den Händen, sozusagen ein regelrechter Handschmeichler, der
ihm schlagartig bei der
Lösung der Geruchsproblematik zu Hilfe kam!
"Sag mal, das ist doch jetzt nicht Dein Ernst - Männelein??" meinte er plötzlich mit leicht angewidertem
Gesichtsausdruck zu mir, doch ich konnte ihm voller Stolz bestätigen, dass dieses aromatische
Düngestäbchen, ohne Inanspruchnahme fremder Hilfe, von mir höchstpersönlich
in Eigenleistung
angefertigt wurde. Sozusagen mein Beitrag zum erfolgreichen Weinanbau in Birch House Gardens...
Großzügig, wie unser Heimwerkerkönig nun mal so ist,
entschloss er sich kurzerhand meine muffige
Wachtumshilfe mit einer geschickten Wurfbewegung dem angrenzenden Nachbarn kostenlos zur
Verfügung zu stellen. Nachdem er sich
die Hände gewaschen hatte, begann er mit der Wiederbefüllung
des frisch erstellten Kraters und setzte noch geschickt einen einen halb versenkten Pflanzstein, um die
hoffentlich bald eintreffende Rebe, vor ungeschickten Füßen zu beschützen. In den nächsten Tagen
wurde noch ein geeignetes Rankgitter beschafft und an der Hauswand befestigt,
während sich Guido
abends in die Geheimnisse des fachgerechten Rebenschnitts einzulesen versuchte. Als dann endlich der
ersehnte Anruf des Gartencenters die Abholung des
hibbelig erwarteten Pflänzchens in Aussicht stellte,
scheute sich unser Büchsenöffner nicht, diese trotz 30 Grad im Schatten noch am selben Abend in die
heimischen Ländereien
zu überführen. Um dem Weinstöckchen eine gesundheitliche Gefährdung zu
ersparen, hatte er auf der Rückfahrt sogar auf die Benutzung der Klimaanlage verzichtet, was dazu
führte,
dass er eine Stunde später, stolz aber doch ziemlich durchgesuppscht, mit seinem frisch
erstandenen Rebengewächs wieder auf der Matte stand. In einer feierlichen Prozession
begleiteten die
Bewohner von Birch House, bewaffnet mit Schäufelchen und Eimerchen den neuen Gartenbewohner an
die ihm zugedachte Stelle und versenkten ihn schließlich
umsichtig und unter Anbringung eines
geeigneten Rankstöckchens in der Heimaterde. Der Heimwerkerkönig, im weiteren Verlauf des Abends
nur noch als Reblaus tituliert, sprach
noch schnell einige salbungsvolle Worte, vor noch schneller
abnehmendem Publikum und spendierte der Rebe einen ordentlichen Jutsch unseres allerbesten
Katzenweines.
Nachdem Guido und Marion zurück im Haus verschwunden waren, erlaubte auch ich mir, die neue Rebe
in unseren Garten willkommen zu heißen und mit einer wohldosierten
Bedröselung sozusagen in unser
Inventar aufzunehmen. Selbstredend wurde auch mein Hilfs-Sheriff Teddy von mir genauestens
instruiert, wie die wertvolle Weinrebe vor
unanständigen Fremdmarkieren zu verteidigen ist und dass
die Arbeitszeit, die bisher in die Vertreibung des Schweinemännchens investiertert wurde, nun der
Bewachung
von Guidos neuem Pflänzchen zugeteilt wird. Mittlerweile ist Guidos edles Gewächs sogar
bestens angegangen und wächst zur großen Freude des Heimwerkerkönigs
wirklich ganz erstaunlich.
Ob es denn in den nächsten Jahren für die Herstellung eines echten Weinchens aus Birch House
Gardens reicht, wage ich noch stark zu
bezweifeln, aber ein Anfang ist immerhin gemacht.
Glücklicherweise, kann sich unser Personal bis dahin ja noch mit ganz normalem Flaschenwein
aushelfen.
Denn wie sagt unser Guido im Verlauf des Abends immer wieder gerne:
"Trink Wein soviel du trinken kannst, und mach Dir schöne Tage,
denn ob's auch Wein im Himmel gibt, ist immer noch ne offene Frage."

Diese Mäusepupsgeschichte möchte ich der allerliebsten Sleepy
von der Hexenbande widmen, die wir sehr vermissen werden.
Klick mich an !
In diesem Sinne:
Euer Kistenkater Karim

20.08.2008
Huhu hier ist die Lady Mandy!
Endlich wird hier mal aufgeschrieben, was ich zu berichten habe! Nachdem unser Personal jetzt wirklich
alles neu angestrichen hat,
was nicht bei Drei auf'm Baum war, kehrt endlich wieder etwas Ruhe ein.
Gut, Guido musste noch schnell mal eine Aussensteckdose anbringen
und zwecks dessen mit einem
Riesenbohrer die Hauswand unter mörderischem Krawall durchpopeln, aber sowas sind ja mittlerweile
nur noch Kleinigkeiten...
Nachdem die Staubwolken sich verzogen und alle Farbe getrocknet ist, sieht es hier doch schon wieder
richtig nett aus!
Vorteilhafterweise, wurde in Ermangelung einer benutzbaren Küche,
(Anstreicharbeiten) fast jeden Abend gegrillt! Bei den durchaus warmen Temperaturen
eine wirklich
feine Sache, denn so hockten der Kistenkater Karim und meine Lieblichkeit allabendlich vor einem
Näpfchen mit lecker gegrillter Hähnchenbrust.
Während sich unser Personal darüber amüsierte, wo es sich überall mit Farbe bekleckert hatte,
genossen wir Mäusepüpse die sich zögerlich abkühlende Luft
der Abendstunden und putzten im Schein
vieler kleiner Teelämpchen entspannt unser Fellchen, bis sich die Abenddämmerung über Birch House
Gardens
senkte. Vom Katzen-Balkontisch aus, hatten wir einen wundervollen Überblick auf unsere
ausgedehnten Ländereien, die zunehmend im Dunkel der heraufziehenden
Nacht versanken.
Unser erschöpftes Personal widmete sich während dessen fröhlich diversen Bierchen und schmiedete
fleissig Pläne, bezüglich weiterer Anstreicharbeiten.
Doch plötzlich starrte mein bisher entspannt neben
mir liegender Katerkumpel Karim angestrengt in die Dunkelheit und sein Tigerschwänzchen begann
heftigst auf dem Tisch
zu trommeln! Aber so sehr ich mich auch anstrengte, ich konnte, abgesehen von
einer wurmsuchend dahinhüpfenden Amsel, beim besten Willen nichts beunruhigendes entdecken?
Eine Minute später hatten sich Karimchen und sein Trommelschwänzchen auch wieder beruhigt, und er
fuhr genüsslich damit fort, seine Vorderpfoten auf Hochglanz zu putzen.
Doch der Friede hielt nicht
lange an: Wieder begann das Männelein bohrend in die Nacht zu starren und setzte sich, der besseren
Übersicht zuliebe, erstmal aufrecht hin.
Das Katerschwänzchen wibbelte nervös hin und her während
er, unter voller Ausnutzung seiner Nachtsichtfähigkeiten, wie hypnotisiert unter der Birke durch zur
Grundstücksgrenze
spechtete. Wieder bemühte ich mich angestrengt die Dunkelheit zu durchdringen,
um festzustellen was meinen Grenzschutzbeauftragten so in Aufregeung versetze.
Doch da: Ganz am Ende unserer Wiese leuchteten plötzlich zwei geheimnisvolle, grüne Augen im
Unterholz zwischen den Tannen!! Kaum hatte ich es gesehen, da sprang
mein Karimchen schon auf und
fegte pfeilschnell die Startrampe hinunter auf die Wiese. Dort angekommen, pirschte er sich in
geduckter Haltung nahezu unterhalb der
Grasnarbe an den vermeindlich illegalen Grenzübertreter
heran. Doch anstelle des nun befürchteten Gekloppes, mit übelsten Beschimpfungen inklusive
anschließender Verfolgungsjagd
passierte - nichts, absolut nichts! Mein Katerkumpel schnuffelte mit
einem grossen Fragezeichen im Kopf die gesamte Gründstückslänge ab und kehrte kurze Zeit später
unverrichteter Dinge
zurück auf den Balkontisch. Alle anwesenden Bewohner von Birch House waren,
gelinde gesagt, sehr erstaunt über die plötzliche Untätigkeit unseres Verteidigungsministers in
Anbetracht einer offensichtlichen Grenzverletzung im Schutze der Dunkelheit. Gab es da womöglich
irgendwelche Änderungen durch das Inkrafttreten des Schengenabkommens,
die unser Männelein
neuerdings zu berücksichtigen hatte, oder ist er gar auf einen monströsen Kater gestoßen, der ihm
einfach über ist??
Während auf dem Balkon allgemeine Ratlosigkeit herrschte, stierte Karim wieder verzweifelt in die
Nacht und die Zuckungen in seinem Schwänzchen zeugten von Rachsucht, Frust und
übelstem Jagd-
fieber! Wenige Minuten später funkelten schon wieder die grünen Augen von der Grundstücksgrenze
hinüber und unser Kistenkater sprang erneut auf, raste wie vom Teufel
gejagt die Rampe runter und
dieses mal ging es im Schweinsgalopp quer über die Wiese, um dem Eindringling keine Möglichkeit zu
lassen, sich in Sicherheit zu bringen.
Doch kaum am Ende des Gartens angekommen, suchte
Karimchen schon wieder vergebens nach dem pelzigen Übeltäter und schnupperte nur ratlos die
Büsche ab.
"Was hat er denn da hinten für Probleme?" fragte Marion besorgt zwischen zwei Knoblauch-Oliven,
und wer, wie unser Guido, im Besitz des Wörterbuches "Frau - Deutsch / Deutsch - Frau" ist,
der weiß, eigentlich meinte sie: "Geh doch endlich mal nachsehen, was mit Karim los ist!"
Guido erhob sich also langsam aus seinem Gartenstuhl, mopste sich noch zwei Oliven und sagte:
"Weißte was? Ich geh einfach mal nachsehen!" Gemütlich schlenderte unser kauender Heimwerkerkönig
also unter der Birke durch und traf rechts neben dem Gartenhäuschen auf den
völlig irritierten
Kistenkater. "Und??" rief Marion quer über die dusteren Rabatten hinweg.
"Hab den Eindringling - wohl eine neue amerikanische Züchtung - ein Stealth-Somali!"
antwortete Guido und kicherte sich eins. "Ein Tarnkappen-Kater, sozusagen!" legte er noch einen drauf
und tröstete den immer noch frustriert nach seinem Gegner suchenden Karim.
Während Marion sich
fragte, ob Guido eventuell noch alte Glühweinbestände im Gartenhaus gefunden und sich kurz-
entschlossen in den Kopf geschüttet hatte, schallte von der Wiese
endlich die Lösung des Mysteriums
zu ihr herüber: "Glühwürmchen - da hocken nur zwei Glühwürmchen im Gebüsch!" lachte Guido und
hatte den immer noch völlig bedröppelten Karim
auf dem Arm. Der unheimliche Grenzübertreter
bestand also nur aus zwei winzigen Käferchen. Als der Heimwerkerkönig sich mit unserem geknickten
Katerchen wieder in den
Gartenstuhl fallen liess, waren auf mysteriöse Weise restlos alle
Knoblauch-Oliven verschwunden. "Hast du die jetzt etwa alle alleine gegessen?!" empörte sich unser
Büchsenöffner.
"Neeeeiiin - das war der fiese Tarnkappen-Kater!" antwortete Marion mit einem
hinterhältgen Grinsen. "Na warte, Du Mistkäfer! Dir werd ich heimleuchten!" drohte Guido und jagte
die
Dame des Hauses mehre Runden durch die Räumlichkeiten...
Bleibt festzustellen, dass man mit hübschen Käfern irgendwie nur Rennereien hat - und Marion immer
ein zweites Gläschen Knoblauch-Oliven im Kühlschrank!
Nur unser guter Karim war nach wie vor angefressen, denn dass zwei Glühwürmchen
noch lange keinen Kater machen, dass wurmt ihn irgendwie immer noch...

Diese Mäusepupsgeschichte möchte ich dem Schmusekater Whisky
von der Hexenbande widmen, den wir sehr mochten.
Klick mich an !
Dann bis bald wieder:
Eure Lady Mandy

Was vorher geschah! Was vorher geschah...
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