01.05.2006
Huhu, hier ist der Karim!
Ja... da kuckense ne?
Also, die Sache ist eigentlich die: Nachdem es ja in den letzten Monaten wirklich keinen Grund zur
Freunde in Birch House
gegeben hat und ein schrecklicher Trauerfall sich an den nächsten reihte,
habe ich beschlossen, der armen Lady Mandy unter die Arme zu greifen!
Jetzt werden manche vielleicht sagen, "Ja wie - der Karim ist aber doch gar kein echter Mäusepups",
aber immerhin darf ich in Birch House
übernachten und ich bin der einzige Kater, der ungestraft die
Gemächer von Lady Mandy betreten darf - das ist ja auch schon mal was!
Und weil ich ja jetzt auch schon groß bin, finde ich, dass es an der Zeit ist, auch mal Verantwortung
zu übernehmen.
Da ich ja den größten Teil des Tages eh in Birch House Gardens verbringe und auch
immer wieder mal bei Mandy reinspechte,
habe ich mich entschlossen, ihr, so gut es eben geht, über
den schlimmen Verlust ihrer Schwester Lady Cindy hinwegzuhelfen.
Auch Guido und Marion fanden meine Idee prima und sind sehr stolz auf mich:
"Du bist wirklich ein guter Jung!"
Natürlich fehlt mir die Lebenserfahrung und Souveränität einer Lady Cindy, aber ich werde mir
allergrößte Mühe geben, dies
durch meinen Mut, meine Abenteuerlust und meinen guten Willen
auszugleichen.
Im monatlichen Wechsel mit Lady Mandy, werde ich also ab nun versuchen, diese Seiten im Sinne
von Lady Cindy weiterzuführen.
Weiterhin wurden mir durch Marion feierlich die Aufzeichnungen von
Sir Timmy anvertraut, anhand derer ich auch seine Rubrik "Very British"
in Erinnerung an einen
wirklich grossartigen Kater, fortzuführen gedenke. May they rest in peace.
Es ist einiges passiert in Birch House, es wurde sehr viel geweint und mit dem Schicksal gehadert,
doch irgendwann wird es für jeden Zeit
die Dunkelheit wieder zu verlassen und das Geschehene zu
akzeptieren. Mit dem Frühling breitet sich überall Freude und neues Leben aus und
auch das Personal
der Mäusepüpse kann mittlerweile durch seine Tränen hindurch wieder lachen.
Alle Aufmerksamkeit gehört zur Zeit natürlich Lady Mandy, sich leider nur schleppend von ihrem
mysteriösen Husten erholt.
Dummerweise können die Medikamente immer noch nicht abgesetzt
werden, aber Mandy ist eine tapfere, optimistische Dame
und erträgt ihre Spritzen und Tabletten
mit Bravour.
Selbstverständlich bin ich im Rahmen meiner neuen Aufgaben, auch für die Sicherheit und Ordnung in
Birch House Gardens zuständig
und dort musste ich leider sehr schnell größeren Handlungsbedarf
ausmachen: Trotz der der ja mittlerweile vollständigen Umzäunung der
pupsigen Ländereien, spriessen
die neuen Besucher zur Zeit wie die Maiglöckchen aus dem Boden!
Da wäre zunächst mal der weiss-grau teilgetiegerte Kater, ein anständiger, freundlicher Kerl mit
vorbildlichen Umgangsformen - sowas sieht man als Hausmeister gerne.
Dann gibt es da neuerdings ein junges, knackiges Kätzchen im kleinen Schwarzen zu dem sie
schneeweisse Söckchen trägt - sowas sieht man als Hausmeister natürlich am liebsten...
Allerdings gibt es da auch noch einen kleinen, äusserst bemerkenswerten Jungkater:
Man nennt ihn den '
Scharfen Schwarzen' - und das nicht ohne Grund!!
Dieser minderjährige Schnulli tauchte neulich auf dem Pupsbalkon auf und hat sich sofort Hals über
Kopf in die dort dösende Lady Mandy verliebt!
Dass diese spontane Liebe nicht wirklich auf
Gegenseitigkeit beruhte, störte den kleinen Mistkäfer nur unwesentlich und so folgte er der empört
fauchenden Lady Mandy unerlaubter Weise bis in die Schlafgemächer. Dort angekommen, gelangte er
zu der felsenfesten Überzeugung,
dass es nun für ihn an der Zeit sei, sich um den Fortbestand seiner
Art kümmern zu müssen...
Glücklicherweise war ich gerade noch rechtzeitig zur Stelle, um dem vor Leidenschaft überkochenden
Knäblein energisch den Dampf abzulassen!
Schlagartig machte ich ihm klar, dass er ohne Wind im
Segel eigentlich auch seinen Mast wieder umlegen kann...
Derart ernüchtert, fiel ihm auch plötzlich ein, dass er noch dringende Termine ausserhalb meines
Reviers wahrzunehmen hatte und verkrümelte sich,
mit leise bimmelndem Halsglöckchen, wieder im
Garten. Bim-bim-bim...
Lady Mandy war doch sichtlich erleichtert, dass ich den ganz offensichtlich unkastrierten Wüstling fürs
Erste erfolgreich in die selbige gejagt hatte.
Unvorteilhafterweise schien sich die von mir vermittelte
Botschaft dem pubertierenden Lüstling leider doch nicht dauerhaft eingeprägt zu haben, denn schon
in den späten Abenstunden des gleichen Tages hockte er erneut auf der Balkonbank, hämmerte mit
seinen Pfoten gegen die Fenster und krakehlte
lauthals schweinisches Liedgut in die Nacht!
Gerade wollte ich Lady Mandy erneut zu Hilfe kommen, da erspähte ich auf der Startrampe zum
Pupsbalkon
einen grossen Kater, der augenscheinlich völlig entnervt, wenige Sekunden später dem
kleinen Barden den (Noten)ständer zurechtrückte...
Nach einem kurzen Pfotengemenge erschien der Scharfe Schwarze am unteren Ende der Startrampe
und verschwand etwas peinlich berührt,
unter Hinweis auf dringende Termine, wieder in der Nacht.
Bim-bim-bim...
Glücklicherweise hat er sich mittlerweile auch in Frau Pinky von gegenüber verguckt und so hört man
ihn nachts nur noch leise in der Ferne lüsternd jodeln!
Wie ihr seht, gibt es kein Problem, dass einen gestandenen Hausmeister- und Kistenkater überfordert
und ich werde auch weiterhin
alles in meinen Kräften stehende unternehmen, damit die Sonne über
Birch House wieder scheint und wir bald ein neues,
fröhliches Kapitel schreiben können!
Klick mich an !
Denn in jedem Ende steckt auch ein neuer Anfang:
Euer Kistenkater Karim

01.06.2006
Mahlzeit - hier ist die Lady Mandy!

Endlich geht es mir besser und ich kann Euch mal wieder selber berichten, was bei uns so los ist.
Dank einer Cortison-Depotspritze, konnte endlich das fiese Antibiotika abgesetzt werden, das Guido
mir wochenlang
täglich gespritzt hat. Jetzt werden manche sagen, dass es das doch auch als Tablette
gibt und dass man Antibiotika nicht
unbedingt spritzen muss. Ja... - jetzt muss man natürlich wissen,
dass ich eine höchst anspruchsvolle Feinschmeckerin bin.
Selbst die tollsten Leckerchen werden von
mir nicht einfach hinuntergeschlungen, sondern erstmal genüsslich zerkaut. Daher ist
es absolut
unmöglich, mir auch nur den Bruchteil einer übelschmeckenden Tablette unterzujubeln!
Klar - versucht wurde
es gerne und häufig, doch da spiele ich natürlich nicht mit und spucke die
Tablette jedes Mal mit einem triumphirenden Blick
auf den Boden. Mit dieser Nummer habe ich Guido
und Marion fast in den Wahnsinn getrieben, aber man muss als Katze
auch mal konsequent sein
können. Blöd war allerdings, dass Guido dann seinerseits so konsequent war und sich in der Tierklinik
beibringen ließ, wie man Katzen Spritzen setzt...
Wochenlang wurde ich also von meinem Personal auf hinterhältigste Art und Weise getäuscht und
hintergangen, nur um mich pieksen
zu können, ohne hinterher selber in der Notaufnahme zu enden -
Frechheit!!
So wurde ich, friedlich im Bettchen schlafend, allerübelst beschlichen und eh ich richtig wach wurde,
war es auch schon passiert: Pieks!!!
Auch wurden mir von Marion lieblichste Leckerchen gefüttert, während Guido sich wieder heimlich
von hinten an mich ranrobbte: Pieks!!!
Aber wenigstens geht es mir jetzt wieder besser und ich habe, Dank dem Cortison, einen - sagen wir
mal, äusserst gesegneten Appetit...
Es ist mir allerdings ein dringendes Bedürfnis zu erwähnen, dass ich daher nichts dafür kann, wenn ich
mal wieder nichts abnehme!
Um mein Gewicht jetzt besser im Auge zu behalten, hat Marion sogar eine
neue, todschicke Digital-Personenwaage gekauft!
Doch als sie dann selber das erste mal auf der neuen
Waage stand, meinte sie enttäuscht zu Guido:
"Schade - die müssen wir wieder umtauschen!"
Guido: "Wieso, geht die etwa nicht?"
Marion: "Doch, aber die zeigt zu viel an..."
Da ich ja jetzt leider die einzige Katze bin, die noch Vollzeit in Birch House lebt, war jeden Morgen und
jeden Abend ein halbes Döschen
Katzenfutter übrig, denn die andere Hälfte hatte ja immer mein
Schwesterherz Cindy verpinselt. Doch erstaunlicherweise lösen sich
solche Probleme auf mysteriösen
Wegen von ganz alleine. Denn urplötzlich war er einfach so da: Der Dicke!
Wir kannten ihn im Prinzip schon
länger, da er immer wieder durch unsere Ländereien streifte und
dabei nie unangenehm in Erscheinung trat - was ja schon selten genug ist.
Eigentlich ist der Dicke gar nicht wirklich dick, sondern ein grauer, unkastrierter Kater, der dem
Anschein nach Tag und Nacht im Freien verbringt.
Er hat halt nur ziemlich dicke Backen und darüber
zwei meistens freundlich funkelnde Äugelchen.
Leider ist er fürchterlich scheu und lässt sich nicht
anfassen, aber trotzdem saß er plötzlich auf unserem Balkontisch und Marion diagnostizierte wie
immer:
"Ohh - der hat bestimmt Hunger!"
Ganz vorsichtig, um ihn nicht zu verjagen, stellte Guido ihm Cindys Portion auf die Fußmatte und siehe
da, es wurde durchaus gerne genommen!
Seitdem kommt der Dicke täglich zwei bis dreimal kurz
vorbei und frisst sich bei uns satt. Man könnte jetzt auch sagen, ich habe da einen dicken Mitesser...
Natürlich findet unser Kistenkater Karim diesen Umstand nur sehr begrenzt prickelnd, aber wenigstens
überlässt er dem Dicken seine
meistens ungenutzte Balkonkiste, da das Wetter zur Zeit wieder ziemlich
widerlich ist. Ich bin aber auch sonst ganz schön stolz auf unser Karimchen,
weil er sich vom
übermütigen Rabauken doch zu einem weitsichtigen und verantwortungsvollen Kater gemausert hat.
Das schliesst natürlich
nicht aus, dass er unerwünschten Pinkelkatern bei Gelegenheit kurz und deutlich
erklärt, wer in Birch House Gardens 'Chef of the Koppel' ist...
Glücklicherweise habe ich dadurch auch inzwischen Ruhe vor dem, mittlerweile von seinen Eierchen
getrennt lebenden, Scharfen Schwarzen, da er
sich jetzt lieber im Nachbargarten mit Frau Pinky
atemberaubende Verfolgungsjagden liefert. Da sitze ich doch viel lieber mit meinem leise
grummelnden
Kumpel Karim auf der Fensterbank und gucke zu, wie Cindys Futterportion dem Dicken
sein hungriges Bäuchlein füllt.
Ein Vermächtnis, dass auch Lady Cindy gut gefallen hätte...
Klick mich an !
Ja, dann mal guten Appetit allerseits
:
Eure Lady Mandy

01.07.2006
Huhu - hier ist der Karim!
Ja- jetzt ist er doch noch mal gekommen, der Sommer. Wochenlang hiess es, er stünde vor der Tür,
aber
scheinbar hat ihm wohl lange keiner aufgemacht...
Jedenfalls ist jetzt bei dem prima Wetterchen ganz schön was los in
Birch House Gardens. Dass es sich
im Schatten der grossen Birke gut aushalten lässt, hat sich bei den Pelzköppen der
Nachbarschaft
bestens rumgesprochen und dadurch ist es nichts Ungewöhnliches, wenn man am späten Nachmittag
so fünf bis acht spielende, jagende und dösende Katzen in Lady Mandys Ländereien antrifft.
Selbstverständlich
bin ich permanent anwesend und beobachte das Anwesen entweder von Mandys
Balkontisch aus, oder ich mache meine Kontrollrunde
und versuche mühselig, die doch sehr zahlreichen
Markierungen anderer Kater zu überdröseln. Eine echte Herausforderung für jede Blase...
Auch das Personal von Birch House gibt sich, je nach Wetterlage, mehr oder minder vergnügt,
sommerlichen Beschäftigungen hin.
So wurden unter beachtlichem Körpereinsatz und weitestgehend
lächerlichen Verrenkungen fleissigst Holunderblüten geerntet, aus denen
sich mit Zitrone und Zucker
angesetzt, ein besonders wohlschmeckender Sirup gewinnen lässt, der einem gut gekühlten Glässchen
Sekt die
letzte elegant-erfrischende Note verleiht.
Da Guido und Marion für Genüsse dieser Art jederzeit, ohne grössere Überzeugungsarbeit, zu haben
sind,
wurde trotz schwüler Hitze diszipliniert eine Seilschaft gebildet, auf die selbst Reinhold Messner
stolz gewesen wäre. So gerüstet, begann
man, getrieben vom Gedanken an einen köstlichen Apperitiv,
mit dem beschwerlichen Aufstieg in die blütenreichen Gipfel des Holunderbaumes.
Die schweisstreibende Mühe wurde ganz offensichtlich gebührend belohnt, denn schon wenige Tage
später sah man die geschundenen
Gipfelstürmer, wie sie zufrieden in den Gartenstühlen liegend, sich
den Holunder-Sekt genüsslich über das Zäpfchen kippten...
Doch wie immer, wenn man gerade meint, es sei alles einfach nur wunderschön, geschieht ja gerne
mal das Unerwartete:
Es war früher Samstagabend, bestes Wetter, und ich machte gerade meine Markierungsüberdrösel-
runde, da stiegen mir auf einmal beissende Gerüche in die Nase!
Schnell schnuffelte ich einmal im Kreis herum, und dann sah ich auch schon das ganze Ausmaß der
Katastrophe:
Dichte, weisse Qualmwolken wabertern über die Ländereien und hüllten Birch House
schon fast vollständig ein!
'Feuer!!!' schoss es mir durch den Kopf - Lady Mandy ein Opfer der Flammen??
Sofort wurde mir klar, das jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, wo sich entscheidet, ob man Kater oder
Kalauer ist...
Doch dummerweise war gerade jetzt meine Blase schon fast leergepullert - und so würde
ich die im Haus tobende Feuersbrunst niemals erfolgreich niederpinkeln können.
Es gab nur eine Möglichkeit: Ich musste mich in das flammende Inferno stürzen und selbstlos Lady
Mandys zartes Leben retten - Zeit für wahre Helden!
Wild entschlossen preschte ich über die Wiese und schoss die Startrampe der Mäusepüpse mit nur drei
grossen Sprüngen hoch.
Da - auf dem Balkontisch, in undurchdringliche Rauchschwaden gehüllt,
Lady Mandy - Gott sei Dank - sie lebt!
"Beug Dich vor - ich helfe Dir runter!" maunzte ich Mandy zu. Doch Mandy reagierte kaum - war sie
bereits dem Ersticken nahe??
"VORBEUGEN!! Du musst Dich vorbeugen Mandy!!" miaute ich erneut, doch Lady Mandy kaute, wohl
schon völlig benebelt, in aller Ruhe an irgend etwas herum.
"Mandy - ich kann dir so nicht helfen - Du musst Dich vorbeugen!!!" fauchte ich so laut es nur ging
über die Balkonbrüstung!
Aber Lady Mandy rippte sich einfach nicht und schaute mich nur ziemlich
verständnislos an.
Ich war schon der Verzweiflung nahe, als ich plötzlich aus dem dichten Rauch
Marions Stimme hörte:
"Es qualmt ja schon ein bisschen, aber ich liebe gegrillten Bauchspeck einfach über alles!"
Auch Guido schien überlebt zu haben, sehen konnte ich ihn zwar nicht, aber immerhin hörte ich ihn sagen: "Erwähnte ich schon, dass gerade der Flughafen Köln-Bonn wegen Nebels gesperrt wurde?"
Langsam keimten in mir erste Zweifel, ob es sich hier wirklich um einen ernstzunehmenden,
brandtechnischen Notfall handelte...
Ich nahm all meinen Mut zusammen und sprang zu Lady Mandy auf den Balkontisch, um festzustellen,
ob hier wirklich kein
heldenhafter Feuerwehrkater gebraucht wird. Kaum auf dem Balkon angekommen,
erblickte ich hinter der Rauchwand Guido und Marion
die erwartungsvoll auf einem kleinen Grill diverse
Fleischstücke wendeten. Marion sah mich als Erste und stellte auch sofort fest,
dass das gute Männelein
auch ein Hähnchenbrustfilet verdient hat! Damit war ganz eindeutig ich gemeint - und es gab keinen
vernünftigen Grund ihr jetzt zu widersprechen...
Wenige Minuten später hockte ich schon neben Lady Mandy auf dem Balkontisch und pinselte ein von
Marion liebevoll kleingeschnittenes und kaltgepustetes
Hähnchenbrustfilet in mich rein.
Es schmeckte wirklich ganz vorzüglich und während wir beide so genüsslich kauten, meinte Mandy mit
vollem Schnäuzchen zu mir:
"Waf haft Du eben eigentlich für Fpektakel aufgeführt?"
Jetzt fehlten mir nun wirklich die Worte - Frauen...
Aber weil es mir gerade so gut schmeckte und ich irgendwie ja doch sehr froh war, dass nichts
Schlimmes passiert ist, sagte ich zu Lady Mandy nur kurz:
"Meine liebe Mandy, eines musst Du Dir doch mal dringend merken:
Die Feuerwehr hilft - aber VORBEUGEN musst Du!"
Klick mich an !
Ich empfehle mich wärmstens
:
Euer Kistenkater Karim

01.08.2006
Hallihallo - hier ist die Lady Mandy!

Also nee, so geht das wirklich nicht weiter! Seit Wochen muckert über unserer geliebten Domstadt
wieder eine absolut unerträgliche Hitzeglocke.
Es geht sogar soweit, dass sich mittlerweile eine
offensichtlich völlig neue Katzenrasse gebildet hat: Die gemeine Kölner Plattkatze!
Man kennt dieses Phänomen ja schon aus anderen Ecken des Tierreiches, den sogenannten Plattfischen
wie Scholle oder Flunder.
Denn wenn ich mich in Birch House Gardens so umsehe, dann liegt dort eine
Katze neben der anderen platt auf der Seite und drückt sich ins
kühlende Gras unter der Birke,
während oben der goldene Planet erbarmungslos die Botanik toastet. N
ur unser Hausmeister und
Kistenkater Karim verfügt anscheinend noch über genügend Restenergie, um am frühen Abend seine
Pinkelrunde zu drehen.
Unter der Gartenbank findet sich mittlerweile eine kleine Katzenbar, bestehend
aus drei Schälchen mit Wasser, Wasser+Milch und Wasser+Joghurt,
damit je nach persönlicher Vorliebe
jedes Pelzköpfchen zu einer kleinen Erfrischung kommt.
So lagen wir nun schon wochenlang möglichst regungslos
auf der Wiese und spielten gähnend
Beamtenmikado: Wer sich zu erst bewegt, hat verloren...
Die Tage flimmerten träge dahin, die Sonne ging auf - die Sonne ging unter, aber die Temperatur blieb
immer über 30 Grad im Schatten - auch nachts!
Zwischendurch wurde uns ein Aufguss in Form eines
lauwarmen Schauers gemacht, der schon qualmend verdunstete, ehe er den Boden berührte...
Doch plötzlich kam unerwartet grosse Aufregung in die lustlos dahindösende Plattkatzenkolonie:
Es begann damit, dass der Rote Baron wie von der Tarantel
gestochen in den Holunderbaum schoss
und sich dort in 2 Metern Höhe an einen Ast klammerte. Sekundenbruchteile später, startete der
Scharfe Schwarze
durch und hechtete mit Panik in den Augen die alte Zierkirsche hoch. Kaum dort
angekommen, spurtete Frau Pinky gefolgt vom Dicken Grauen quer über
die Wiese und flutschte
schnell unterm Zaun durch. Was war nur los? Das wollte natürlich auch unser Hausmeister Karim
wissen und sprang sofort auf,
um die Ursache der allgeinen Panik zu ergründen. Das Männelein
brauchte gar nicht lange suchen, denn auf dem Nachbargrundstück von Frau Pinky
fand zur Zeit eine
grössere Terassenparty statt, und zu den dort gesellig grillenden Gästen gehörten auch zwei kleine
Jack Russel Terrier Welpen,
welche soeben neugierig, wie sie nun mal sind, über die grüne Grenze in
Birch House Gardens eingedrungen waren! Dieser unangemeldete Grenzübertritt
der beiden freudig
wedelnden Hündchen, deren Näschen vorwitzig aus dem Unterholz leuchteten, bedurfte natürlich eines
sofortigen Eingreifens
unseres Grenzschutzbeauftragen Karim! Nachdem er sich schätzungsweise auf
die doppelte Grösse aufgepumpt hatte, stakste Karimchen unter den Augen
der mittlerweile auch vor
Angst schwitzenden Baumbesetzer den beiden Hundbabys misstrauisch entgegen. Zentimeter für
Zentimeter näherte sich unser
mutiges Männelein mit bedrohlich zitterndem Klobürstenschwanz den
beiden Miniaturausgaben seines einstigen Angstgegners! Denn man muss wissen,
dass Karim in Sachen
Jack Russel Terrier ein
gebranntes Kind ist und er sich wohl nur in die Nähe zweier Exemplare dieser
Gattung begiebt,
da sie knapp halb so gross sind wie er. Glücklicherweise zeigten sich die beiden
Welpen doch stark beeindruckt von dem wild fauchend auf sie
zukommenden Bürstentier und duckten
sich auch sofort ängstlich in die Wiese.
Genau diesen Moment höchster Anspannung auf beiden Seiten, wählte sich das
Schicksal aus, um
einen alten Tannenzapfen aus dem Nadelgehölz über den kleinen Eindringlingen auf die Erde fallen zu
lassen. Dieses
unvorhergesehene Ereignis brachte das spannungsgeladene Fass zum Überlaufen, und
die beiden Welpen rannten panisch winselnd zurück zur
Grillparty auf dem Nachbargrundstück.
Übrig blieb ein doch sehr verdutzter Karim, der sich über sein eigenes Abschreckungspotential
gerade
maßlos wunderte. Man konnte förmlich zusehen, wie er unter den neidisch - bewundernden Blicken der
auf die Bäume geflüchteten Plattkatzen
auf die Grösse eines ausgewachsenen Löwen anschwoll...
Hoch erhobenen Kopfes stolzierte er in Zeitlupe zu der Stelle, an der gerade noch die beiden
Hündchen
lagen, wendete geschmeidig und dröselte genüsslich eine Markierungspfütze auf die vom Feind
verunreinigte Heimaterde.
Nachdem dieser Pflock eingeschlagen war, startete Karim zu seinem glorreichen Triumphzug durch die
pupsigen Ländereien um sich in der Erfurcht der
unfreiwilligen Baumbewohner ausgiebig zu sonnen -
und das bei 34 Grad im Schatten...
Nichts auf der Welt hätte Karimchen jetzt an den Moment erinnert, wo er selber nach einer Begegnung
mit einem Terrier viele Stunden in luftiger
Höhe am Stamm der Zierkirsche verbrachte und
schlussendlich vom Birch House Höhenrettungsteam wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt
werden musste. Allerdings hoffen wir ja jetzt schon, dass unser Hausmeister, Oberbrandmeister und
neuerdings selbst ernannter Weltmeister Karim, mit
sinkenden Temperaturen wieder zu seiner
ursprünglichen Grösse zurückfindet, denn so passt er wohl kaum noch durch den Einstieg seiner
Kuschelkiste.
Aber, ganz im Geheimen bin ich ja schon sehr stolz auf mein getigertes Freundchen!
Denn im Herbst wird er nur mit mir allein wieder auf der warmen Fensterbank kuscheln:
Mein Karim -
der kleine, mutige König der Löwen...
Klick mich an !
Bis dahin, wünsche ich Euch einen königlichen August
:
Eure Lady Mandy

01.09.2006
Juten Tach - hier ist wieder der Karim!

Junge-junge was waren wir alle froh, als sich endlich die muffige Hitzewelle in ein erfrischend
kühlendes Lüftchen
abschwächte und diverse Regengüsse die ausgedörrte Botanik vor dem
Vertrocknen bewahrten. Doch mit den ersten Regentröpfchen
kam auch zusehends wieder Leben in die
abgeschlaffte Gemeinschaft der Plattkatzen, die sich wie bunt gemischte Auslegeware beim
Räumungsverkauf in
Birch House Gardens ausgebreitet hatten. Ungläubige Blicke wurden misstrauisch
gen Himmel gerichtet, um dann hektisch suchend ein trockenes
Plätzchen unter den grossen Tannen
zu ergattern. Von einer Stunde auf die andere sagte der Sommer: "Schönen Abend noch..." und
plötzlich war es irgendwie schon Herbst.
Nur Lady Mandy hatte wohl von Allem nichts mitbekommen, denn sie blieb, von den sinkenden
Temperaturen
völlig unbeeindruckt, faul und apathisch in der Einrichtung liegen. Sie wollte nicht raus,
sie wollte nicht spielen, eigentlich wollte sie nur noch schlafen.
Nachdem dieser Zustand sich nach zwei
Tagen nicht gebessert hatte, bekam unser Guido langsam ein ziemlich fieses Auge auf die ganze
Angelegenheit...
Irgendetwas stimmte mit Lady Mandy nicht, denn eigentlich müsste sie topfit sein, wo doch erst vor
wenigen Tagen ihre Cortisonspritze aufgefrischt wurde.
So oft ich Mandy auch besuchte, nie hatte sie
Lust mit mir in den Garten zu söggeln. Mit besorgtem Gesichtsausdruck hockte ich mich neben Guido
auf die Couch,
dem inzwischen auch klar geworden war, dass hier schnellstens etwas geschehen
musste. Wenige Stunden später kauerte eine kläglich jammernde Mandy
auch schon im Transport-
körbchen und machte sich mit Guido und Marion auf den Weg zur Tierklinik. Sie konnte einem echt
Leid tun, obwohl - ich finde ja
immerhin das Autofahren ganz toll! Eine Leidenschaft, die Lady Mandy
allerdings nicht wirklich mit mir teilt...
Kaum in der Klinik angekommen, ergriff Mandy lautstark das Wort und erklärte unserer Ärztin, dass
sie des Todes sei, wenn sie es wagen würde
auch nur eine Spritze in ihre Lieblichkeit zu stechen.
Von dieser Drohung nicht sonderlich beeindruckt, wurde jedoch ärztlicherseits, trotz wüstester
Beschimpfungen
der kleinen Pelzdame, zur Blutspende eingeladen. Das Mandy unter Lebensgefahr
aller anwesenden Personen abgetrotze Blut, sollte in einem externen Labor
genauestens unter die Lupe
genommen werden.
Da es ja bekanntlich einige Tage dauert, bis solche Laborwerte vorliegen, sah ich mich in der Pflicht,
die so entstandene
Unterhaltungslücke mit angemessener Aufregung zu füllen: Es ist nun mal halt so,
dass man sich mit manchen Katern gut, mit anderen hingegen deutlich schlechter versteht.
Dummerweise bin ich dann bei meinen abendlichen Dröselrunden mal wieder auf einen ziemlich
miesen Vertreter letzterer Gattung gestossen...
Wir haben uns übel angefaucht und uns gegenseitig dicke Hämorrhoiden an den Hintern gewünscht,
aber dass der Kerl mich beim anschliessenden Pfotengemenge
ohne Ansagen in die Schulter beisst,
fand ich dann doch irgendwie ganz schön unfair! Also, schleppte ich mich am nächsten Morgen mühsam
und beachtlich humpelnd die
Mäusepupsstartrampe hoch, um Guido meine Verletzung zu zeigen und
ausgiebig mein Leid zu klagen! Wenig später hockte ich schon mit stolz geschwollener
Brust im
Körbchen auf dem Beifahrersitz neben Guido und verfolgte mit grösstem Interesse, wie die bäuerliche
Umgebung des Kölner Nordens an uns vorbeiflog.
Nach 20 Minuten aufregender Landschaftsbeschauung
parkte Guido mit mittlerweile routiniertem Schwung auf seinem Stammplatz vor der Tierklinik.
Daß man das Personal von Birch House in der Klinik inzwischen fast wie Familienangehörige begrüsst,
sei hier mal nur so am Rande erwähnt...
Frau Dr. Börsch sah sich also meine Schulter genaustens an, stellte fest, dass nichts gebrochen war,
rasierte mich frisch und versenkte sicherheitshalber eine ihrer stets
ungern genommen Antibiotika-
spritzen in meinem getigerten Rückenfell. Nachdem mir vom Klinikleiter noch im Vorbeigehen eine
Kriegsversehrtenauszeichnung in Aussicht gestellt wurde,
machten wir uns, mit der Auflage die rasierte
Bisswunde zu beobachten, wieder auf den spannenden Heimweg. Wenige Tage später waren
offensichtlich Mandys Laborwerte
eingetroffen und seltsamerweiseweise bat Frau Dr. Börsch Guido und
Marion ohne Lady Mandy abends in die Klinik zu kommen - also, quasi so zum Elternabend...
Wenn das mal nichts Schlechtes zu bedeuten hatte! Mit flauem Gefühl im Bauch machten sich die
beiden abends wieder mal auf den Weg zur Tierklinik und erfuhren dort,
dass Mandy eine leichte
Diabetes hat. Jetzt muss man aber wissen, dass die permanente Gabe von Cortison eine Diabetes
auslösen kann! Es wurde also beschlossen,
dass man Lady Mandy kein Depotcortison mehr spritzt und
man glaubt, dass sich ihre, zum Glück nur leicht erhöhten Blutzuckerwerte, von ganz alleine wieder regulieren.
Sicherheitshalber bekommt Mandy jetzt auch ein gut verträgliches Mittel zur Blutdrucksenkung, um
ihr, wie Frau Dr. Börsch sagt: "Herz im Fettbettchen" zu entlasten.
Puh - das ist wohl gerade nochmal gut gegangen, denn ich möchte nicht erleben wie Lady Mandy sich
aufführen würde, wenn man ihr mehrmals täglich Insulin spritzen müsste...
Nachdem unser Personal den Schreck erstmal verdaut hatte, arrangierte man sich im Birch House
Hospital aber doch schnell mit der neuen Situation und uns beiden Patienten.
Mandy und ich sprachen
uns gegenseitig Mut zu, und wir würden ganz bestimmt beide wieder gesund werden, wenn wir nur
ganz feste zusammenhalten!
Und was soll ich Euch sagen, meine Bisswunde heilte perfekt ab, und schon eine Woche später konnte
wieder ohne zu humpeln durch den Garten fegen.
Auch Lady Mandy geht es mittlerweile wieder so gut,
wie schon lange nicht mehr! Die neuen Herztabletten scheinen ihr richtig gut zu tun, und ihr Blutzucker
ist bestimmt auch
bei der nächsten Messung schon fast wieder normal. Jedenfalls sieht es ganz so aus,
als wären wir diesmal wirklich mit einem blauen Auge davon gekommen und so niedlich
und süss ich meine Lady Mandy auch finde,
zu süss ist scheinbar auch nicht wirklich gut...
Klick mich an !
Also, bis bald und passt gut auf Euch auf:
Euer Kistenkater Karim

01.10.2006
Halli-hallo - hier ist die Lady Mandy!

Zuerst möchte ich mich für die vielen lieben Genesungswünsche, die Karim und ich bekommen haben,
ganz allerliebst
bedanken. Karim ist mittlerweile wieder fit wie eh und jeh und auch mir geht es viel
besser. Ich habe sogar 700g abgenommen
und das soll mir erst mal einer nachmachen! Sogar meine
Blutzuckerwerte haben sich in allerletzter Minute, bevor ich Insulin
bekommen hätte, stark verbessert!
Ich glaube, dass ist endlich der Durchbruch und von nun an wird bestimmt alles wieder gut!
Habt ihr es auch schon gemerkt? Draussen färben sich die ersten Blätter gelb und rot - es wird langsam
Herbst, die muppelige Kuschelzeit beginnt!!
Dieser Umstand ist natürlich auch unserem Personal nicht entgangen und so wurde freudig
entschlossen, die neue Jahreszeit
mit einem festlich-herbstlichen Essen zu begrüßen. Es wurde hin und
her überlegt, was man sich denn nun Passendes zusammenköcheln könnte,
doch die rettende Idee
ließ dann nicht lange auf sich warten:
Winzerpastete - das hört sich doch gut an und reichlich Wein ist auch drin...
Sofort zog man los, um die benötigen Ingredienzien, wie Zwiebeln, Eier, Petersilie, Blätterteig, Crème
fraîche usw. käuflich zu erwerben.
Damit Karim, der Dicke und ich, nicht mit langen Zähnen zugucken müssen, wurde netterweise auch
großzügig frische Putenbrust
für uns Pelzköppe eingekauft. Kaum zurück am heimischen Herd,
bemängelte Marion das Fehlen von knusprigen Speckwürfelchen im
Rezept und auch Guido gelangte
zu der Einsicht: "Du hast Recht - kann ja ohne gar nicht schmecken..."
In Anbetracht der ja bald zu tragenden, weiten Winterkleidung beschloss man einstimmig die
zusätzlichen Kalorien kalt-lächelnd zu ignorieren
und öffnete erst mal fröhlich eine Flasche Küchenwein!
Marion: "Der Wein ist schon mal jut - Prost!"
So motiviert, machte man sich daran unsere Putenbrüstchen in leichter Brühe vorsichtig gar zu kochen
und in schnautzgerechte Würfelchen zu zerteilen.
Karim und meine Niedlichkeit unterstützten das
fleissige Küchenpersonal dabei so gut wir nur konnten, indem wir ihnen permanent schnurrend und
Köpfchen gebend um die Beine wuselten...
Blöderweise war alles noch viel zu heiss für uns und so mussten wir uns noch geduldig mit anschauen,
wie Marion sich daran machte, mehrere Zwiebeln
in kleine Würfelchen zu zerteilen.
Hätten wir gewusst, welches Mitgefühl Marion den armen Zwiebelchen entgegenbringt, wär es uns wohl
lieber gewesen,
dieser traurigen Veranstaltung nicht beizuwohnen. Die schnippelnde Marion weinte
bitterlich um jede einzelne der armen Zwiebeln und konnte nur mühevoll mit einem
weiteren Glas des
guten Weines wieder getröstet werden. Guido hingegen, verbreitete speckwürfelbratend wieder
Optimismus und meinte ausgelassen:
"Trink aus, schöne Frau - ich mach uns noch ne Flasche auf - Prost!"
Langsam dämmerte mir und Karim der eigentliche Grund, weshalb das Gericht sich wohl ausgerechnet
"Winzerpastete" nannte...
Glücklicherweise, war unsere Putenbrust in der Zwischenzeit soweit erkaltet, dass endlich festlich
aufgenapft werden konnte! Genüsslich drängelten
wir Katzen uns die lauwarme Putenbrust in die
hungrigen Bäuche, während in der Küche beherzt und übermütig auf den mehlstaubenden Blätterteig
eingedroschen wurde!
Guido: "Wieviel Wein kommt in die Füllung?"
Marion: "200 Milliliter!"
Guido: "Da nehm ich besser mal 400 - wir sind ja zu zweit!"
Marion: "Genau - das reduziert sich ja auch noch..."
Unter beschwingen Gesängen wurde in der Kombüse nun der Blätterteig in die gebutterte Auflaufform
gebeten, um ihn mit der reichlich weinerlichen Füllung
beaufschlagen zu können. Ein mit geflochtenen
Restteigzöpfen liebevoll verzierter Blätterteigdeckel wurde umständlich auf der Kalorienbombe
montiert, mit
Eigelb bestrichen und schon verschwand das Ensemble im heissen Ofen.
Geschafft - ja dann: Prost erstmal!
Der Dicke hatte es sich inzwischen auf der Balkonbank gemütlich gemacht und versuchte unter
Vermeidung jeder Bewegung die Unmengen an Putenbrust zu verdauen,
die er laut schmatzend
inhaliert hatte. Auch Karim und ich waren pappsatt und beobachteten in stabiler Rückenlage auf dem
Teppich, wie Guido und Marion
den Esstisch herbstlich dekorierten, kleine Teelämpchen entzündeten
und hungrig dem Höhepunkt des Abends entgegenfieberten.
Aus der Küche waberte eine äusserst ansprechende Duftwolke in die angrenzenden Räumlichkeiten
und kündete wohlduftend vom baldigen Ende der Backzeit.
Schnell machte Guido noch ein Fläschchen Wein auf, damit man das Essen nicht trocken runterwürgen
musste und schon wenige Minuten später erschien Marion, engelsgleich
im Kerzenschein, die heisse
Winzerpastete vor sich hertragend. "Piep piep piep - wir ham uns alle lieb - Guten Appetit!" sprachen
die Beiden weinseelig im Chor
und liessen ihre Gläser markerschütternd aneinander donnern - Prost!
"Dass das Glas das mitmacht..." kicherte Guido noch, ehe der erste Bissen in seinem Mund
verschwand. Zu spät für Marions mit offenem Mund vorgetragene Warnung: "Horhicht - heich!!!!"
Während unser Personal die fast verbrannte Zunge mit einem Schlückchen Wein kühlte - Prost,
geschah auf Teppichniveau einfach unvorstellbares:
Durch die offene Terassentür war fast völlig unbemerkt ein 'feindlicher Kombattant' ins Wohnzimmer
eingedrungen! Nur gut, dass Karim die Angriffswarnungen von
George Doubleyou
(George hat einen neben sich laufen) ernst genommen hatte und sich sofort auf den vielbeinig
dahinrennenden Übeltäter stürzen konnte.
Der pelzige Eindringling versuchte noch hinter dem
Fernsehschrank in Deckung zu huschen, doch Karim war schneller und streckte den Fiesling mit einem
gezielten Pfotentupper
nieder! Dieser gab jedoch nicht auf und berappelte sich gerade, um erneut zu
entkommen. Jetzt sprang auch ich auf, um dem flinken Flütchling den Weg abzuschneiden!
Als dieser in Anbetracht meiner Reisszähne einen Moment inne hielt, verpasste ihm Karim einen
göttlichen Schwinger und die riesige Hausspinne flog im hohen Bogen
durch die Luft, um leicht
angeschlagen - Trommelwirbel - Tusch - auf Marions Serviette zu landen!
"Huärch!!!" schrie Marion angewiedert auf und flitsche vor Schreck mit der Gabel einen Speckwürfel in
den Kronleuchter, der dort an einer Glühbirne klebend, wohlriechend
den Bratvorgang wieder
aufnahm...
Guido spielte wieder mal den Helden und schnickte die fette Spinne entschlossen vom Tisch, wo sie
sofort dankbar vom Kistenkater wieder
entgegengenommen wurde. Nach einigen unsanften
Beschuppsungen und Betuppungen durch unser Männelein, war die dicke Spinne schließlich am Ende
der Nahrungskette
angekommen und wurde dementsprechend von Karim zum Nachtisch verspeist.
Ganz im Gegensatz dazu, schien der Appetit bei unserem Personal doch irgendwie spürbar
nachgelassen zu haben...
Der kleine Vorgeschmack auf Halloween
war dann wohl doch irgendwie unerwartet sättigend:
"Also, auf den Schreck, erst mal einen Schluck - Prost Herbst!"
Da fällt mir ein, dass ich mich ja schon bald mit Karimchen auf unsere jährliche Halloweenreise
machen muss!
Da wollen wir nur mal hoffen, dass wir uns nicht wieder so verlaufen
und hinterher noch Eure Hilfe benötigen.
Aber das ist dann eine ganz andere Geschichte...
Klick mich an !
Bis bald dann: Eure Lady Mandy

01.11.2006
Huhu, hier ist wieder der Karim!
Mein lieber Schnulli, da hab ich mich mit Lady Mandy aber auf unserem Halloweenausflug ganz schön
verlaufen!
Dafür, dass ich zum ersten Mal bei einem Pups-Halloweenausflug dabei war, ist die Sache
ja wieder mal gründlich daneben gegangen!
Als wenn's nicht anders ginge, haben wir uns natürlich
total verlaufen und waren irgendwie schon wieder mal auf fremde Hilfe angewiesen.
Doch glücklicherweise waren auch dieses Jahr unsere zuverlässigsten Pupssucher wieder sofort zur
Stelle, um uns zurück nach Birch House zu lotsen.
Die Hexenbande hatte uns im Null Komma nichts
vor dem "
Broadway Tower" in den Cotswolds aufgespürt und wieder sicher nach Hause gebracht!
Kaum zurück in heimischen Gefilden, mussten wir feststellen, dass es nun aber doch ganz eindeutig
Herbst geworden ist.
Ein gar garstiges Windchen pfiff ums Haus und wirbelte schon reichlich Birkenblätter durch Birch House
Gardens, was für mich natürlich wieder jede Menge
Arbeit nach sich sich zog, denn die fallenden Blätter
mussten ja alle erst mal von mir persönlich verhaftet werden!
Während ich also unter vollem Körpereinsatz
im Garten dem Laub hinterher hechtete, legte sich Lady
Mandy viel lieber bequem auf die Gartenbank und verfolgte mit Genugtuung meine tollkühnen
Luftsprünge.
Von meinem rastlosen Treiben offensichtlich aus dem Unterholz hochgeschreckt, erschien
schon wenig später der sogenannte '
Dicke' auf der Wiese, ein prachtvoller Kater mit einem
regelrechten Löwenkopf, um mir freundlicherweise beim Fangen der Flätter zu helfen. Da der Dicke
eigentlich ein sehr zurückhaltender
und ruhiger Zeitgenosse ist, liess ich ihn gewähren, solange er den
katerlichen Respektabstand von ca. 3 Metern zu mir einhielt und sich keine Frechheiten rausnahm.
So mit der Zeit wurde es dann Lady Mandy allerdings zu kühl und sie machte sich auf den Weg zur
Pups-Startrampe um sich über den aktuellen Pegelstand
in ihrem Futternäpfchen zu informieren. Von
dieser Idee durchaus angesprochen, sah auch ich mich inspiriert, mein doch langsam aufkeimendes
Hüngerchen
zu behandeln. Mit drei großen Sätzen hopste auch ich die Startrampe hoch und half Mandy
beim kläglichen Besingen der dummerweise geschlossenen Balkontür.
Von solch erbärmlichem
Katzenelend angelockt, wurde uns auch netterweise sehr zügig von Marion Einlass ins warme und
kuschelige Haus gewährt.
Schnurstracks machten wir uns auf den Weg in die Küche, um dort mit
herzzerreissendem Gegurre auf unseren kurz bevorstehenden Hungertod hinzuweisen...
Vorteilhafterweise, wurde die Botschaft von Marion auch gleich verstanden und schnell schob sie ein
Schälchen einfrorene Putenbrustwürfel mit Brühe in
die Microwelle, um das Schlimmste zu verhindern.
Nur wenige Minuten später, hockten wir zufrieden schnurrend auf der beheizten Fensterbank und
kimmelten
uns mit Begeisterung das warme Putenfleisch in die Pelzbäuche.
Hach - der Herbst kann soo schön sein!
Allerdings hatte ich irgendwie das seltsame Gefühl, dass wir beobachtet werden. Schnell spechtete ich
aus dem Fenster - und tatsächlich, da hockte '
Der Dicke' auf dem Balkontisch, allerdings ohne warmen
Popo und warme Putenbrust. Neidisch guckte er uns beim Fressen zu, während ihm der kalte Wind
durch das Fell pfiff.
Da erinnerte ich mich plötzlich an das Jahr 2003, als ich selber dort draussen auf
der Balkonbank lag, während Lady Cindy und Lady Mandy mich von der warmen
Fensterbank aus
beobachteten. Genau wie heute, war es auch damals im Oktober, als Guido den beiden Pelzladies die
Geschichte von Sankt Martin erzählte. Er sprach
von Barmherzigkeit und vom Teilen - und hatten die
beiden Damen nicht daraufhin beschlossen, ihr geliebtes Futter mit mir zu teilen?
Ja - genauso ist es gewesen
und seit jenem Tag sind wir die besten Freunde geworden...
Langsam wurde mir klar, dass ich genau jetzt an der Reihe bin, Größe zu beweisen - auch wenn der
Dicke ein Kater, ein Konkurrent, ein Pinkler im Revier ist,
musste - nein, wollte ich über meinen
Schatten springen! Bald ist wieder Sankt Martin und dieses mal werde ich versuchen mein Mäntelchen
zu teilen - sinngemäß halt eben...
Ein kurzer Blick zu Lady Mandy und wir waren uns einig. "Iiihikk!!!" maunzte Mandy laut und sofort
tauchte unser Personal auf, um nach dem Rechten zu sehen.
"Oooch - da draussen ist ja auch der
Dicke..." sagte Marion traurig, "Ich mach ihm schnell noch ein Schälchen Putenbrust warm!" Mit einem
skeptischen Seitenblick auf
unsere Fensterbank ging Guido zur Tür und rief nach dem kleinen Löwen,
der auch sofort laut schnurrend ins Haus geschossen kam. Schnell war eine Decke auf dem Boden
ausgebreitet und der Dicke rollte sich vor Vergnügen auf dem weichen, warmen Stoff. Schon kam
Marion mit einem weiteren Schälchen Putenbrust angelaufen und der Dicke liess
sich nicht zweimal
bitten! Laut schmatzend verschlang er seine große Portion, während ihm Guido noch schnell und
klammheimlich ein Ladung 'Frontline' in den Nacken träufelte.
Es war das erst Mal, dass er mit uns
drinnen essen durfte und es hatte durchaus den Anschein, als ob es ihm verdammt gut gefallen würde.
Genüsslich lies er sich von Marion
die Öhrchen kraulen und tretelte völlig hingerissen in die dicke
Decke. Satt und zufrieden über unseren Entschluss legte ich mich mit Lady Mandy bequem auf die
Fensterbank und
beobachtete den Dicken sicherheitshalber noch mit einem halboffenen Auge weiter.
Der neue Kollege schien unser großzügiges Angebot jedoch zu würdigen und begann
friedlich und
ausgiebig sein Fell zu putzen um anschließend wohlig eingerollt ein Nickerchen im Warmen zu machen.
"Irgendwie erstaunlich, dass Mandy und Karim keine Randale machen - oder?"
hörte ich Guido leise zu Marion sagen.
"Ja - aber möglicherweise erkennt man einen kleinen Sankt Martin nicht immer am roten Mäntelchen..."
flüsterte Marion zurück.
Da hat sie natürlich wieder mal vollkommen Recht, denn ich habe auch beschlossen, dem Dicken
meinen gut isolierten Balkonbungalow freiwillig zur Verfügung zu stellen,
falls ihm draussen mal kalt
wird und keiner sofort die Tür aufmacht. Ich brauch meine Kuschelkiste ja eigentlich eh kaum noch,
weil ich ja entweder zu Hause oder in Birch House
einen kuscheligen Unterschlupf finde.
Und wenn dann in wenigen Tagen die Kinder mit ihren bunten Laternen durch die Strassen ziehen,
dann können Lady Mandy und ich auch ein klein wenig leuchten.
Zumindest als gutes Vorbild!
Klick mich an !
Einen schönen St.-Martins-Abend wünscht:
Euer Kistenkater Karim
Was vorher geschah! Was vorher geschah...
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